30 Anwälte wollten Ausstrahlung verhindern +++ Team Wallraff ermittelt in Kliniken

ARCHIV - 30.08.2016, Hamburg: Der Journalist Günter Wallraff kommt zu der RTL-Programm-Präsentation 2016/17. (zu dpa "Streit um Undercover-Recherche in Klinik: Gericht gibt RTL Recht" vom 27.11.2018) Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
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ARCHIV - 30.08.2016, Hamburg: Der Journalist Günter Wallraff kommt zu der RTL-Programm-Präsentation 2016/17. (zu dpa "Streit um Undercover-Recherche in Klinik: Gericht gibt RTL Recht" vom 27.11.2018) Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Das Team Wallraff hat eineinhalb Jahre lang in mehren Psychiatrien ermittelt. Die haben desaströse Zustände erlebt. Die Sendung wird am Montag ausgestrahlt.

Für die neueste Ausgabe von "Team Wallraff", die am Montag (18. März) auf RTL ausgestrahlt wurde, hatte sich das Team um Günter Wallraff undercover in Psychiatrien und in die Jugendhilfe eingeschleust. Sie gingen dort Hinweisen auf untragbare Zustände nach.

Update, Dienstag (19. März), 16.34 Uhr: Viele Juristen versuchten den Ausstrahlungstermin von der Reportage "Team Wallraff" zu verhindern. "Es ist bisher noch nie in dieser Massivität versucht worden, die Sendung im Vorhinein zu verhindern", schrieb Günter Wallraff bei Facebook. Bis zum Mittag des Ausstrahlungstags seien fast 30 juristische Androhungen bei dem Sender eingegangen.

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Update, Dienstag (19. März), 10.15 Uhr: Bei den 14- bis 59-jährigen Zuschauern erreichte die Reportage einen Marktanteil von 13 Prozent. Bei den 14-49-Jährigen sogar einen Anteil von 16,9 Prozent.

Mit der Reportage "Team Wallraff" holte sich RTL zudem den Tagessieg vor dem ZDF (10,4 Prozent), Pro7 (8,1 Prozent) und Sat1 (7,5 Prozent).

Ursprungsmeldung, Montag (18. März): Und tatsächlich: Bei ihren mehr als einjährigen Recherchen erleben die Reporter in mehreren Häusern zum Teil haarsträubende Missstände bei der Betreuung und Behandlung der Bewohner.

Patienten schlafen auf dem Klinik-Flur

Sie treffen oft verzweifelte und traumatisierte Patienten und auf Personal, das oft an seine Grenzen stößt. Sie dokumentieren viele Fälle von Überbelegung und werden Zeuge von Patienten, die auf dem Flur schlafen müssen. Einzelnen Patienten werden sogar gegen ihren Willen heimlich Medikamente verabreicht. Auch die zweifelhafte Fixierung von Patienten bekommen sie mehrfach mit.

In einer Klinik äußern die Betreuer den Verdacht, dass ältere Menschen dort zum Teil mit einer möglicherweise falschen Diagnose festgehalten werden, weil das lukrativ sei und Pflegeeinrichtungen fehlen.

Bewohner werden weggesperrt

In einer Jugendeinrichtung stoßen sie auf einen Deeskalationsraum, in dem die Bewohner scheinbar weggesperrt und nicht wie vorgeschrieben betreut werden. Die Reporter ermitteln bei ihren Einsätzen in den folgenden Kliniken: Psychiatrie im Klinikum Frankfurt Höchst, Furtbach-Krankenhaus in Stuttgart, Vivantes Klinikum Spandau in Berlin und Case Projekt in der Jugendhilfeeinrichtung in Wanderath.

Es scheint, als habe "Team Wallraff" in ein Wespennest gestochen. Nie zuvor wurde die Redaktion im Vorfeld mit so vielen Abmahnungen und anderen juristischen Androhungen überzogen. Die Rechtsabteilung des Kölner Senders zählte bis zum Mittag des Ausstrahlungstags 26 Eingaben.