Er fordert zur Diskussion auf

Neues Video von Xavier Naidoo aufgetaucht: Sänger vergleicht Fridays for Future mit dem Antichristen

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In einem neuen Video auf Twitter hetzt Xavier Naidoo gegen Fridays for Future.

Xavier Naidoo macht nun mit einem neuen Video von sich Schlagzeilen. In dem kurzen Clip vergleicht er Fridays for Future mit dem Antichristen.

  • In einem Video singt Xavier Naidoo fremdenfeindliche Zeilen.
  • RTL warf den Sänger anschließend aus der DSDS-Jury.
  • Er macht nun mit einem neuen fragwürdigen Video von sich reden.

Update, Donnerstag (23. April), 21.58 Uhr: Wieder einmal macht Xavier Naidoo mit einem Video über Verschwörungstheorien von sich reden. Diesmal spricht der Künstler von Adrenochrom. Dabei sol eine "Elite von Menschen" weltweit unterirdisch Kinder gefangen halten, um das Adrenochrom aus dem Körper der Kinder zu extrahieren.

Update, Sonntag (15. März), 16.30 Uhr: Köln - Xavier Naidoo (48) macht erneut mit einem kuriosen Video von sich reden. Nach der Strafanzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung kehrt er mit einem neuen Video von sich zurück. Das Video soll bereits im September vergangenen Jahres aufgenommen worden sein. In dem kurzen Clip bezieht er Stellung zur Bewegung rund um Fridays for Future.

In dem Video heißt es: "Es ist heute der 20. September, ein sogenannter Friday for Future, FFF. Dreimal F. F ist am sechsten Platz im Alphabet. Dreimal F in dem Fall. 666. Da weiß man auch wieder, wer dahinersteckt." Gemeint ist damit die biblische Zahl 666, die in der Bibel für den Antichristen steht. Xavier Naidoo, der nicht an das Coronavirus glaubt, beschreibte sich in der Vergangenheit selbst mehrfach als überzeugten Christen.

Xavier Naidoo fordert Klimaforscher zum Gespräch um

In einem anderen Teil des Videos zieht der 48-Jährige über den Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber (69) und den Astrophysiker und Wissenschaftsjournalisten Harald Lesch (59) her. Er bezeichnete die beiden als Lügner. Die beiden sollen auf jeden Fall von dem Sänger "noch zu hören bekommen".

Xavier Naidoo ist sich sicher: "Ich denke, ich kriege das vielleicht hin, dass der Oliver Janich und ich mit denen mal eine kleine Debatte, eine Diskussion führen können. (...) Möge der Bessere gewinnen, der mit den Fakten."

Update, Samstag (14. März), 11.17 Uhr: Für Xavier Naidoo (48) kommt es nach seinem Skandalvideo knüppeldick. Der Sänger hat nicht nur seinen Job in der DSDS-Jury verloren. Jetzt ist auch noch Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen den 48-Jährigen eingegangen.

Xavider Naidoo: Firma "Human Blood" erstellt Strafanzeige nach Skandalvideo

Gestellt hat die Anzeige die Modefirma "Human Blood". Die hat sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, "durch Kleidung ein klares Statement gegen Rassismus zu setzen und eine Botschaft zu verbreiten".

Gegenüber Bild bestätigte die Staatsanwaltschaft Köln den Eingang der Strafanzeige gegen Xavier Naidoo, in dessen Konzert in Dortmund sich jetzt sogar die AfD einmischt. Zunächst werde nun die Zuständigkeit geprüft. Denn der Wohnort des Sängers ist Mannheim und nicht Köln. Erst danach werde darüber entschieden, ob das Skandalvideo den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

Update, Donnerstag (12. März), 17.10 Uhr: Auch nach heftigen Diskussionen im Internet zwischen Zuschauern und Promis bekräftigt RTL die Entscheidung, Xavier Naidoo aus der Jury von DSDS geschmissen zu haben.

