Gegen Abzocke

ADAC mit neuem Service im Ruhrgebiet – Dortmund, Bochum und Essen sind dabei

Den ADAC Schlüsseldienst gibt es ab sofort auch im Ruhrgebiet und im Rheinland. Europas größter Verkehrsclub verschreibt sich dabei dem Kampf gegen die Abzocke.

Dortmund – Den eigenen Haustürschlüssel zu vergessen ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ziemlich teuer. Wer keinen Ersatzschlüssel unter einem falschen Stein oder bei einem Nachbarn oder Bekannten deponiert hat, kommt um den Schlüsseldienst nicht herum. Und dessen Preise sind nicht immer fair.

VerkehrsclubADAC
Mitglieder21.205.353 (Ende 2019)
Gründung24. Mai 1903, Stuttgart
HauptsitzMünchen

ADAC bietet Schlüsseldienst im Ruhrgebiet an: Neuer Service in Dortmund, Bochum und Co.

Denn nicht wenige Dienstleister wollte mit der Notlage einen Reibach machen. Wer einem unseriösen Anbieter auf den Leim geht, muss möglicherweise tief in die Tasche greifen. Der ADAC, der sich längst nicht mehr nur um Gefahren auf der Straße kümmert, will Abhilfe schaffen.

Im Ruhrgebiet und im Rheinland bieten die „Gelben Engel“ ab sofort einen eigenen Schlüsseldienst an. Nach Angaben des Vereins kommen dabei die Pannenhelfer der Straßenwacht sowie „vertrauenswürdige Partnerunternehmen“ aus den jeweiligen Städten zum Einsatz. Zu den Städten im Ruhrgebiet zählen unter anderem Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg, Mülheim, Oberhausen, Gelsenkirchen und Bottrop.

Schlüsseldienst im Ruhrgebiet: ADAC kündigt „faire Preise“ und maximal 45 Minuten Wartezeit an

Der ADAC kündigt an, dass die Wartezeit in der Regel maximal 45 Minuten betragen soll. Eine entsprechende Garantie gibt es aber nicht. Für den Schlüsseldienst gelten „faire Festpreise“. Die Bezahlung erfolge zudem erst nach erfolgreicher Türöffnung per Rechnung.

So soll eine Türöffnung werktags von 6 bis 20 Uhr pauschal 95 Euro kosten und abends und nachts sowie am Wochenende 169 Euro. Ebenso gelten feste Preise für zusätzliche Leistungen, wie etwa den Einbau eines neuen Zylinders.

Der ADAC bietet ab sofort im Ruhrgebiet einen eigenen Schlüsseldienst an.

„Nun können auch die Menschen im Ruhrgebiet unser Angebot zum Schlüsselnotdienst nutzen und müssen auf dem häufig undurchsichtigen Markt keine Abzocke fürchten“, sagt Alexandra Jedlitzke, Leiterin der ADAC Pannenhilfe Region West, zu dem neuen Service.

Schlüsseldienst-Abzocke ist ein großes Problem: Was es dabei zu beachten gilt

Abzocke beim Schlüsseldienst ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die zahlreichen seriösen Dienstleister ein Problem. Die Verbraucherzentrale des Landes Nordrhein-Westfalen weiß um die Problematik. Gemeinsam mit der Polizei NRW hat sie deshalb eine Checkliste verfasst, die unseriöse Anbieter enttarnen soll. Wer sich ausgesperrt hat, sollte vor dem Anruf beim Schlüsseldienst unter anderem auf folgendes achten:

  • Vorsicht bei der Telefonnummer: Teure 0900-Nummern sind oft ein Anzeichen für einen unseriösen Anbieter. Ortsansässige Anbieter haben in der Regel eine Telefonnummer mit örtlicher Vorwahl.
  • Der Schlüsseldienst sollte auf Nachfrage immer eine Firmenadresse nennen können. Kann er das nicht, ist Vorsicht geboten. Wie die Verbraucherzentrale mitteilt, verstecken sich unseriöse Anbieter nicht selten hinter Pseudo-Adressen.
  • Schon am Telefon sollte das Problem geschildert und ein Preis angefragt werden. Ein seriöser Anbieter kann schon vorab einen Höchstpreis nennen und Auskunft über Anfahrtskosten und Stundenlohn erteilen.
  • Ein seriöser Anbieter verlangt vor der Dienstleistung einen Nachweis, dass es sich tatsächlich um die eigene Wohnung oder das eigene Haus handelt. „Dubiose Unternehmen tun dies nicht“, heißt es von den Verbraucherschützern.

Der ADAC gibt versehentlich Ausgesperrten noch einen weiteren Tipp: Nicht in jedem Fall müssen Mieter die Kosten für eine Türöffnung selbst tragen. Je nach Mietvertrag sei es etwa möglich, dass der Vermieter dazu verpflichtet ist, selbst für ein defektes Schloss aufzukommen. Außerdem würden manche Hausratsversicherungen die Kosten für eine Türöffnung abdecken.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender, Christof Stache/AFP; Collage: RUHR24