Schlagersänger

Michael Wendler verharmlost Klimawandel - Telegram-Nachricht erschüttert

Michael Wendler verbreitet seit Ende 2020 Verschwörungsideologien zur Corona-Pandemie auf seinem Telegram-Kanal. Doch auch den Klimawandel scheint er nicht ernst zu nehmen.

Florida - Michael Wendler (48) macht seit knapp zwei Jahren weniger mit neuer Musik als mit dem Verbreiten von kruden Verschwörungsideologien zur Corona-Pandemie von sich reden. Nun hat der Sänger eine Sprachnachricht an seine Telegram-Follower geschickt, die nicht nur erschüttert, sondern auch sehr gefährlich ist.

SängerMichael Wendler
Geboren22. Juni 1972 (Alter 50 Jahre), Dinslaken
EhepartnerinLaura Müller (verh. 2020), Claudia Norberg (verh. 2009–2020)

Michael Wendler: Seit DSDS-Aus verbreitet er Verschwörungsmythen auf Telegram

Knapp zwei Jahre ist es her, dass Michael Wendler seinen Platz in der DSDS-Jury aufgegeben hat und in einer Nacht-und-Nebelaktion in die USA abgedampft ist. Dort hat der Sänger aber nicht etwa mit neuer Schlager-Musik brilliert, sondern vielmehr mit dem Verbreiten von fragwürdigen Inhalten zur Corona-Pandemie. Lediglich Wendler-Ehefrau Laura Müller postet ab und zu private Schnappschüsse aus Amerika, berichtet tz.de.

Doch damit nicht genug: Auch beim Thema „Klimawandel“ schießt der Wendler offenbar quer, wie aus einer Telegram-Nachricht vom vergangenen Montag (25. Juli) hervorgeht. Während manch einer bei den Äußerungen des ehemaligen DSDS-Jurors vielleicht noch belustigt den Kopf geschüttelt hat, ist das Statement des Sängers zu den aktuellen Temperaturen in Florida und Deutschland besorgniserregend (mehr Promi-News auf RUHR24 lesen).

In seiner Telegram-Nachricht schwärmt Michael Wendler zunächst vom guten Wetter in Florida: „Bei uns werden es heute 24 Grad, es ist leicht bewölkt (...), eigentlich sieht alles sehr gut aus.“ Was Michael Wendler dann von sich gibt, ist mehr als schockierend: „Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich immer schmunzeln muss, wenn die deutschen Nachrichten von Klimawandel und Hitzerekorde sprechen bei 33 oder 34 Grad. Die Menschen denken, die Welt geht unter - also die Temperaturen, die angeblich dazu führen, dass die Welt untergeht in Deutschland und Europa, die haben wir hier in Florida jeden Tag und die Menschen kommen damit auch gut klar.“

Michael Wendler verharmlost den Klimawandel - Telegram-Nachricht erschüttert

Dass der Schlagersänger den Klimawandel vor seinen mehr als 120.000 Abonnenten auf Telegram so herunterspielt, ist tragisch - und könnte weitreichende Folgen haben. Dass der Klimawandel längst bittere Realität ist und unbedingt ernst genommen werden sollte, zeigen folgende Daten, die der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht hat: Die Durchschnittstemperatur der Luft in Deutschland ist von 1881 bis 2021 statistisch gesichert um 1,6 °C angestiegen. Die fünf wärmsten Jahre seit 1881 in Deutschland sind nach dem Jahr 2000 aufgetreten. Im niedersächsischen Lingen wurde 2019 sogar ein neuer deutscher Temperaturrekord von 42,6 Grad gemessen.

Was Michael Wendler bei seinem fragwürdigen Vergleich ebenfalls zu vergessen scheint, ist, dass Florida in einer subtropischen Klimazone liegt - im Nordwesten überwiegend subtropisch feucht und im Rest des Landes tropisch feucht. Die Subtropen gehören mit den Tropen zu den heißesten Klimazonen der Erde mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur, die mindestens über 20 Grad liegt. Deutschland hingegen liegt in der gemäßigten Klimazone, mit einer Durchschnittstemperatur von 9,1 Grad im Jahr 2021.

Michael Wendler hat eine Gruppe auf Telegram gegründet.

Michael Wetter spottet über Klimawandel - dabei ist Florida besonders stark betroffen

Die Folgen des Klimawandels sind katastrophal und bedrohlich, das hat nicht zuletzt die Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz 2021 gezeigt. Steigt die globale Durchschnittstemperatur weiter an, drohen immer häufigere und intensivere Extrem­wetter­ereignisse, wie zum Beispiel Hitzewellen, Starkregen, Dürren, heftige tropische Wirbel­stürme.

Auch in Michael Wendlers Wahlheimat Florida, wo die Menschen laut seinen Aussagen „gut klar“ kämen mit den Temperaturen, ist der Klimawandel besonders stark zu spüren: Laut eines Berichts der Welt sei derzeit keine Stadt in den USA stärker vom Klimawandel bedroht als Miami. In der größten Stadt Floridas soll der Meeresspiegel bis 2060 um 60 Zentimeter steigen. Bereits jetzt stünde die berühmte Alton Road immer wieder unter Wasser. Michael Wendler scheint das aber einmal mehr „egal“ zu sein.

Rubriklistenbild: © Revierfoto/Imago

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