Keine Partys mehr wegen Covid-19?

Crowdfunding soll helfen: Clubs und Bars im Ruhrgebiet wegen Coronavirus-Krise vor dem Aus

Wegen der Coronavirus-Pandemie stehen Clubs und Bars vor dem Aus. Crowdfunding soll den Gastronomien im Ruhrgebiet jetzt helfen.
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Wegen der Coronavirus-Pandemie stehen Clubs und Bars vor dem Aus. Crowdfunding soll den Gastronomien im Ruhrgebiet jetzt helfen.

Bars und Clubs droht aufgrund der Coronavirus-Pandemie das Aus. Ein Crowdfunding soll Gastronomien im Ruhrgebiet deshalb helfen.

  • Strikte Gesetze verbieten während der Coronavirus-Krise den Besuch von Bars und Clubs.
  • Die Besitzer der Gastronomien stehen deshalb vor dem finanziellen Aus.
  • Crowdfunding soll den Lokalen im Ruhrgebiet nun helfen. Ob das klappt?
  • Dortmund/Bochum/Essen - Wegen der Coronavirus-Pandemie haben wir nun schon seit Wochen keinen normalen Alltag mehr. Das öffentliche Leben ist von der Regierung stark heruntergefahren worden. Restaurants, Bars und Clubs haben bis auf Weiteres geschlossen. Wegen fehlender Einnahmen droht vielen von ihnen das Existenz-Aus

    Coronavirus-Pandemie: Restaurants und Imbisse kommen während der Krise anders an Kunden

    Am besten getroffen hat es in der Krise noch die Restaurants. Zwar fehlt ihnen wegen der strikten Gesetze wichtige Laufkundschaft, am Ende bleibt ihnen aber immerhin noch der Lieferdienst. 

    Vor allem lokale Imbisse, Gastronomien und sogar Eisdielen sind auf diese Möglichkeit umgestiegen und verhindern dadurch etwaige Ladenschließungen. Manche Lokale haben sogar einen Abholservice - dabei wird das bestellte Essen durch ein Fenster an den Kunden gereicht.

    Coronavirus-Krise: Bars und Clubs sind die großen Verlierer der Covid-19-Pandemie

    Für Bars und Clubs bieten sich diese Möglichkeiten nicht. Sie sind die großen Verlierer der Coronavirus-Krise, weil sie auf Kundschaft vor Ort angewiesen sind. Ausgehen und tanzen? Derzeit unmöglich.

    Schlimmer noch: Keiner weiß, wann es wieder anders sein wird. Wann Bars und Clubs wieder öffnen dürfen und größere Menschenansammlungen wieder erlaubt werden, ist derzeit unklar. Die Zukunft während der Coronavirus-Pandemie ist ungewiss. Und damit auch die vieler Tanzbetriebe und Ausschank-Gastronomien.

    Die Coronavirus-Pandemie zwingt Bars und Clubs in die Knie. Ihnen fehlen wichtige Einnahmen, um laufende Kosten zu decken.

    Coronavirus: Crowdfunding soll Bars und Clubs während der Krise retten

    Ein Lichtblick während dieser Zeit ist das sogenannte Crowdfunding - der finanziellen Unterstützung hilfsbedürftiger Einrichtungen durch die Internet-Gemeinde.

    Spenden kann jeder, der möchte. Ganz gleich, ob er das zu unterstützende Projekt kennt oder nicht. In der Vergangenheit wurde Crowdfunding oft für Start-ups, neue Läden oder auch von Künstlern genutzt, die auf finanzielle Starthilfe angewiesen waren. In Zeiten der Coronavirus-Krise bekommt die Spendensammlung eine neue Bedeutung: Existenzen retten.

    Coronavirus-Krise: Website für Crowdfunding hilft Bars und Clubs im Ruhrgebiet

    Bars und Restaurants nutzen dafür die Crowdfunding-Website "startnext.com", wobei jeder Internetnutzer mit nur wenigen Klicks so viel spenden kann wie er möchte. 

    Auch Gastronomien im Ruhrgebiet haben diese Form der Existenzsicherung gewählt und hoffen in den kommenden Wochen auf spendable Unterstützer. Um zusätzlich aufs Crowdfunding aufmerksam zu machen, posten sie Beiträge auf Social Media.

    Coronavirus-Krise: Club in Bochum ist auf Crowdfunding wegen Covid-19 angewiesen

    So zum Beispiel der Club "Untergrund" in der Bochumer Innenstadt. "Seit über elf Jahren haben wir mit Euch zusammen Bochumer Clubgeschichte gelebt und geschrieben. Jetzt steht der Untergrund vor dem Aus. Aufgrund der Corona-Krise steht der Betrieb still. Keine Einnahmen stehen monatlich hohen fortlaufenden Kosten gegenüber", schreiben die Besitzer auf der offiziellen Facebook-Seite des Clubs. 