RTL mit deutlicher Aussage: Deshalb ist Xavier Naidoo kein DSDS-Coach mehr

In einem Statement des TV-Senders bezüglich des Videos und des darauffolgenden Rauswurfs heißt es: "Xavier Naidoo ist auf unser Angebot, seine missverständlichen und widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären, bis heute nicht eingegangen". 

Dabei seien den Verantwortlichen die Reaktionen nicht entgangen. "Wir sehen an den vielen Reaktionen, dass das Thema bewegt, deshalb hätten wir eine unmittelbare, öffentliche Diskussion mit ihm gut gefunden. Das ist für uns Meinungsfreiheit", erklärt RTL. 

Update, Mittwoch (11. März), 21.30 Uhr: Nachdem Xavier Naidoo zumindest am kommenden Samstag (14. März) kein Teil der DSDS-Jury sein wird, wie wird es da mit der Sendung weiter gehen? Zumindest die Frage nach einem Ersatz für den Sänger konnte nun geklärt werden.

"Wir werden an diesem Samstag erstmal mit den drei verbliebenen Juroren in die Liveshows gehen", erklärte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer gegenüber Bild. Wie es darüber hinaus mit der Show weitergehen wird, ist jedoch noch unklar - RTL ruderte in seiner Erklärung schließlich wieder zurück.

Update, Mittwoch (11. März), 20.43 Uhr: Rudert RTL nun wieder zurück? Auf der Twitterseite von RTL heißt es nun, dass Xavier Naidoo lediglich am Samstag nicht Teil der DSDS-Jury sein wird. In einer ersten Pressemitteilung hieß es, dass der Sänger ab kommenden Samstag kein Teil der Liveshow sein wird. 

Die Aussage wurde jedoch auf der Internetseite des Senders wieder geändert. Dort es heißt es nur noch: "Xavier Naidoo ist ab sofort nicht mehr Teil der DSDS-Jury und wird am Samstag nicht mehr am Jurytisch sitzen." Zuvor hieß es noch, dass er ab Samstag (14. März) nicht mehr dabei wäre. Klingt, als ob RTL nun doch einen Rückzieher macht.

Update, Mittwoch (11. März), 20.15 Uhr: Auch Til Schweiger (56) kann die Aufregung um das fremdenfeindliche Video um Xavier Naidoo scheinbar nicht nachvollziehen. Er kommentierte das Statement auf Instagram mit "100%". Ganz zum Leidwesen anderer User der Plattform, die sich unter dem Kommentar des Schauspielers beschweren.

  • tweeny antwortet: "Der nächste ohne Rückgrat, aber diesmal keine Überraschung."
  • smn.nicole antwortet: "Kannst du nicht bringen Til, dafür bist du zu intelligent. Hast du das Video gesehen und gehört, was er gesagt hat? Ob 2018 oder 2020 macht keinen Unterschied. Es ist und bleibt eine rassistische/Verschwörungstheoretische Schei..e!"

Auch die Deutschrapperin Nura (31) spricht Til Schweiger direkt an: "auch und du ey halt dich einfach bedeckt ok." 

Update, Mittwoch (11. März), 19.05 Uhr: Drastische Reaktion von RTL. Nachdem heute ein Video von Xavier Naidoo viral gegangen ist, in dem er sich fremdenfeindlich äußerte, wird nun die Konsequenz gezogen.

Wie RTL in einer Pressemitteilung erklärt, wird der Mannheimer Sänger nicht mehr Teil der DSDS-Jury sein. Dem Sender sei er zu vielen Antworten schuldig und auch sein Statement auf Instagram hätten nicht die Antworten geliefert, die der Sender aus Köln gerne gehabt hätte.

RTL schmeißt Xavier Naidoo aus der DSDS-Jury

"RTL steht für Vielfalt im Programm. Wir sind Verfechter der Meinungsfreiheit. Dazu gehört aber auch, dass wir jede Form von Rassismus und Extremismus entschieden ablehnen. Die jetzt aufgetauchten Videos von Xavier Naidoo haben uns massiv irritiert. Unsere Bitte, seine Äußerungen im Dialog und live bei RTL persönlich und öffentlich zu diskutieren und zu erklären, hat er bislang unbeantwortet gelassen", so Jörg Graf, Geschäftsführer von RTL.

