„Ich bin pleite“

Bermudadreieck Bochum: Corona sorgt für Aus von beliebtem Restaurant - folgen nun weitere Pleiten?

Bermudadreieck Bochum
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Das beliebte „Taj Mahal“ im Bermudadreieck ist pleite und schließt seine Pforten für immer. Folgen nun weitere Lokale?

Geht der Coronavirus-Exodus im Bermudadreieck Bochum jetzt los? Fakt ist: Ein äußerst beliebtes Lokal musste schließen. Der Gastronom ist pleite.

Bochum - Das Coronavirus hat in Bochum für die Schließung eines beliebten Restaurants am Bermudadreieck gesorgt. Das „Taj Mahal“ - seit rund 30 Jahren in Bochum feste Institution für Fans indischer Küche - hat seine Pforten geschlossen. Damit gibt es für Vegetarier und Veganer in Bochum eine Anlaufstelle weniger für fleischloses Essen.

NameBermudadreieck
StadtBochum
AdresseKortumstraße 2 (u.a.)

Bermudadreieck Bochum: Taj Mahal schließt - folgen jetzt weitere Pleiten?

„Ich bin pleite!“, gibt Chef Peykan Razani auf seiner Homepage unverfroren zu. Was das Finanzamt, die Rentenversicherung und andere Institutionen in 16 Jahren Betriebsdauer nicht geschafft hätten, habe das Coronavirus nun vollbracht.

Alle Ersparnisse, das Erbe, die Lebensversicherung, die Bausparverträge seien aufgebraucht, schreibt Razani in seiner Botschaft an die Kunden, in der der Gastronom auch mit seinen ehemaligen Mitarbeitern abrechnet, „die geholfen haben, den Weg noch steiniger zu gestalten.“

Zudem übt sich Peykan Razani in schwarzem Humor: „Sie sehen, alle Zutaten für einen mittelmäßigen Tatort sind vorhanden, nur an meiner kriminellen Energie hat es immer gehapert.“

Bochum: Chef des Taj Mahal rechnet nach Pleite im Bermudadreieck mit schlechten Köchen ab

Es folgt eine Abrechnung mit schlechten Köchen, die „Bombay Curry in ihre Sachen schmieren und immer noch nicht wissen, was ‚Curry‘ eigentlich heißt.“ Razani prophezeit: „Wenn es so weitergeht, werden die kleinen Gastronomen, die Kochen noch gut finden, verschwinden, da sie keine Rücklagen bilden können, extreme Probleme mit dem Nachwuchs haben, körperlich stark abgebaut haben (...).“

Im Bild: Der Bochumer Komiker Hennes Bender (l.) und Taj-Mahal-Chef Peykan Razani:

Doch die letzten Worte Razanis an die Kunden sind nicht nur eine Abrechnung mit dem System, sondern auch eine Danksagung an fleißige Mitarbeiter, „die familiär über Jahre gekeult haben.“

Nach Pleite im Bermudadreieck Bochum: Müssen weitere Gastronomen dem Coronavirus Tribut zollen?

Ob dem „Taj Mahal“ nun weitere Gastronomen in den Corona-Tod folgen? Immerhin kämpfen derzeit Lokal-Inhaber im gesamten Ruhrgebiet ums Überleben. Bislang hat das Bermudadreieck noch keine namhaften Pleiten zu verzeichnen. Derzeit warten Kunden auf die Öffnung vorübergehend geschlossener Lokale wie die Kneipe „Freibeuter“ oder das Restaurant „Beef & Burger“.

Letzteres hatte bereits im Juli angekündigt, bis Ende August 2020 aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Mitte September meldete sich das Lokal via Facebook erneut zu Wort, mit der Info, dass das Restaurant weiterhin geschlossen bleibe.

Video: Heizpilze sorgen für Gastro-Chaos

Auch bei der Kult-Kneipe „Freibeuter“ - die in prominenter Lage im Dreieck ihr Lokal hat - ist die Zukunft ungewiss. Seit Monaten ist der über die Bochumer Stadtgrenzen hinaus bekannte Laden geschlossen - obwohl alle Kneipen drumherum längst wieder geöffnet haben.

Zuletzt ließ das „Freibeuter“ in einem Facebook-Post allerdings erkennen, dass die aktuelle Schließung auch mit den Corona-Maßnahmen zu tun habe, die nicht zum Konzept des „Freibeuters“ passen würden.

Ein ähnliches Problem dürfte das „Sachs“ haben, jene Cocktailbar im Bermudadreieck, in der schon viele Studenten Nächte durchzecht haben - und die zuletzt auf private Feiern und eine Beachbar am Ruhrstadion gesetzt hat.

Bermudadreieck Bochum: Trotz Coronavirus gibt es Neueröffnungen

Doch es ist nicht alles mies derzeit im Bermudadreieck von Bochum (hier mehr Artikel aus der Stadt auf RUHR24.de lesen). Wer am Wochenende am Abend kommt, fühlt sich in alte Vor-Corona-Zeiten zurückversetzt. Die Flaniermeile an der Kortumstraße ist voll, nur die Masken trüben hier und da die Stimmung. Während Corona hat es in Kneipenviertel sogar Neueröffnungen gegeben - etwa den „Platzhirsch“ sowie das „Miss Hops“ im Herzen des Bermudadreiecks. Damit das Bermudadreieck untergeht, braucht es offenbar mehr, als „nur“ das Coronavirus.

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