Techno als Weltkulturerbe?

Kommt die Loveparade zurück? DJ Dr. Motte aus Berlin hat einen kuriosen Plan gefasst

Kommt die Loveparade zurück? Nach der Tragödie in Duisburg wurde das Festival 2010 eingestellt. Jetzt möchte Mitbegründer Dr. Motte eine Neuauflage.

  • Der Berliner DJ Dr. Motte hat sich einen besonderen Spendenaufruf überlegt.
  • Er sammelt Geld, um die Loveparade wieder einzuführen.
  • Diese hat er vor über 30 Jahren in Berlin gegründet.

Berlin - Die Loveparade kommt zurück - zumindest wenn es nach dem Berliner DJ Dr. Motte geht. Seit dem tragischen Unfall 2010 findet das elektronische Festival nicht mehr statt. Jetzt soll es durch Spenden neu aufgelegt werden.

Dr. Motte: Loveparade soll bald wieder in Berlin stattfinden

Die Loveparade soll dann auch direkt in der Bundeshauptstadt Berlin stattfinden. Dr. Motte und sein Team des gemeinnützigen Vereins "Rave the Planet" sammeln daher fleißig Spenden, um die Loveparade wiederzubeleben.

Von der Idee ist vor allem der DJ selbst überzeugt, wie er am Montag (13. Januar) in Berlin ankündigte: "Wir stellen die Frage: 'Wollt ihr eine neue Loveparade?' Über das Spendensammeln können wir herausfinden, ob das überhaupt gewollt wird von der Welt", so Dr. Motte laut SpotOn. Das Festival war einst das erfolgreichste elektronische Festival im gesamten deutschsprachigen Raum.

Verein von Dr. Motte wollen Musik als Weltkulturerbe schützen lassen

Der Berliner Verein und auch der DJ versuchen, die Techno-Kultur in Deutschland weiterhin stark zu halten. Aber auch diverse Clubs, die sich auf die Musikrichtung Techno spezialisiert haben, werden immer weniger. Daher hat der gemeinnützige Verein einen besonderen Plan geschmiedet: Sie wollen die elektronische Musik bei Unesco als immaterielles Weltkulturerbe schützen lassen.

Der Antrag dazu soll schon in diesem Jahr gestellt werden. Außerdem wollen sie dafür sorgen, dass es einen offiziell anerkannten Feiertag der elektronischen Musik geben soll. An diesem soll natürlich vor allem eine Aktivität im Vordergrund stehen: Tanzen.

Der DJ Dr. Motte ist in der Musikszene kein unbekannter. Matthias Roeingh, wie er mit bürgerlichen Namen heißt, hat vor gut 30 Jahren die Loveparade in Berlin gegründet. Damals jedoch noch nicht mit Millionen Besuchern.

Loveparade 1989: Nur 150 Besucher bei dem ersten Rave

Lediglich 150 Besucher trafen sich 1989 am Kurfürstendamm in Berlin unter dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen". Einige Jahre später wurde die Veranstaltung von einem externen Veranstalter übernommen und groß ausgebaut - bis es im Jahr 2010 zu der Katastrophe kam.

Ende Juli 2010 kam es bei dem Festival in Duisburg zu einer Massenpanik. Dabei starben 21 Menschen, 514 wurden schwer verletzt. Darüber hinaus nahmen sich noch sechs weitere Person aufgrund von Traumata das Leben. Das war die letzte LoveparadeÜber diese Tragödie gibt es jetzt auch noch ein eigenes Theaterstück, ausgerechnet in Duisburg. Die Spielzeiten stehen schon fest

Dr. Motte war zuletzt 2013 zur Mayday in Dortmund

Dr. Motte war auch schon zu Gast in Dortmund. Auf der Mayday, ein weiteres großes elektronisches Festival, welches in der Dortmunder Westfalenhalle ihren Platz gefunden hat, legte er 2013 als DJ auf.

Die Menge war damals begeistert und hat gehofft, in Zukunft mehr von dem DJ zu hören. Allerdings wurde es in den letzten Jahren immer ruhiger um den Berliner. Nun möchte er alles in die Loveparade investieren.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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