Daher habe sich der Sender entschieden, ihn für die kommenden Liveshows von DSDS auszuschließen. Die Liveshows der Castingshow starten am 14. März. Dieser wird sich Xavier Naidoo wohl vom Sofa aus anschauen müssen.

Update, Mittwoch (11. März), 16.20 Uhr: Auch der Musiker Smudo (52) äußerte sich zu dem fragwürdigen Video von Xavier Naidoo - und greift zu drastischen Worten. Der Sänger der "Fantastischen Vier" zu Bild: "Ich kenne Xavier Naidoo leider nicht gut genug um beurteilen zu können, wie er wirklich tickt. Aber wir Künstler haben, ob wir wollen oder nicht, gerade nach Hanau, eine besondere Verantwortung mit dem, was wir von uns geben. Denn das Umfeld macht die Musik."

Mit seinem Status als Vorzeige-Migrant beglaubige Xavier Naidoo die falschen Thesen von Rechten, so Smudo. Daher fordere der Sänger auch ein Auftrittsverbot bei dem Sender RTL.

Update, Mittwoch (11. März), 16 Uhr: Die ersten Reaktionen auf das Statement von Xavier Naidoo und seinem Management sind auf Instagram gespalten. Während der Sänger MaximNoise, Schauspieler und Sänger Tom Beck (42) und Tänzer Massimo Sinato (39) mit dem Hashtag #onelove den Sänger unterstützen, kritisieren andere die Aussagen.

So heißt es in den Kommentaren "Jeder erlaubt sich rassistische Sche... von sich zu geben, um dann nach einem Shitstorm wieder zurückzurudern und so zutun, als sei das alles nicht so gemeint gewesen" oder "die Aussagen waren eindeutig. Da gibt es rein gar nichts falsch zu verstehen."

Erstmeldung, Mittwoch (11. März), 15.30 Uhr: Harte Aussagen des Sängers Xavier Naidoo (48). Von dem DSDS-Juror ist ein Video im Internet aufgetaucht, in dem er fremdenfeindlich Äußerungen in einem Lied von sich gibt. 

Xavier Naidoo äußert sich fremdenfeindlich in einem kurzen Video auf Twitter

Das Video tauchte am Dienstagabend (10. März) auf Twitter auf. Zu sehen: Xavier Naidoo in einem orangefarbenen Pullover mit grauem Cardigan, Brille und Mütze. In dem kleinen Video singt er in die Kamera - und verwundert mit seinen Aussagen.

So singt er, dass "fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt." Weiter heißt es: "Ihr seid verloren, ihr macht nicht mal den Mund für euch auf." Am Ende droht der Musiker: "Dann muss ich harte Worte wählen, denn keiner darf meine Leute quälen. Wenn doch, der kriegt's mit mir zu tun." 

Stammt das umstrittene Lied von Xavier Naidoo von seinem neuen Album?

Und es geht noch weiter: "Ihr seid verloren, macht nicht einmal den Mund für euch auf. So nehmen Tragödien ihren Lauf. Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden." Was es mit dem Video auf sich hat, ist bislang nicht klar. Auch nicht, wie das Video bei Twitter landen konnte. 

Jedoch ist kurze Zeit später ein weiteres Video des 48-Jährigen im Internet aufgetaucht. In diesem richtet er sich an die Menschen mit "Wir sind mehr"-Plakaten. "Doch in Wahrheit seid ihr einfach nur peinlich und deutschlandfeindlich, denn ihr seid leer", so der Sänger in dem Video. 

Der Ursprung des zweiten Videos ist da schon ein wenig klarer. Das Video soll aus einem Chat der Messenger-App Telegram stammen. Ein Nutzer mit dem Namen Xavier N. soll das Video verschickt haben. Dieser kündigt in dem Chat an, dass das Lied ein Ausschnitt zu seinem neuen Album "Hin und weg 2" sei. Das Album soll demnach "heftig und sehr patriotisch" werden.

