Kandidaten für neue Shows gesucht

Sat.1 begeht wieder gleichen Fehler wie RTL: Comeback verheißt nichts Gutes

Der TV-Sender Sat.1 wirft sein TV-Programm erneut um. Gleich mehrere Kult-Sendungen soll es dann in neuem Gewand geben. Eine lief zuvor bei RTL.

Deutschland – Fans von Rate- und Spielshows der letzten Jahrzehnte werden demnächst voll auf ihre Kosten kommen, denn auf Sat.1 soll es vier Klassiker in einer Neuauflage geben. Und die Zuschauer können dabei sogar selbst aktiv werden.

TV-SenderSat.1
GründungJanuar 1984
EigentümerProSiebenSat.1 Media
EmpfangAnalog und digital: Kabel; Antenne, Satellit, Livestream

Sat.1 ändert Programm und bringt Kult-Shows zurück ins TV – aber nur für begrenzte Zeit

Schon lange vor der längst bekannten Quizshow „Wer wird Millionär“ auf RTL mit Moderator Günther Jauch gab es TV-Sendungen, in denen Kandidaten ihr Wissen unter Beweis und um einen Hauptgewinn spielen konnten. Immer wieder versuchen Sender einige Zeit später, solchen Formaten neues Leben einzuhauchen – allerdings nicht immer mit Erfolg. Sat.1 will nun einen neuen Versuch starten.

Gleich vier Kult-Sendungen sollen es in das TV-Programm von Sat.1 schaffen. Eine Sendung dürfte den Zuschauern von Konkurrent RTL bereits bekannt sein. Die TV-Show „Jeopardy“ lief bis vor Kurzem noch auf dem Spartensender RTLup mit „Let‘s Dance“-Juror Joachim Llambi als Moderator. Nun will auch Sat.1 eine Neuauflage anbieten, wie der private TV-Sender in einer Pressemitteilung erklärt.

Demnach soll „Jeopardy“, bei dem die Kandidaten die passenden Fragen zu den vorgegebenen Antworten nennen müssen, Teil eines vierwöchigen TV-Events sein. Dabei zeigt Sat.1 „vier Kult-Shows in leicht modernisierten Prime-Time-Ausgaben“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Und allzu lange gedulden müssen sich die Zuschauer nicht. Schon im Winter 2022/23 soll es so weit sein.

Sat.1 zeigt „Jeopardy“ – Kultshow lief bereits bei Konkurrent RTL

Dazu gehört neben „Jeopardy“ auch die TV-Show „Die Pyramide“, bei der nicht nur Zuschauer als Kandidaten antreten können, sondern auch Prominente. Gemeinsam bilden Kandidat und Promi ein Team und erklären sich – ähnlich zu dem Brettspiel Tabu – gegenseitig Begriffe, allerdings dürfen sie nur Worte und Gesten nutzen. Wer teilnimmt, spielt aber neben der Ehre auch um einiges Geld. Zu sehen war die Show zuvor zwischen 1979 und 1994 im ZDF.

Die TV-Show „Die Pyramide“ lief von 1979 bis 1994 im ZDF mit Moderator Dieter Thomas Heck (m.)

Die dritte Kult-Sendung, die es künftig in das TV-Programm von Sat.1 schafft, ist „Die Gong Show“, die vom Prinzip ein wenig an Formate wie „Das Supertalent“ erinnert. Kandidaten dürfen ihr Talent bei Gesang, Tanz, Akrobatik oder anderen kreativen Aktivitäten präsentieren. Der Unterschied zur bekannten RTL-Show mit Dieter Bohlen: Der Buzzer bedeutet nicht, dass man eine Runde weiter kommt, sondern, dass die Jury den Auftritt dadurch mit sofortiger Wirkung beendet.

Abgerundet wird das vierwöchige Kult-Programm von der Show „Dating Game - Wer soll dein Herzblatt sein?“ in Sat.1. Dabei geht es weniger darum, das meiste Geld zu gewinnen, als viel mehr das Herz einer auserwählten Person – und das ganz ohne sich zu sehen. Denn überzeugt werden kann die Person auf der anderen Seite der Wand lediglich mit den richtigen Worten. Einigen Zuschauern dürfte dieses Prinzip von der Sat.1-Sendung „Herzblatt“ mit Moderator Kai Pflaume noch bekannt sein.

Sat.1 verkündet Programm-Änderung für Kult-Shows – Kandidaten gesucht für verschiedene Formate

Wer bei den Shows nicht nur zuschauen, sondern auch teilnehmen möchte, der kann sich aktuell online als Kandidat bewerben. Der bislang einzige bekannte Drehtag soll nach Angaben von Sat.1 am 1. Dezember in Köln sein (weitere News zu Promi und TV bei RUHR24).

Die Idee, sich bei Klassikern der Unterhaltung zu bedienen, ist nicht neu – und nicht immer erfolgversprechend. So haben sich bei TV-Sender RTL Neuauflagen von Kult-Sendungen bislang eher weniger durchgesetzt. Ein Beispiel dafür ist das Format „7 Tage, 7 Köpfe“ auf RTL, das kurz nach der Ausstrahlung schon wieder aus dem Programm geschmissen wurde.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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