Bauernaufstand

Trecker-Demo im Ruhrgebiet: Protest der Bauern verlief reibungslos - zumindest fast

Laut hupend rollten am Montag (25. November) hunderte Trecker durch NRW. Der Protest galt den Agrarplänen der Bundesregierung. Nun zieht die Polizei ein erstes Fazit nach dem Bauern-Konvoi - und das fällt überraschend positiv aus.

  • Am Montag (25. November) protestierten die Bauern wieder gegen die Agrarpolitik.
  • Mit mehr als 500 Treckern rollten sie in einem Konvoi durch NRW.
  • Autofahrer nahmen die Verkehrsbeeinträchtigungen nach Angaben der Polizei gelassen hin.

Trecker-Demo in NRW: Polizei zieht Fazit

Großer Verkehrseinsatz für die Polizei in NRW. Der Grund: Am Montag (25. November) protestierten die Bauern bundesweit erneut gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Auch im Ruhrgebiet waren deshalb mehr als 500 Trecker auf den Straßen unterwegs. Das sorgte für erhebliche Beeinträchtigungen im Verkehr.

Doch die Beamten, die am Montag im Einsatz waren, zeigen sich zufrieden. "Das befürchtete große Chaos blieb aus", heißt es von Seiten der Polizei Bochum. Doch nicht nur Bochum war von den Auswirkungen des Bauern-Konvois betroffen, sondern auch Unna, Dortmund, Münster und Hamm. In einer Sternfahrt kamen die Trecker aus allen Richtungen in NRW gefahren, um sich zu einer finalen Kundgebung am späten Nachmittag in Hamm zu versammeln. Das hätte auch beinahe geklappt.

Trecker-Demo sammelt sich in Dortmund

Denn bevor sich der Trecker-Konvoi in Hamm sammeln wollte, gab es einige Zwischenstationen, unter anderem in Dortmund. Gegen 12 Uhr kamen mehr als 200 Bauern aus Dortmund,Unna, Soest und Hagen auf dem Parkplatz am Remydamm zwischen Westfalenpark und Westfalenhalle zusammen. Hier wollte man auf die demonstrierenden Bauern aus Essen und Bochum warten, um dann gemeinsam in einem besonders großen Konvoi nach Hamm zu fahren.

Doch die Trecker-Demo aus Essen verspätete sich, weshalb die rund 200 Fahrzeuge sich verfrüht auf den Weg in Richtung Hamm machten. Das klappte auch noch soweit, wie unter anderem die Polizei Unna mitteilte. Nur für kurze Zeit kam es zu Stau auf der B1 und deren Zufahrtstraßen. Ganz anders sah es dann mit den verspäteten Traktoren aus, denn die kamen außerplanmäßig erst um 17 statt um 14 Uhr an.

Trecker-Konvoi aus Essen sorgt in Dortmund für Chaos

Und das bedeutet, sie gerieten genau in die Rush-Hour des Feierabendverkehrs im Ruhrgebiet. Gegen 17 Uhr musste die Polizei Dortmund mehrere Abfahrten an der A40 für den aus Essen kommenden Trecker-Konvoi sperren - unter anderem in Lütgendortmund und Oespel/Kley. Und damit war das Chaos komplett. Die Sperrungen führte zu kilometerlangem Stau bis nach Bochum.

Hinzu kam, das, anders als geplant, die Bauern mit ihren Traktoren nicht direkt weiter über die B1 in Richtung Hamm fuhren, sondern noch einen Zwischenstopp am Parkplatz an der Buschmühle in Dortmund einlegten. Und das schien den Landwirten nach dem ohnehin schon verspäteten Demo-Zug dann endgültig die Laune zu verderben. Gegen 19.30 Uhr löste sich der Protest vollständig auf. Die Polizei begleitete die übrig gebliebenen Trecker über dieB54, dieB1 und die B236 - weitgehend ohne Chaos und Stau.

Polizei richtet Bürgertelefon für die Zeit des Trecker-Konvoi ein

Wer jetzt denkt, viele Bürger hätten eventuell mit Unverständnis auf die Bauern-Demo reagiert und geflucht, weil sie deshalb stundenlang im Stau stehen mussten, hat sich getäuscht. Die meisten betroffenen Verkehrsteilnehmer hätten nachsichtig reagiert und sich geduldig gezeigt, heißt es von der Polizei Dortmund. Das mag unter anderem daran liegen, dass ein eigens für den Trecker-Konvoi geschaltetes Bürger-Telefon eingerichtet wurde.

Und das wurde auch gut angenommen, wie die Beamten mitteilten. Rund 60 Anrufe gingen bei der Polizei Dortmund ein, in Bochum waren es sogar über 100. Die meisten Anrufer ließen sich bei der Planung ihrer individuellen Heimfahrt in den Feierabend beraten, was auch äußerst gut funktionierte. "Störungen im Straßenverkehr ja - aber kein Verkehrschaos", lautet daher das Fazit der Einsatzkräfte im Ruhrgebiet.

Rubriklistenbild: © Lisa Bender/RUHR24