Kommentar

"Ich hoffe dein Kind...": Warum der Streit zwischen Michael Wendler und Oliver Pocher zu weit geht

Der Streit zwischen Oliver Pocher und Michael Wendler spitzt sich immer weiter zu. Doch das ist nicht mehr lustig, sondern Mobbing. Ein Kommentar.

  • Oliver Pocher und Michael Wendler tragen seit Wochen einen medienwirksamen Streit aus.
  • Beinahe täglich attackieren sich der Comedian und der Schlagersänger auf Instagram.
  • Doch solchem Mobbing sollte keine Plattform gegeben werden, findet RUHR24-Redakteurin Anna Quasdorf.

Dortmund - Der Streit zwischen Oliver Pocher und Michael Wendler ist seit Wochen Thema in den Klatsch-und-Tratsch-Blättern - und viele Leser warten auf neues "Futter". Die Sensationsgeilheit der Menschen muss weiter gestillt werden, die Themen am Kaffeetisch dürfen nicht ausgehen.

Oliver Pocher und Michael Wendler streiten sich beinahe täglich auf Instagram

Zum Glück ist auf die beiden Streithähne Verlass. Beinahe täglich wird die Öffentlichkeit mit neuen Disstracks, T-Shirts und frischen Beleidigungen versorgt. Aber warum das Ganze? So traurig es ist: Sie nutzen Mobbing als PR.

Schuld an der Auseinandersetzung sind aber nicht nur Michael Wendler und sein Kontrahent Oliver Pocher. Die müssen wir auch bei uns und all jenen suchen, die die Geschichten verbreiten und lesen. Genau das ist nämlich das Ziel der beiden Promis: Aufmerksamkeit. Und dabei unterstützen wir sie sogar noch.

Partnerinnen von Michael Wendler und Oliver Pocher werden mit einbezogen

Dabei vergessen wir, dass auch Promis nur Menschen sind - und dass die Berichterstattung und die Reaktionen in den sozialen Netzwerken nicht spurlos an ihnen und ihrem Umfeld vorbeigehen. Bestes Beispiel: Laura Müller (19).

Für Laura Müller war die Teilnahme bei "Let's Dance" ein kleiner Lebenstraum. Nur bekam sie vor der Show Angst, dass dieser zu einem großen Albtraum werden könnte. So soll sie vor der ersten Liveshow befürchtet haben, vom Publikum ausgebuht zu werden. Schuld daran könnte der öffentliche Druck sein.

Streit mit Michael Wendler: Mobbing gegen Baby von Oliver Pocher

Und auch Amira Pocher, Ehefrau von Oliver Pocher, belastet die Situation. Denn nicht nur sie wird in den Kommentaren und privaten Nachrichten auf Instagram für die Taten ihres Mannes beleidigt - sondern auch das gemeinsame Kind von Oliver und Amira Pocher.

Sätze wie "Ich hoffe, dass eurer Kind später mal gemobbt wird", gehen einfach zu weit. Doch genau dieses Mobbing nützt den beiden: Sie promoten damit ihre gemeinsame "Streitshow", die bald bei RTL laufen soll. So schreibt Michael Wendler: "Mobbing ist Mist! Es tut mir leid für Amira und alle Menschen, die so etwas ertragen müssen". Anschließend erklärt er, dass er sich genau für diese Menschen im Kampf gegen Oliver Pocher in der Show einsetzen wird.

Amira Pocher, Ehefrau von Oliver Pocher (r.), leidet unter dem Streit mit Michael Wendler.

Mobbing ist ein alltägliches Problem

Eine Liveshow ist nicht die Lösung des Problems. Stattdessen sollten sich die beiden hinsetzen, ihre Streitigkeiten zum Wohle ihrer Partner und ihrer Kinder beenden und stattdessen die Menschen über Mobbing aufklären. "Ach, der Spruch ist doch nur lustig gemeint" liest man nicht nur unter dem neusten Diss von Michael Wendler, oder Oliver Pocher, sondern hört man auch von denen, die andere Menschen bewusst beleidigen.

Man könnte denken, dass Michael Wendler, dessen Doku-Soap über die Hochzeit mit Laura ab Mai bei TVNOW ausgestrahlt wird, doch selber Schuld daran ist, dass er von anderen auf den Arm genommen wird. Immerhin ist Laura Müller, die nun wieder ein Comeback bei "Let's Dance" feiert, 28 Jahre jünger als er. Doch warum sollte es der Altersunterschied rechtfertigen, dass man eine Person und eine Beziehung deswegen angehen darf?

Niemanden hat die Beziehung von Michael Wendler und Laura Müller etwas anzugehen

Der Streit zwischen Oliver Pocher, der inzwischen auch an Covid-19 erkrankt ist, und dem Schlagersänger sorgte für eine Kettenreaktion: Auch andere Prominente und sogar der Fernsehsender RTL sprangen auf den Zug auf. Sie alle wollen etwas vom "Mobbing-Kuchen" abhaben. Oliver Pocher wird live bei "Let's Dance" ins Studio geschaltet, um Michael Wendler einen Spruch zu verpassen. Der saß im Publikum, um seine Freundin beim Tanzen anzufeuern.

Das ist Mobbing, von beiden Seiten aus. Mobbing darf niemals eine Masche sein, um berühmter zu werden. Mobbing darf auch keine Plattform gegeben werden. In einer Welt, in der man heutzutage sein kann, wie man möchte, wie wäre es da mal mit Nettigkeit?

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa; Collage: RUHR24