    "Wir wollen bis zum Ende der Krise durchhalten und unsere Türen wieder für Euch öffnen. Dafür brauchen wir dringend Eure Unterstützung. Alleine werden wir es nicht schaffen. Wir wollen LEBEN! Jeder einzelne Euro hilft", heißt es weiter.

    Insgesamt 60.000 Euro sind das Ziel des Crowdfundings. Eine beachtliche Summe - allerdings würde bereits jeder Euro helfen, die laufenden Kosten zu decken. Noch bis zum 14. Mai kann man spenden. 2045 Euro sind bereits auf startnext.com zusammen gekommen.

    Coronavirus-Krise: Auch Clubs in Dortmund auf Crowdfunding angewiesen

    Nicht nur in Bochum, sondern auch in der Nachbarstadt Dortmund haben Clubs zunehmend Probleme, ihre laufenden Kosten zu decken. Auch sie sind auf Crowdfunding angewiesen und starteten übers Internet Spenden-Aktionen.

    So zum Beispiel das Junkyard im Dortmunder Stadtteil Eving, das zwischen dem 20. März und dem 3. April zum Geldsammeln aufgerufen hatte. "Da wir unabhängig und nicht öffentlich gefördert sind, können wir jetzt ohne Einnahmen nicht überleben und sind jetzt dringend auf eure Hilfe angewiesen", hieß es auf Facebook.

    Von 20.000 Euro, die sich die Betreiber gewünscht hatten, sind immerhin 5768 Euro zusammen gekommen. Ob die am Ende reichen, um den Alternative-Club zu retten, bleibt abzuwarten. Es wäre jedenfalls schade, nach der Covid-19-Isolation auf Partys in Dortmund zu verzichten.

    Für die Clubs und Bars in Dortmund, die unter der Coronavirus-Krise leiden, gibt es nun eine Hilfsaktion auf Facebook. Die Betreiber bitten um Spenden für die Fixkosten und als Unterstützung in der schweren Zeit.

    Ein Club in Dortmund versucht derweil einen Neustart in der Corona-Krise: Die Großmarktschänke will sich mit einem neuen Konzept retten.

    Coronavirus-Pandemie: Kult-Club in Dortmund droht wegen Covid-19 das Aus

    Auch das Oma Doris, ein kleinerer Club in der Innenstadt Dortmunds, braucht Hilfe. Nach 43 Jahren im Geschäft droht nun wegen der Coronavirus-Pandemie das finanzielle Aus. Weshalb die Betreiber es auch hier mit Crowdfunding versuchen.

    "Über 40 Jahre im Herzen Dortmunds und nun? Helft uns, das Tanzcafé zu erhalten, fast einen Monat ist unser Geburtstag nun her und damit auch die letzte Party. Oma Doris muss weiter tanzen", schreiben sie auf Facebook. 

    Noch bis zum 5. Mai kann Geld gespendet werden. 20.000 Euro sind das Ziel - 3718 Euro sind bereits gesammelt worden. "Je mehr Unterstützung wir zusammenbekommen, desto besser überstehen wir die Pandemie und können es euch in anderer Form doppelt und dreifach zurückgeben", so die Betreiber des Oma Doris auf startnext.com.

    DasBermudadreieck in Bochum sendet in Coronavirus-Zeiten einen Hilferuf. Für viele Bars und Restaurants geht es aktuell um die Existenz. 

    Corona-Krise: Auch Bars starten aus Angst vor Ruin mit Crowdfunding 

    Auch Bars aus demRuhrgebiet starten aktuell zahlreiche Crowdfunding-Aktionen, um an Geld zu kommen. Zum Beispiel die Cocktailbar "Sachs" im Bermuda Dreieck in Bochum. Neben Spenden-Aufrufen fordern Lokale wie das Freibeuter im Bermudadreieck aber auch dazu auf, Merchandise-Artikel zu kaufen.

    Noch bis zum 30. April hoffen die Betreiber auf 60.000 Euro, 1658 Euro sind davon bislang zusammen gekommen. Um davon die vom Sachs angegeben 25.000 Euro monatlichen Fixkosten decken zu können, wird schwierig.

    Corona-Krise: Bar aus Essen liegt bereits über Crowdfunding-Ziel

    Besser steht es um das "Banditen wie wir", einer kleinen Bar aus Essen-Rüttenscheid. Bis zum 19. April hoffte Gabriel Gedenk auf Spenden in Höhe von 5000 Euro. Die sind bereits neun Tage zuvor, am 10. April, erreicht und sogar überboten. Bislang haben 199 Unterstützer insgesamt 5835 Euro gespendet. 

    "Mit eurer Hilfe decken wir laufende Kosten und hoffen darauf, die Bar und die damit verbundenen Arbeitsplätze halten zu können. Wir wünschen allen, dass ihr unbeschadet durch die Krise kommt! Bleibt lovely!", so der Besitzer.