Absetzung

Schon bald eingestellt: ZDF spart bei „Aktenzeichen XY“ ein

Für viele ist es ein gesetzter Termin vor dem Fernseher: Monatlich zeigt das ZDF „Aktenzeichen XY“. Jetzt sorgt der Sender allerdings für Unmut.

Dortmund – Einmal im Monat versammeln sich in Deutschland Millionen vor den Fernsehern, um bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“ mitzufiebern. Bei der Sendung werden seit 1967 ungelöste Kriminalfälle behandelt – und manchmal durch Zuschauer-Hinweise sogar gelöst. Jetzt stößt das ZDF mehreren tausend Fans aber vor den Kopf.

„Aktenzeichen XY“: ZDF stößt 765.000 Menschen vor den Kopf

Aber keine Sorge: Es handelt sich gewiss nicht um eine Absetzung des Quoten-Garanten. Zumindest nicht der Sendung. Allerdings wird die Facebook-Seite von „Aktenzeichen XY“ eingestellt. Das gab die Redaktion der Sendung Ende Dezember auf der Social-Media-Plattform bekannt. Und der Tag ist nicht mehr fern: Am 9. Januar soll die Seite eingestellt werden, wie das ZDF gegenüber RUHR24 preisgab.

Stattdessen werde die Social-Media-Begleitung künftig auf der ZDF-Facebook-Seite stattfinden. „Wir freuen uns, wenn ihr euch dort weiter zu den Themen unserer Sendung austauscht“, heißt es unter dem Post.

„Aktenzeichen XY“ beim ZDF: Aus für Facebook-Seite gefällt Fans gar nicht

Die Facebook-Seite zählt insgesamt 348.058 Gefällt-Mir-Angaben und hat insgesamt 766.039 Follower. Die Absetzung stößt bei vielen Fans auf Unmut.

Die Kommentare unter dem Post häufen sich. Eine Nutzerin fragt: „Ich finde es sehr schade. Ob das eine gute Entscheidung ist?“ Ein anderer schreibt: „Das wird wohl ein Eigentor. Wie viele andere auch, werde ich ZDF nicht folgen. Viel Glück.“

„Aktenzeichen XY“ in der Kritik: Fans weigern sich, ZDF zu abonnieren

Ein weiterer Facebook-Nutzer wird noch deutlicher: „Aktenzeichen XY ist die einzige Sendung, die ich auf ZDF schaue und ich werde die ZDF-Seite nicht abonnieren, da ich in meinem Feed nichts vom Traumschiff oder anderen Formaten hören will. So werde ich zukünftig auch nicht mehr bei den Fällen mitdiskutieren, was dazu führt, dass die Fälle weniger Reaktionen bekommen und von weniger Leuten gesehen werden.“ Er kritisiert, es werde an den falschen Stellen gespart.

Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ ist beliebt. Mit einer Entscheidung stößt sie jetzt aber einigen Menschen vor den Kopf.

Binnen einer Woche sammelte der Kommentar – einer von über 1500 – 2830 Likes (Stand: Donnerstag; 5. Januar, 15 Uhr). Ob tatsächlich Kosteneinsparungen der Grund für das Einstellen der Facebook-Seite sind, lässt das ZDF offen (mehr TV-News bei RUHR24).

ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“: Podcast kommt als Ersatz bei Fans nicht an

Stattdessen argumentiert der Sender damit, neu gewichten zu wollen. Unter einer weiteren Nachfrage zu den Gründen schreibt das „Aktenzeichen XY“-Team: „Wir wollen unsere Inhalte künftig über den Podcast vertiefen und freuen uns, dass wir dort jetzt schon viele Kommissarinnen und Kommissare sowie andere Expertinnen und Experten gewinnen konnten.“

Also eigener Podcast statt eigener Facebook-Seite lautet offenbar die Devise. Auch das stößt auf Kritik. Die Sorge ist, dass mehr Zeit aufgewandt werden müsse. Eine RUHR24-Nachfrage, ob der Sender befürchte, dass Hinweise einbrechen würden, ließ das ZDF unbeantwortet. Stattdessen wies er darauf hin, dass Zuschauer „bei sachdienlichen Hinweisen zu Fällen in der Sendung“ weiterhin darum gebeten werden, sich an die zuständigen Polizeidienststellen oder an jede andere Polizei unter 110 zu wenden.

„Aktenzeichen XY“: Nächste Sendung beim ZDF am 18. Januar

Aber bei all der Kritik gibt es auch positive Stimmen unter dem Beitrag: „Finde es gelungen, dass ihr sowohl fb (Facebook, Anm. d. Red.) als auch den qualitativ hochwertigen Podcast (keine Ironie, der ist sehr gut) anbietet“, schreibt ein Nutzer. Eine andere dankt „Aktenzeichen XY“ für die Arbeit.

Fakt ist allerdings, dass der Großteil – zumindest der Kommentatoren – nicht begeistert ist von der Neuerung bei „Aktenzeichen XY“. Ob und inwiefern sich die Schließung der Facebook-Seite auf die Interaktion mit den Zuschauern auswirkt, wird sich zeigen. Außer Zweifel steht wohl aber, dass am 18. Januar – wenn die ZDF-Sendung wieder ausgestrahlt wird und Moderator Rudi Cerne neue ungelöste Fälle vorstellt – wieder Millionen vor den Fernsehern sitzen werden.

Rubriklistenbild: © Tobias Schult/ZDF

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