Auf einer Linie mit Querdenkern

Michael Wendler und Ex-Bild-Chef Julian Reichelt: Zeitung zieht bösen Vergleich

Eine Berliner Zeitung findet: Ex-Bild-Chef Julian Reichelt klingt immer mehr wie Michael Wendler.

Dortmund – Einst galt er als einer der mächtigsten Männer in der deutschen Medienlandschaft: Julian Reichelt, ehemaliger Chefredakteur der Bild-Zeitung. Nach dem Vorwurf des Machtmissbrauchs wurde er jedoch von der Bild entlassen. Auf der Suche nach neuer Anerkennung sammelt Julian Reichelt nun offenbar Zuspruch aus der „Querdenker“-Szene – einer Berliner Zeitung zufolge ähneln seine Äußerungen denen Michael Wendlers.

PersonJulian Reichelt, Boulevardjournalist
Bild-ChefredakteurFebruar 2017 bis Oktober 2021
Geboren15. Juni 1980 (Alter 41 Jahre)

Michael Wendler und Julian Reichel verbinden fragwürdige Äußerungen zur Corona-Pandemie

Im Herbst 2021 musste Julian Reichelt seinen Posten als Bild-Chefredakteur räumen. Für den Axel-Springer-Verlag war er untragbar geworden, nachdem Recherchen aufgedeckt hatten, dass Reichelt offenbar seine Macht gegenüber mehreren Mitarbeiterinnen, die ihm unterstellt waren, missbraucht und intime Beziehungen zu ihnen unterhalten hatte.

Seit seinem Rausschmiss ist es jedoch alles andere als still um den 41-Jährigen geworden. Wie der Berliner Kurier berichtet, machte Julian Reichelt zuletzt am Montag (14. Februar) mit einem fragwürdigen Tweet zur Corona-Pandemie auf sich aufmerksam. Der brachte ihm vor allem von „Querdenkern“ viel Applaus ein.

Laut Berliner Kurier erfuhr das Statement unter anderem vom „Corona-Leugner-Verein Mutigmacher“ und anderen „Anti-Impf-Initiativen“ großen Zuspruch. Andere User, die auf den Tweet kommentierten, versetzte Reichelts Aussage dagegen eher in fassungsloses Staunen.

Michael Wendler und Julian Reichelt bedienen sich Narrativ der „Querdenker“ und Impfgegner

Denn der Ex-Bild-Chef bediente sich in seinem Tweet „einem Narrativ, was so schon mehrfach von Michael Wendler, zahlreichen ‚Querdenkern‘ und verschiedensten Akteuren der rechtsesoterischen Verschwörungsszene geäußert wurde“, so die Zeitung weiter. Konkret ging es Reichelt in seinem Tweet um die Maskenpflicht, die er scharf kritisierte (mehr News rund um Michael Wendler auf RUHR24).

Reichelt zufolge sei es nicht nur so, dass uns die Masken nicht schützten. Nein, sie würden sogar unserer Psyche und vor allem der Psyche der Kinder schaden. Doch damit nicht genug. Seinen Tweet lässt der Ex-Bild-Chef mit einem Aufruf enden: Demnach liege es an uns, diesen „unterwürfigen Lauterbach-Fetisch“ nicht mehr mitzumachen.

Julian Reichel und Michael Wendler: Abneigung gegen die Maskenpflicht

Fakt ist: Die Maskenpflicht ist in der Coronaschutzverordnung geregelt und gilt bundesweit an vielen öffentlichen Orten. Zudem empfiehlt nicht nur die WHO das Tragen einer Maske zur Eindämmung von Infektionen. Auch die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften erklärt, dass Masken effektiv vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Vor Schäden an der Psyche warnen die Wissenschaftler nicht.

Als Twitter den Tweet Reichelts mit einem Fakten-Check-Hinweis versah, empörte das den Journalisten dennoch.

Für den Berliner Kurier drängt sich damit der Vergleich zum einstigen Schlagerstar Michael Wendler, der seine Verschwörungstheorien gerne über Telegram verbreitet, geradezu auf. Auch er hatte sich früh dagegen gewehrt, eine Maske zu tragen. Zuletzt machte „der Wendler“ vor allem mit der Verbreitung kruder Verschwörungstheorien zum Coronavirus auf sich aufmerksam.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd, Jörg Carstensen/dpa; Collage: RUHR24

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