Aufruf gegen Polizeigewalt

18 Karat: Rapper klagt Vorgehen der Polizei Dortmund an - Mutter im Krankenhaus!

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Der Dortmunder Rapper 18 Karat ruft gegen Polizeigewalt auf.

Nachdem die Polizei Dortmund den Rapper 18 Karat (34) festgenommen hatte, schlägt dieser nun zurück. Auf Instagram hetzt er gegen das Verhalten der Dortmunder Polizei.

  • Der Dortmunder Rapper 18 Karat äußerte sich erstmals seit seiner Festnahme.
  • Bei der Festnahme sollen Beamten seine Mutter schwer verletzt haben.
  • Auf Instagram fordert er weniger Polizeigewalt.

Dortmund - Am 20. November (Mittwoch) stürmten mehrere SEK-Beamte verschiedene Wohnungen und Geschäftsräume in Dortmund. Darunter auch die Wohnung des Dortmunder Rappers 18 Karat. Der Verdacht: 18 Karat soll etwas mit dem versuchten Mord an einem Bandidos-Friseur aus der Dortmunder Innenstadt zu tun haben.

18 Karat klangt an: Polizei Dortmund soll seine Mutter schwer verletzt haben

Bevor die Beamten der Polizei den 34-Jährigen in einer Wohnung festnahmen, sollen sie im Vorfeld auch die seiner Mutter durchsucht haben. Dazu schreibt 18 Karat auf Instagram: "Das SEK ist, bevor es bei mir eingelaufen ist, bei meiner Mutter eingelaufen. In einer Wohnung, in der ich gar nicht lebe. Eine Wohnung, in der eine 60-jährige Frau Zuhause ist. Eine Wohnung, die nichts mit Drogen, Gewalt oder jeglicher Kriminalität auf dieser Welt zu tun hat."

Im Dunkeln brachen die Beamten dabei laut dem Rapper die Haustür auf. Seine Mutter sei durch die Geräusche wach geworden und dachte zuerst an einen Einbrecher, berichtet die Bild. Bei dem Einsatz sei jedoch seine Mutter schwer verletzt worden. Die Schuld gibt er ganz klar der Polizei. Diese soll die Frau nach einem kurzen Wortwechsel mit dem Fuß nach hinten gestoßen haben. Die Mutter sei daraufhin gestürzt und zog sich dadurch einen Wirbelbruch zu.

Auch 18 Karat soll bei der Festnahme verletzt worden sein

"Meine Mutter wurde letztendlich von einem Krankenwagen abgeholt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte schnell fest, dass ein Wirbel im unteren Rückenbereich gebrochen ist. Am nächsten Tag musste sie sogar operiert werden."

Die Beamten fanden 18 Karat daraufhin eine Etage höher in der Wohnung seiner Schwester in Dortmund. Dieser hatte bei ihr übernachtet. Auch der Musiker soll bei dem Einsatz verletzt worden sein. "Darüber will ich gar nicht reden, ich war ja die Zielperson, auch wenn ich mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun habe", so der Rapper.

18 Karat äußert sich nach der Festnahme auf Instagram

Auf Instagram prangert er nun öffentlich das Verhalten der Polizei Dortmund an und fordert seine Fans auf, gegen Polizeigewalt vorzugehen. "Ich lasse das nicht auf mir sitzen und fordere euch alle dazu auf, mit mir gegen Polizeigewalt zu protestieren. Es hätte jede andere Mutter, die einen Sohn hat, dem eine Straftat vorgeworfen wird, treffen können."

Dazu postete er ein blaues Bild mit dem Hashtag #gegenpolizeigewalt und fordert die User auf, auf sämtlichen sozialen Plattformen den Text und das Hashtag zu verbreiten. Und das lassen sich die User nicht zweimal sagen. Hunderte Male wurde das Foto auf Instagram von seinen Fans geliked und geteilt.

Fernsehkoch und Rapper äußern sich zum Vorwurf von 18 Karat

In den Kommentaren unter dem Post von 18 Karat auf Instagram tummeln sich aber nicht nur Genesungswünsche für die Mutter. Vor allem viele Prominente und Rapkollegen äußern sich zu den Vorwürfen. Vor allem eines sticht heraus: Immer wieder wird die Abkürzung ACAB ("All Cops Are Bastards") genannt. Diese abwertende Bezeichnung ist besonders in der Rap- und Punkszene beliebt.