Sender RTL auf Twitter mit Statement zu Xavier Naidoo

Ob es sich bei der Person wirklich um Xavier Naidoo handelt, ist jedoch nicht klar. Derzeit sitzt er in der Jury von DSDS auf RTL. Auch der Sender äußerte sich mittlerweile bei Twitter und bezieht Stellung zu den Vorwürfen anderer User. Das sind die Äußerungen von RTL:

  • 1. Wir distanzieren uns von jeglicher Form von Rassismus. 
  • 2. Auch wir sind irritiert von dem aufgetauchten Video. 
  • 3. Wir erwarten klare Antworten von Xavier.

Für diese Aussagen wird der Sender jedoch stark kritisiert.

Xavier Naidoo steht seit Jahren wegen seiner politischen Ansichten in der Kritik

  • Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen, antwortet: "Ich denke Xavier Naidoo hat in den letzten Jahren genug Antworten gegeben, was sein Verhältnis zu Demokratie, Antisemitismus und Menschenrechten angeht."
  • Oliver Rautenberg antwortet: "Wo wart ihr denn die letzten 20 Jahre? Die Haltung Naidoos war euch doch bisher auch schnurzenpiep."
  • Worthless Worm antwortet: "Er hat schon, gut dokumentiert, bei Reichsbürger-Demos gesungen, bevor er in der DSDS-Jury saß. Ihr hättet also wissen können, wen ihr da ins Boot holt."

Video: Xavier Naidoo privat: Familie, Ehefrau, Karriere - So lebt das Ausnahmetalent abseits von DSDS

Bereits seit Jahren steht Xavier Naidoo wegen seiner politischen Ansichten in der Kritik. Im Song "Marionetten" von 2017 den er mit seiner Band "Söhne Mannheims" gesungen hat, singt er von "Volksvertretern", die eigentlich "Volks-in-die-Fresse-Treter" seien. "Wenn ich so einen in die Finger kriege, dann reiße ich ihn in Fetzen", droht der Sänger Politikern an.

"Söhne Mannheims"-Sänger Xavier Naidoo tritt auf Demo der Reichsbürger auf

Dass der 48-Jährige mit den Reichsbürgern sympathisiert, ist schon länger bekannt. Im Jahr 2011 feierte die teils rechte Gruppierung den Sänger für seine Aussagen im ARD-Morgenmagazin. Dort sagte er: "Wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land. Deutschland hat keinen Friedensvertrag und dementsprechend ist Deutschland auch kein echtes Land und nicht frei."

Der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo sorgte schon häufiger für Ärger mit seiner politischen Denkweise.

Diese Behauptungen sind die Kernansichten der Reichsbürger. Unvergessen ist auch sein Auftritt 2014 auf einer Demonstration der Reichsbürger in Berlin, auf dem er eine Rede hielt. Mittlerweile äußerte sich der Sänger und sein Management auf Instagram in einem Statement zu den Vorwürfen.

Xavier Naidoo äußert sich auf Instagram zu den Vorwürfen

Dort heißt es: "Xavier Naidoo hat ganz entschieden Vorwürfe wegen eines in den sozialen Medien zirkulierenden Kurz-Videos mit einem Text auf dem Jahre 2018 zurückgewiesen. Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit sind ihm völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußert."

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#onelove

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Auch Xavier Naidoo, dessen Konzert in Dortmund jetzt aufgrund seiner Äußerungen abgesagt werden soll, meldet sich in dem Statement zu Wort. Er würde sich seit Jahren aus Überzeugung gegen Ausgrenzung einsetzen. "Das bedeutet für mich aber auch, dass alle in der Verantwortung sind, wachsam gegenüber Angriffen auf ein friedliches Miteinander aller Menschen zu sein, egal aus welcher politischen Richtung und ungeachtet der Herkunft."

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