TV-Sendung

Rosamunde Pilcher (ZDF): Erstmals heiraten zwei Frauen in der TV-Romanze

„Rosamunde Pilcher: Im siebten Himmel“
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Vikarin Rebecca (Antonia Bill, m.) traut zwei Frauen (Emma Skinner und Rachel Leigh, l-r) in einer Szene von "Rosamunde Pilcher: Im siebten Himmel".

Bei „Rosamunde Pilcher“ wurden bislang klassische Rollenbilder gezeigt. Der neue Film der Herzschmerz-Reihe setzt nun zum ersten Mal ein anderes Zeichen.

Mainz/Köln (dpa) - Der neue Rosamunde-Pilcher-Film namens „Im siebten Himmel“, welcher am Sonntag (5. Dezember) um 20.15 Uhr gezeigt wird, beginnt mit einem Knall. Vikarin Rebecca traut zwei Frauen. Warum man das so herausstellen muss? Im Pilcher-Film-Universum, das es seit 1993 gibt, ist es eine kleine Sensation. Schließlich ist die Reihe nicht für Fortschrittlichkeit bekannt.

Roasmunde Pilcher (ZDF): Sensation - erstmals heiraten zwei Frauen

Erstmals wird nun die Trauung eines gleichgeschlechtlichen Paares gezeigt. Die Szene ist kurz - aber verbunden mit einer Botschaft. Nachwuchs-Pastorin (Antonia Bill) ist die Heldin dieser Geschichte. Der Mann hinter den Filmen ist Michael Smeaton. Dieser stellt zunächst klar: „In der Gesellschaft ist das natürlich gar nichts Sensationelles mehr. Für einen Pilcher-Film aber schon.“

Die Anmutung der Pilcher-Filme, die aus dem literarischen Werk der 2019 gestorbenen Autorin rRosamunde Pilcher esultieren, ist durchaus konservativ. Beim Zuschauen beschleicht einen das Gefühl der heilen Welt (mehr Promi-Nachrichten auf RUHR24 lesen).

Schauplatz ist ein extrem aufgeräumtes England. Sonnenbeschienene Menschen tragen perfekt sitzende Kleidung, wohnen in herrschaftlichen Häusern und fahren romantische Landstraßen entlang. Dazu tragen sie Namen wie „Lady Charlotte Biningham.“ Man kann durchaus die Frage stellen, wie sich so ein Format modernisieren lässt. Produzent Smeaton wird das auch häufiger gefragt.

Rosamunde Pilcher: Im siebten Himmel am Sonntag (5. Dezember): Erstmals werden Frauen verheiratet

Er fragt dann aber zurück: Was ist moderner? Schnelle Schnitte? Andere Texte? „Ich denke, dass die Modernisierung über die Geschichten kommen muss. Das haben wir bei diesem Film gemacht», erklärt er. Natürlich lasse sich ein Pilcher-Plot in der heutigen Zeit ansiedeln.

Das Material, das momentan zu Pilcher-Filmen wird, basiere auf kleinen Erzählungen, die die Autorin einst unter Pseudonym für Frauen-Magazine geschrieben habe, berichtet er. Von deutschen Autoren sei es dann bearbeitet worden. Der neue Film, in dem zwei Frauen verheiratet werden, entstand allerdings erst nach Pilchers Tod. In der Ausgangsgeschichte tauche die Trauung der beiden Frauen am Anfang nicht auf, so Smeaton. Sie wurde reingeschrieben.

Der Produzent glaubt aber, dass die verstorbene Romanzen-Autorin sehr einverstanden gewesen wäre mit der Bearbeitung. Er sei früher eng mit ihr befreundet gewesen. Pilcher sei „eine moderne, aufgeschlossene Frau“ gewesen, so Smeaton. Ein Thema wie die Hochzeit gleichgeschlechtlicher Paare sei ihr nicht fremd gewesen. Er wagt sogar eine Prognose: „Wenn sie jetzt da oben im Himmel zuschaut am Sonntag, würde sie sicherlich sagen: Well done.“ Mit dpa-Material.