Lieferung für Sport-Event

Umwelt-Irrsinn? Kuriose Schalke-Schnee-Aktion sorgt für Kritik von Klimaschützern

30 bis 35 Lkw Schnee werden vom Ruhrgebiet nach Oberhof geschickt.
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30 bis 35 Lkw Schnee werden vom Ruhrgebiet nach Oberhof geschickt.

Damit der Biathlon-Weltcup im thüringischen Oberhof stattfinden kann, muss Schnee von außerhalb angeliefert werden - ausgerechnet aus Gelsenkirchen.

  • Der Biathlon-Weltcup in Oberhof (Thüringen) leidet unter Schnee-Mangel
  • Jetzt kommt Hilfe aus dem Ruhrgebiet.
  • Aus Gelsenkirchen kommen rund 30 Lkw mit Schnee.

Gelsenkirchen - Knapp 400 Kilometer liegen zwischen der Veltins-Arena in Gelsenkirchen - mitten im Herzen des Ruhrgebiets - und der Biathlon-Arena von Oberhof, im Herzen von Thüringen. Diese Strecke müssen dieser Tage zwischen 30 und 35 Lkw voller Schnee zurücklegen.

Schnee von Gelsenkirchen zum Biathlon Weltcup nach Oberhof

Richtig gelesen - aus dem schneearmen Ruhrgebiet wandert aktuell Schnee in eine Region, in der sonst eigentlich in dieser Jahreszeit Schnee vom Himmel fällt. Der Grund: In Oberhof, wo Jahr für Jahr der Biathlon-Weltcup ausgetragen wird, ist zuletzt kaum Schnee gefallen. Die Organisatoren sind daher auf Kunstschnee angewiesen. Und gerade der wurde zuletzt massig in Gelsenkirchen produziert, wo Ende 2019 die Biathlon "World Team Challange" in der Arena des FC Schalke stattgefunden hat.

Biathlon Weltcup in Oberhof: Schnee kommt teilweise aus Gelsenkirchen

Rund 2000 Kubikmeter Schnee, verriet Organisationschef Silvio Eschrich dem MDR, werden nun von Gelsenkirchen nach Oberhof transportiert, wo selbst der Einsatz von 37 Schneekanonen nicht die gewünschte Schneemenge für den Biathlon-Weltcup brachte. Das Event soll vom 9. Januar bis zum 12. Januar über die Bühne gehen. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 60.000 Fans zu den Veranstaltungen.

Kritik für Schnee-Aktion aus dem Ruhrgebiet

Ganz ohne Kritik kommt die Aktion unterdessen nicht aus. In den Sozialen Netzwerken fragen User verwundert, wie ökologisch sinnvoll der Schnee-Transport sei. Einige fordern die Absage der Veranstaltung, wenn so wenig Schnee fällt, wie zuletzt. Andere verteidigen die Entscheidung allerdings, verweisen auf die Bedeutung des Events für den Tourismus in der Region.

Gegenüber der Bild sagte Naturschützer Dr. Burkhard Vogel vom BUND Thüringen, die Lkw-Aktion sei angesichts des Klimawandels kaum zu verantworten. "Wintersport hat im Thüringer Wald leider keine Zukunft", so der Umweltschützer.

Bürgermeister von Oberhof verteidigt Schnee-Lieferung aus Gelsenkirchen

Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz (Freie Wähler) hat die Schneelieferungen aus Gelsenkirchen unterdessen verteidigt. Schulz sagte dem MDR, es sei besser, den bereits produzierten Schnee zum Absichern der Wettkämpfe nach Oberhof zu bringen, als ihn schmelzen zu lassen.

Unterdessen freut sich Oberhof auf das größte Wintersport-Event der Region. Wenige Tage vor dem Auftakt des Biathlon-Weltcups in Oberhof sind in Thüringens wichtigstem Wintersportort viele der rund 4000 Gästebetten ausgebucht.

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