  • Fernsehkoch Attila Hildmann (38) schreibt: "Wie ich immer sage, die echten Kriminellen in dieser Gesellschaft sitzen ganz woanders, nicht nur in der Politik, man hat es ja bei dem Einsatz bei dir gemerkt, wo sie noch stecken! Erbärmlich sowas einer alten Dame anzutun!"
  • Rapper King Khalil (29) schreibt: "ACAB"
  • Rapper Sinan-G (32) schreibt: "Wallah weiss nur zu gut wie du dich fühlst."

Einige Rapper, beispielsweise Farid Bang (33), haben die Geschichte auf Instagram in ihren Storys geteilt, um auf das angebliche Verhalten der Dortmunder Polizei aufmerksam zu machen.

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Was geht ab Leute? Ich hoffe bei euch ist alles gut. Bei mir leider nicht. Ich war in den letzten Tagen inaktiv und wollte die Sache ruhen lassen. Wie viele von euch bestimmt schon mitbekommen haben, ist am Mittwoch das SEK bei mir rein gestürmt. Ich werde mich in diesem Statement nicht dazu äußern weswegen, weil es mir nicht um mich geht. Für mich ist der Konflikt mit dem Gesetz nichts Neues. Wie ihr wisst, bin ich leider kein unbeschriebenes Blatt. Meine Manager haben sämtliche Rapportale darum gebeten, die Sache nicht öffentlich zu machen. Manche haben sich daran gehalten, andere nicht. Da ihr jetzt eh schon wisst, was Sache ist, möchte ich euch etwas erzählen. Das SEK ist, bevor es bei mir eingelaufen ist, bei meiner Mutter eingelaufen. In einer Wohnung, in der ich gar nicht lebe. Eine Wohnung, in der eine 60 jährige Frau Zuhause ist. Eine Wohnung, die nichts mit Drogen, Gewalt oder jeglicher Kriminalität auf dieser Welt zutun hat. Bei dem Einsatz wurde meine Mutter schwer verletzt. Es sind noch weitere Dinge vorgefallen, die ich hier nicht öffentlich ausbreiten möchte. Wir haben nämlich die Anwältin Arabella Pooth beauftragt, für meine Mutter Strafanzeige zu erstatten und ich will jetzt die laufenden Ermittlungen nicht gefährden. Rückfragen bitte an sie. Meine Mutter wurde letztendlich von einem Krankenwagen abgeholt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte schnell fest, dass ein Wirbel im unteren Rückenbereich gebrochen ist. Am nächsten Tag musste sie sogar operiert werden. Ich poste diesen Text, weil ich möchte, dass ihr alle seht, wie unfair so ein Einsatz an einer unschuldigen Frau ausgeübt wurde. Ich lasse das nicht auf mir sitzen und fordere euch alle dazu auf, mit mir gegen Polizeigewalt zu protestieren. Es hätte jede andere Mutter, die einen Sohn hat, dem eine Straftat vorgeworfen wird, treffen können. Sie kann sich die nächsten 3 Monate nicht mehr richtig bewegen und ich sehe es als Pflicht, gegen sowas anzukämpfen. Ich bitte euch alle darum, dass ihr mit mir seid und auf jeglichen Medien diesen Text hier verbreitet. Egal wie, benutzt dabei bitte immer den #gegenpolizeigewalt Mit freundlichen Grüßen euer angeblicher „Ivo“

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Verdacht gegen 18 Karat konnte nicht bestätigt werden

18 Karat wurde nach der Verhaftung noch am selben Tag wieder frei gelassen. "Die beiden Tatverdächtigen haben von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Auch die Durchsuchungsmaßnahme der Wohnung konnten den Tatverdacht gegenüber den beiden nicht erhärten. "Somit konnte der Anfangsverdacht nicht nachgewiesen werden", bestätigt Henner Kruse von der Staatsanwaltschaft Dortmund gegenüber RUHR24.

Laut der Aussage von 18 Karat, habe seine Mutter über ihre Anwältin mittlerweile eine Strafanzeige gegen die Beamten der Polizei Dortmund erstattet.

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