Bild: Screenshot Werbeclip Baseburger

Seit 2015 zeigt der Burgerladen Baseburger, den es in Bochum, Lünen und Iserlohn gibt, einen Werbeclip auf seiner Website. Jetzt wurde dieser Clip vom Werberat kritisiert, wegen seiner Freizügigkeit.

Der Burgerladen löschte den Clip bereits von der Youtube-Plattform. Auf der Facebook-Seite von Baseburger ist er derzeit noch zu sehen. Der Burgerladen kündigte jedoch an, ihn in den nächsten Tagen wieder offline zu stellen.

Der Imagefilm beginnt mit der Aufnahme des Dekolletés und des Hinterns einer hübschen Frau, die mit Leidenschaft dabei ist, den Teig für das Brötchen des Burgers zu kneten. Die Stimme aus dem Off ist gefesselt von diesem „perfekten Geschöpf Gottes“, besonders aber von ihren Augen und ihrem leidenschaftlichen Blick – im Grunde ist er von allem an ihr angetan.

Die Stimme ist begeistert von ihren fesselnden Augen

„Also ich ging neulich in diesen Burgerladen – Baseburger – und da war diese wunderschöne Kleine. Ich sag euch Jungs, oh, ein Engel“, schwärmt die Stimme zu Beginn.

„Ihre fesselnden Augen, so scharf“, so die Stimme. Dann wird gezeigt, wie die Frau mit dem scharfen Messer die Tomaten für den Burger schneidet.

„Ich hab schon viele Schönheiten gesehen, aber sie, sie war das. Sie war so erfrischend und knackig und dieses zarte Stück Fleisch,
so saftig, so viel Liebe. Ein Genuss für meine Seele“, sagt die Stimme.

Verführerisch leckt sie ihren Finger ab

Die Köchin spritzt Burgersauce auf das Fleisch und leckt sich verführerisch einen Tropfen ab, der in ihrem Dekolleté landet.

Die Stimme aus dem Off, die sich nun als Restaurantbesucher entpuppt, nimmt der Köchin den Burger aus der Hand, ohne sie eines Blickes zu würdigen. „Na ja ich hab etwas übertrieben. Aber Jungs, ich sag’s euch diese Burger – Baseburger.“ So endet der Clip.

„Zuviel des Guten“ für den Werberat

Julia Busse, Chefin des Werberats, sagt zu diesem Clip: „Für den Werberat ist das zu viel des guten Geschmacks. Wir haben nichts gegen Erotik, aber das überschreitet eine Grenze.“

Hätte der Burgerladen das Video nicht von Youtube gelöscht, so hätte der Werberat eine öffentliche Rüge ausgesprochen und die Öffentlichkeit per Pressemitteilung auf den Werbeclip aufmerksam gemacht.

„Da Baseburger den Clip aber bereits gelöscht hat und die Öffentlichkeit selbst auf die Kritik hingewiesen hat, wird es keine öffentliche Rüge geben. Damit ist das Verfahren für den Werberat abgeschlossen“, so Julia Busse.

Baseburger steht hinter dem Werbeclip

Baseburger steht noch immer hinter dem Werbeclip: „Wenn sich die Damen durch den Clip missverstanden fühlen, dann tut uns das leid. Am Ende sollte es einfach ein witziger Werbeclip sein, der natürlich in eine schlüpfrige Richtung lenkt und am Ende aber alle Zuschauer aufklärt“, sagt Jan Rozanka, Geschäftsführer von Baseburger und Verantwortlicher für das Marketing. „Er bittet die Zuschauer in jedem Falle darum, sich den Clip auf Facebook bis zum Ende anzuschauen.

„Grundsätzlich sehen wir uns als Unternehmen nicht als frauenfeindlich, sexistisch oder diskriminierend an“, sagt Rozanka. „Unsere Regionalleitung wird von Frauen geführt. Wir akzeptieren und respektieren alle Gesinne und alle erdenklichen Ausrichtungen. Je bunter der Haufen ist, desto besser. Genau diese Charaktere machen uns aus als Baseburger aus. Ohne den Charakter unserer Mitarbeiter, wären wir nur lebloser Haufen.“

Baseburger möchte den Clip noch einige Tage auf Facebook laufen lassen, um die Diskussion zu befeuern. „Für uns geht es dabei nicht um Umsatz, sondern lediglich darum, den Wahrheitsgehalt und die Meinungen über den Spot herauszufiltern. Natürlich schauen wir uns diese Meinungen an und reflektieren uns danach selbst“, sagt Jan Rozanka. Der Werbeclip hatte am Donnerstagmittag fast 9000 Aufrufe, der Facebook-Post 24 Kommentare.

„Gemessen am Hauptaugenmerk ist das ne Werbung für die Frau, nicht für den Burger. Aber das ist ja Ansichtssache, daher ziemlich unverständlich den Clip auf die Blacklist zu setzen“, schreibt Facebook-Userin Inga Bergmann.

User Sam Rayes findet, man würde mal wieder aus einer Mücke einen Elefanten machen. „Haben die Frauen hier alle keinen Sinn für Humor?“, fragt Userin Nadja von Schmudde.

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Userin Svenja Dirks ist anderer Meinung: „Mehr als über die Stränge geschlagen. Möchte ich in einem Laden essen gehen der 2015 so eine Werbung schaltet? Eher nicht. Für mich disqualifiziert Ihr Euch mit dem Clip als ernstzunehmendes, seriöses Lokal. Es gibt viele Möglichkeiten mit „sex sells“ gute Werbung zu machen. Diese gehört nicht dazu.“