Nicht nur Probleme der Lunge

Neue Corona-Gefahr: Arzt aus Bochum warnt vor Langzeitfolgen für das Gehirn

Es sind die Langzeitfolgen, die Neurologen aus Bochum beunruhigen: Auch nach überstandener Covid-Erkrankung leiden viele Patienten weiter. Denn Corona greift weit mehr als nur die Lunge an.

Bochum - Corona schlägt nicht nur auf die Lunge. Die vom Virus ausgelöste Krankheit Covid-19 schädigt auch andere Organe wie das Herz oder die Nieren. Bereits im Sommer 2020 verdichteten sich Hinweise, dass das Coronavirus kein reines Atemwegsvirus, sondern ein Multiorganvirus ist. Was Neurologen aus Bochum beunruhigt: Jüngere Forschungen ergaben zudem, dass auch das Gehirn und das Nervensystem leiden.

KrankenhausSt. Josef-Hospital Bochum/Katholisches Klinikum Bochum
KlinikUniversitätsklinik für Neurologie
AngebotSprechstunde für Patienten nach einer Corona-Infektion

Corona schlägt auf das Gehirn: Neurologen in Bochum berichten von Schäden am Nervensystem

Das Problem: Die durch Covid-19 ausgelösten Entzündungsstoffe zirkulieren noch lange nach Akutphase der Infektion im Körper. Und: Sie haben auch Effekte auf das Gehirn, weiß Prof. Ralf Gold, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie im St. Josef-Hospital Bochum. Covid-19 ist also keineswegs eine reine Lungenkrankheit.

Zwar seien Gehirnentzündungen die direkt durch das Coronavirus ausgelöst werden weiterhin eher selten, doch das Virus wirkt sich auch in anderer Weise auf die Nerven aus – durch Covid-19 kann es laut des Neurologen aus Bochum sogar zu einer bleibenden Beeinträchtigung des Nervensystems kommen (alle News zu Corona in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Corona-Infektion mit langanhaltenden Folgen: Betroffene berichten von ihrem Leiden

Und so klagen einige Patienten auch nach einer überstandenen Corona-Infektion über eine übermäßige Abgeschlagenheit. Arbeitsunfähigkeit, fehlende Konzentration und Motivation können die Folge sein.

Wie die Pharmazeutische Zeitung berichtet, mehren sich Berichte von Betroffenen, die unter teils massiven Spätfolgen der Infektion leiden. Besonders häufig berichten Patienten demnach von einem Gefühl von anhaltender Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit (Fatigue) und Konzentrationsschwierigkeiten.

Bochum: Sprechstunde für Corona-Patienten mit neurologischen Störungen

Auch in der Neurologie in Bochum ist vor allem die übermäßige Abgeschlagenheit als Langzeitfolge einer Covid-19-Erkrankung bekannt. Doch auch bereits bestehende neurologische Störungen können laut der Mediziner durch eine Corona-Infektion verschlechtert werden. Die Ärzte beobachteten kognitive Veränderungen wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, außerdem steige das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden (alle News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Patienten, die nach einer überstandenen Infektion sich nach wie vor nicht wieder ganz fit fühlen, können sich deshalb in Bochum nun in einer speziellen Sprechstunde Hilfe suchen. Ab dem 19. Januar bieten Neurologen im Bochumer St. Josef-Hospital jeden Dienstag ab 13 Uhr eine eigene Sprechstunde für Patienten mit Post-Covid-Syndromen an.

Die Sprechstunde wendet sich explizit an Patienten, die eigentlich bereits als genesen gelten: Die Akutphase der Corona-Infektion muss mindestens vier Wochen zurückliegen.

Sprechstunde für Patienten nach einer Corona-Infektion

Nähere Infos unter 0234 509 2420 oder corona.neuro@klinikum-bochum.de

Rubriklistenbild: © Andreas Gebert/dpa

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