Historischer Schauplatz aus dem Kalten Krieg - Diese Aufgabe hätte die A42 im Konfliktfall gehabt

Symbolbild. Autobahnen waren auch zu Zeiten des Kalten Kriegs extrem wichtig. So auch die A42. Foto: dpa.
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Symbolbild. Autobahnen waren auch zu Zeiten des Kalten Kriegs extrem wichtig. So auch die A42. Foto: dpa.

Wer hätte gedacht, dass die A42 ein Ort mit tiefem geschichtlichen Hintergrund ist? Was viele nicht wissen: Unter der A42 liegt etwas versteckt.

In Deutschland kommt man gefühlt immer und überall mit historisch bedeutenden Schauplätzen aus dem Kalten Krieg in Berührung. Und wer hätte gedacht, dass auch die A42 bei Gelsenkirchen dazu gehört?

Im Falle eines offenen Konfliktes zwischen der NATO und der Sowjetunion hätte die Autobahn eine ganz besondere Aufgabe bekommen. Zudem befindet sich unter dem Gebäude der Autobahnmeisterei Gelsenkirchen ein großer Bunker.

A42 als historischer Schauplatz aus dem Kalten Krieg

Viele kennen die Treppen, die runter in einen kalten, dunklen Keller führen. Man geht da irgendwie nicht wirklich gerne runter. Die Treppe in der Straßen.NRW-Autobahnmeisterei Gelsenkirchen sollte man aber runtergehen. Denn der Keller ist absolut sehenswert.

Unter der Autobahnmeisterei Gelsenkirchen neben der Ausfahrt A42 Gelsenkirchen-Bismarck liegt nämlich eine alte Bunkeranlage aus dem Kalten Krieg.

Wenn man zusammen mit Straßenwärterin Kirsten Schütz die alte Bunkeranlage betritt, landet man direkt in den Siebziger- und Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Obwohl die Räume nicht mehr als Bunker im eigentlichen Sinne genutzt werden, sieht alles so aus wie früher.

Duschen, Etagenbett-Pritschen und weitere Sitzplätze - ein Ort, der zur Zeit des Kalten Krieges als klassischer Ort des Schutzes genutzt wurde. Eine Gesamtfläche von 13 mal 13 Metern. Dementsprechend auch sehr zweckmäßig eingerichtet und nur mit dem Nötigsten ausgestattet: 36 Sitzplätze und 15 Liegeplätze.

Noch ein bisschen authentischer wird es im Arbeitsraum des Bunkers. Dort liegt diverser Technikkram und mittendrin auch eine alte Telefonanlage. Die brauchten die Autobahnmeistereien, um miteinander kommunizieren zu können.

Da im Kalten Krieg die Situation zwischen NATO und Warschauer Pakt jeden Augenblick zu eskalieren drohte, musste die Bundesrepublik reagieren können und für den absoluten Ernstfall gewappnet sein. Dazu gehörte auch die strategische Sicherung von Autobahnen. So auch die der A42.

Verteidigungsgesetz betrifft auch die A42

Durch die unmittelbare Nähe zur A42 war die Bunkeranlage unter der heutigen Autobahnmeisterei Gelsenkirchen vor allem für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gedacht.

Denn die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei hatten im Kalten Krieg eine besondere Aufgabe. Durch das Verkehrssicherstellungsgesetz hatten sie den Auftrag, im Verteidigungsfall die Straßen zu erhalten, die für die Kriegsführung notwendig waren.

A42 als Landebahn für Kampfflugzeuge

Und damit nicht genug: Die Autobahn selbst war im Kalten Krieg ein wichtiger Punkt. „Einzelne Teilstücke der Autobahnen waren als Landebahnen für Starfighter vorgesehen“, so Gerhard Dahmen von Straßen.NRW.

„Wir nutzen die Räume heute nur noch als Abstellkammer“, erklärt Straßenwärterin Kerstin Schütz. Und so bleibt auch nach dem Kalten Krieg noch ein Stück Geschichte erhalten. Direkt unter der viel befahrenen Autobahn im Ruhrgebiet.