Anwohner sind sauer

Corona-Partys auf Plätzen in Bochum sollen ein Ende haben – die mögliche Lösung überrascht

Statt in Kneipen treffen sich viele Bochumer vor dem Schauspielhaus - Anwohnern gefällt das nicht.
+
Statt in Kneipen treffen sich viele Bochumer vor dem Schauspielhaus - Anwohnern gefällt das nicht.

Laue Sommernächte und Corona-Partys auf manchen Plätzen in Bochum sollen ein Ende haben – aus Rücksicht für die Anwohner. Doch eine mögliche Lösung naht.

  • In Bochum gibt es Ärger wegen junger Menschen auf öffentlichen Plätzen.
  • In der Corona-Krise haben sich neue Hotspots für die Abendgestaltung etabliert.
  • Doch am Schauspielhaus oder am Musikforum vor dem Bermudadreieck soll künftig möglichst nicht mehr gefeiert werden.

Bochum - Der Platz vor dem Schauspielhaus Bochum versprüht in den lauen Sommernächten während der Corona-Krise etwas Mediterranes. Die Stadt scheint in Krisenzeiten ein neues Zentrum für junge Menschen bekommen zu haben - zumindest was die Abendstunden unter freiem Himmel betrifft.

Stadt

Bochum

Einwohner

372.193 (2019

Oberbürgermeister

Thomas Eiskirch (SPD)

Bochum: Party vor dem Schauspiel sorgt für Ärger

Doch wo abends viel los ist, da sind entnervte Anwohner nicht weit. Klar: Hunderte junge Menschen machen Krach, zumal der nicht wenig fließende Alkohol sein Übriges tut. Und wo Alkohol fließt, da drückt dann irgendwann die Blase. Zur Erleichterung wurde zuletzt nicht selten die Rückseite des altehrwürdigen Schauspielhauses genutzt.

Inzwischen hat sich die Situation - zumindest was die Toiletten und den Abfall betrifft - entspannt. Die Stadt Bochum ließ zusätzliche Müllbehälter am neuen Hotspot aufstellen. Wenige Hundert Meter weiter, direkt am nahegelegenen Bermudadreieck, stehen nun mobile Toiletten.

Bochum: Schauspielhaus und Musikforum sind neue Hotspots

Denn nicht nur vor dem Schauspielhaus ist ein neuer Treffpunkt für die Abendstunden entstanden, sondern auch vor dem Musikforum. Mehr oder weniger unfreiwillig hat Bochum seine Partymeile, das Bermudadreieck, in Zeiten von Corona deutlich erweitert. Das Party-Areal erstreckt sich nunmehr über rund 500 Meter: vom Musikforum über das - vom Coronavirus arg getroffene - Bermudadreieck bis hin zum Schauspielhaus.

Auch der Platz vor dem Musikforum in Bochum hat sich zum Hotspot für Feiernde in Zeiten des Coronavirus etabliert.

Doch der Ärger mit den Anwohnern bleibt trotz aufgestellter Klos und Mülleimer, heißt es von der Stadt Bochum. Aufgrund der Ruhestörung ließ das Ordnungsamt zuletzt sogar die zwei neuen Hotspots räumen. Die Polizei musste zudem bei einer Massenschlägerei vor dem Musikforum ausrücken.

Bochum: Stadt hat neue Lösung für Party im Freien

Wie lange soll das Spiel so weitergehen? Glaubt man der Ankündigung der Stadt Bochum, scheint es schon eine Lösung zu geben. "Derzeit wird an einem Konzept gearbeitet, um innenstadtnah einen Platz mit mehr Aufenthaltsqualität anbieten zu können", ließ die Stadt jüngst in einer Mitteilung verlauten.

Die WAZ will erfahren haben, dass es sich bei dem Platz um das Areal vor der Discothek "Riff" handeln soll, also direkt am Bermudadreieck. Dazu passen würde, dass sich der Bochumer Kinder- und Jugendring entsprechend gegenüber der Wählergemeinschaft der "Stadtgestalter" geäußert haben soll. 

Video: Die Party ist vorbei: Clubs als Hotspots für das Coronavirus

Der Vorteil: Das Areal befindet sich direkt am Bermudadreieck, hat aber sonst keine direkten Nachbarn. Im Rücken die Bahngleise, gegenüber eine Brachfläche, die erst in den kommenden Jahren bebaut werden soll. Die Stadtgestalter fordern sogar, auf die Bebauung der Brachfläche (es sollen Bürogebäude, ein Hotel und ein Parkhaus entstehen) zu verzichten und einen "Jugendplatz" zu bauen. In diesem Fall würde der Stadt Bochum allerdings eine Menge Geld durch die Lappen gehen.

Mehr zum Thema