RTL und Sat.1

Quoten-Flop von ARD und ZDF bei WM in Katar: RTL und Sat.1 reagieren

Katastrophe in Katar: Deutlich weniger Menschen schalten die WM auf ARD oder ZDF ein. RUHR24 hakt nach, was das für die privaten Sender bedeutet.

Dortmund – Obwohl immer noch Millionen Menschen zur WM das Erste oder Zweite einschalten, ist die Zahl der Zuschauer drastisch gesunken. Rund 25 Millionen Menschen haben sich zur vergangenen WM in Russland das erste Gruppenspiel Deutschlands im TV angeschaut. Das erste Spiel in Katar guckten ganze 16 Millionen weniger Menschen. Gegenüber RUHR24 zeigte sich die ARD als „nicht glücklich mit den bisherigen Zuschauerzahlen bei der WM“. Doch wie sieht es mit den privaten Sendern aus?

RTL und Sat.1 mit Programm und Einschaltquoten während der WM 2022 in Katar zufrieden

Auf Anfrage von RUHR24 melden sich RTL und Sat.1 zu Wort. Die privaten Sender scheinen mit ihren Einschaltquoten momentan mehr als zufrieden zu sein. Offenbar ist es für viele spannend zu erfahren, wie die beiden Sender auf die schlechteren Quoten von ARD und ZDF reagieren.

Ob der Sender in Zeiten der WM nun Programmänderungen vornimmt, beantwortet RTL mit Zufriedenheit über das aktuelle Geschehen im Fernsehen.

Sat.1 setzt während der WM in Katar auf „Promi Big Brother“ zur Prime Time

Es seien zwar keine Programmänderungen geplant. Allerdings versucht der Sender RTL mit frischem Programm zu locken: „Noch in der WM-Zeit starten wir übrigens eine neue Staffel von ‚Lego Masters‘, zeigen eine weitere Ausgabe von ‚Der Preis ist heiß‘, präsentieren ‚Menschen, Bilder, Emotionen‘ und starten die neue Quizshow ‚Ohne Limit‘.“

Sat.1 wiederum beteuert, das aktuelle Programm sei kein Zufall: „SAT.1 lädt seine Zuschauer während der WM jeden Tag zu ‚Promi Big Brother‘ ein. Mit Erfolg.“ Beide Sender sind gegenüber RUHR24 also positiv auf die Einschaltquoten während der WM zu sprechen. Auffällig ist der Anstieg des Frische-Anteils des Senders Sat.1 seit Beginn der WM (mehr TV-News bei RUHR24 lesen).

Private Sender wie RTL und Sat.1 müssen sich trotz oder genau wegen der WM keine Sorgen über Einschaltquoten machen.

Laut eines DWDL.de-Vergleichs ist dieser Anteil neuer Inhalte auf den meisten privaten Sendern seit der WM leicht gesunken. Sie setzen zur Prime-Time in Zeiten der Fußball-WM also eher auf Wiederholungen.

Sat.1 hingegen sticht mit einem Anstieg von 3 Prozent zum Vormonat Oktober heraus. Das liegt laut des Vergleichs vor allem an der Ausstrahlung des Formates „Promi Big Brother“. Der Frische-Anteil des Senders war im November bei etwa 65 Prozent.

Sat.1 und RTL punkten mit Erstausstrahlungen während WM – kommen an ARD aber nicht ran

Bei RTL sank die Zahl der Neu-Produktionen zur Prime-Time im November. So wurden im Oktober noch 98 Prozent Erstausstrahlungen gezeigt. Trotzdem ist RTL mit 74 Prozent Frische-Anteil im November nach Angaben von DWDL.de auf Platz 1 unter den privaten Sendern. Es sieht so aus, als funktioniere diese Strategie der Privaten in der Konkurrenz zu ARD und ZDF, die mit einem Frische-Anteil von über 90 Prozent punkten.

ARD und ZDF haben die Rechte von insgesamt 48 Partien der WM eingekauft und sich mehr Einschaltquoten erhofft. Dabei sind Gebührengelder in Höhe von etwa 214 Millionen Euro entstanden, was viele Menschen bezüglich der Menschenrechtsverletzungen in Katar scharf kritisieren. Trotzdem schauten noch über 9 Millionen Menschen das Auftaktspiel Deutschlands in der vergangenen Woche.

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