Tatort (ARD): Hexenjagd und Magie - so viel Wahrheit steckt wirklich dahinter

Hexenjagd und Magie waren die Themen im jüngsten Tatort der ARD. Foto: dpa
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Hexenjagd und Magie waren die Themen im jüngsten Tatort der ARD. Foto: dpa

Der Stuttgarter Tatort faszinierte die Zuschauer vor den Bildschirmen. Dabei ist Magie, Zauber und Hexenverfolgungen gar nicht so abwegig. Hier die Infos.

Gestern Abend (29. September) faszinierte der Stuttgarter Tatort "Hüter der Schwelle" die Zuschauer vor den Fernsehbildschirmen. Dabei bekamen es die Ermittler in Möhringen bei Stuttgart mit Magie und Hexenjagd zu tun. Frei erfunden ist das Drehbuch aber nicht gewesen. Hinter der Geschichte steckt nämlich mehr Wahrheit, als man denkt.

  • Tatort-Kommissare stoßen in Möhringen auf Magie und Hexenverfolgungen.
  • Jeder sechste Einwohner stand im Jahr 1662 unter Verdacht der Hexerei.
  • Abergläubischer Versuch einer Straftat ist heutzutage jedoch straffrei.

Tatort (ARD): Spur führt Ermittler nach Möhringen ins Jahr 1662

Auf der Brust eines toten Studenten wurde ein okkultes Symbol gefunden. Die Ermittlungen in dem Fall führen die beiden Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller, 64) und Sebastian Bootz (Felix Klare, 40), die im wahren Leben gutes Geld verdienen würden, zu einem Magier, einer Hexe und zu einer Hexenverbrennung im Jahr 1662.

Das ist gar nicht so abwegig: In Möhringen im Jahr 1662 stand rund jeder sechste Einwohner unter Hexereiverdacht. Dabei ging es immer wieder um die selben Delikte: Teufelspakt, Unzucht mit dem Teufel, Flug mit einem Besen durch die Luft, Teilnahme am Hexensabbat und Schadenszauber.

Wie auch im Tatort in der ARD, von dem Schauspieler Heinz Hoenig nicht überzeugt ist, stand im Jahr 1662 ein Mann im Mittelpunkt: Der Rechtsadvokat Daniel Hauff.

Rechtsadvokat stellt jeden sechsten Einwohner unter Verdacht - viele wurden lebendig verbrannt

Die Geschichte der Hexenverfolgung in Möhringen beginnt mit dem Weberssohn Hans Elsäßer. Dieser hatte herumerzählt, er habe die Hexerei von einem ehemaligen Knecht seines Vaters erlernt.

Zwei Wochen nach der Verhaftung Elsäßers nahm sich Hauff der Hexenverfolgung an, insgesamt gab es 375 Verdächtige in diesem Fall. Am Ende wurden 32 Menschen ermordet, viele von ihnen wurden bei lebendigem Leibe verbrannt.

1665 endete die Verfolgungswelle mit dem Tod von Hauff. Wahrscheinlich ist, dass Hauff der Oberschicht mit seinen Hexenverfolgungen zu nahe kam und deshalb den Gifttod sterben musste.

Abergläubischer Versuch ist nicht strafbar

In der heutigen Zeit gibt es Hexenverfolgungen nur noch in Afrika, Südostasien und Lateinamerika. Was in Deutschland jedoch vor Gericht strafbar ist, ist der Schadenszauber, darunter fällt zum Beispiel auch Voodoo.

Dieser gilt nach §§ 22, 23 StGB als untauglicher Versuch. "Der Begriff untauglicher Versuch bedeutet, man versucht etwas, was aber nicht geht, und das ist im Prinzip auch strafbar", so Jurist Frank Bräutigam in der Bild-Zeitung.

Aber: "Hier handelt es sich um den sogenannten abergläubischen Versuch. Auch diesen Begriff findet man in den juristischen Kommentaren, man sagt aber, das ist nicht strafbar. Das ist etwas Übersinnliches, das außerhalb der Strafrechtsordnung steht."

Übrigens bekommt ARD-Moderator Jan Hofer regelmäßig Drohungen und sogar Morddrohungen. Mittlerweile geht der 69-Jährige allerdings gelassen damit um.