Sperrung bleibt für Jahre

A43: Brücke über den Kemnader See hält Belastung nicht stand - Lösung nicht in Sicht 

Tempolimit und Sperrung der A43 bei Bochum bleiben für Jahre: Die Brücke am Kemnader See hält der Belastung durch den Verkehr nicht mehr stand.

Bochum/Witten - NRW hat ein Brückenproblem mehr: Zwischen Bochum und Witten zeigt die Brücke der A43 über den Kemnader See erste Schwächen - sie hält dem Verkehr nicht mehr stand. Doch die Lösung für das Problem wird auf Jahre nur darauf ausgelegt sein, schlimmeres zu verhindern. Eine Erneuerung der Brücke ist in absehbarer Zeit nicht geplant. Stattdessen gilt ein Tempolimit und auch der Standstreifen ist gesperrt

Behörde

Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen NRW)

Aufgabe 

Bau und den Betrieb des überörtlichen Straßennetzes in Nordrhein-Westfalen

Planung

424 Bauwerke (insbesondere Brücken), die mittel- bis langfristig ersetzt werden müssen

A43 bei Bochum: Brücke über Kemnader See nicht für Verkehrsaufkommen geeignet

Vor allem bei Brücken aus den 60er und 70er Jahren sieht der Landesbetrieb Straßen NRW Handlungsbedarf. Sie wurden allesamt für deutlich geringere Verkehrsauslastungen geplant, als es heute tatsächlich der Fall ist.

Vor allem der stetig wachsende Anteil des Schwerverkehrs stelle eine starke Belastung der Straßen und Brücken dar. So auch im Fall der A43-Brücke über den Kemnader See - die Brücke ist an die Grenze der Belastbarkeit gestoßen (mehr Nachrichten aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de). 

Sperrung und Tempolimit: A43 bei Bochum betroffen

Wie die WAZ berichtet gilt deshalb seit etwa zwei Wochen eine Sperrung des Standstreifens. Lkw müssen extra große Abstände zueinander einhalten, alle Autos müssen ihre Geschwindigkeit auf Tempo 100 drosseln.

Doch anders als bei größeren und kleineren Baustellen, die irgendwann erledigt sind, sollen die Einschränkungen auf der Brücke der A43 für Jahre bestehen bleiben. Denn passieren soll "erstmal nichts", erklärt ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW auf Anfrage der Zeitung.

Bochum: Brücke der A43 hält Belastung durch Lkw nicht mehr stand

Die Maßnahmen wurden ergriffen, weil eine Überprüfung der Brücke ergeben hatte, dass sie der Belastung durch die steigende Anzahl an Autos und schwerer Lkw auf der A43 nicht mehr standhält. Daher musste dafür gesorgt werden, dass die Belastung verringert wird. Also musste unter anderem unterbunden werden, dass der Standstreifen genutzt wird.

Der Kemnader See kann von Fußgängern, Radfahrern oder Inline-Skatern unterhalb der Autobahnbrücke überquert werden.

Doch sollte ein Lkw doch mal auf der Brücke liegen bleiben und auf den Standstreifen rollen, sei das kein Anlass zur Sorge. Wie Markus Miglietti vom Landesbetrieb Straßen NRW gegenüber der WAZ erklärt, sei die Brücke nicht einsturzgefährdet. Auch der rechte Fahrstreifen würde nicht wegbröckeln, wenn doch mal ein Lkw auf dem Seitenstreifen liegen bliebe.

A43: Einschränkungen auf Brücke statt kompletter Sperrung

Doch damit die Brücke der A43 nicht komplett gesperrt werden muss, müsse es nun diese Einschränkungen geben. Eine Lösung die das Problem ursächlich behebt, wie eine Sanierung, Ertüchtigung oder ein Brückenneubau? Soll es nicht geben. Zumindest nicht in den nächsten Jahren. Denn so lange - nämlich "einige Jahre" - soll es laut Miglietti bei den genannten Einschränkungen bleiben.

Für die Fußgänger, die unter der Brücke einen Fußweg nutzen können, um den Kemnader See zu überqueren, soll übrigens keine Gefahr bestehen. Laut Straßen NRW hätten die Probleme des Brückenbauwerks keine Auswirkungen auf den Fußweg.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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