Kontroversen um Malle-Hit

Layla-Verbot: Ikke Hüftgold ruft Hashtag ins Leben

Senkrechtstarter „Layla“ droht der Sturzflug: Immer mehr Feste wollen den Song verbieten. Jetzt macht ein Malle-Star ernst.

Deutschland – Der Ballermann-Hit „Layla“ entwickelt sich zum Präzedenzfall. Wohl nie zuvor hat ein Lied, das sich von den Klubs in El Arenal zum Nummer-1-Hit der deutschen Charts mauserte, derartige Kontroversen ausgelöst. Nachdem auf dem Kiliansfest in Würzburg den Song unterbunden hat, zieht die Rheinkirmes beim Layla-Verbot nach. Jetzt gehen die Ballermann-Künstler auf die Barrikaden.

Layla-Verbot: Jetzt geht Ballermann-Star auf die Barrikaden

Dass an der Partymeile von der Schinkenstraße bis zum Megapark zuweilen Hits zelebriert werden, die von Liebe, Lust und das Leben an der Playa handeln, ist nichts Neues. „Dicke Titten“ (Ikke Hüftgold), „A Mann für Amore“ (DJ Ötzi) oder „Oh, Baby“ (Mia Julia) sind nur ein paar Beispiele dafür.

Jetzt hat Layla der Sexismus-Vorwurf eingeholt. Die Meinungen sind gespalten. Während Kritiker die Objektifizierung von Frauen anklagen, sehen andere das Lied als Kunstfreiheit an. Unsere Autorin Lena Zschirpe findet, dass das echte Sexismus-Problem durch die Symbolpolitik verschoben wird.

Layla auf Festen Verboten: Ikke Hüftgold fordert „#Freelayla“

Bei den Vertretern des Liedes von DJ Robin und Schürze breitet sich jetzt eine Bewegung aus – losgetreten von Produzenten und Ballermann-Star Ikke Hüftgold und seiner Agentur Summerfield Records, die sicherlich ein besonderes Interesse daran haben, dass der Hit weiterhin gespielt wird. Der 45-Jährige hat eine Petition ins Leben gerufen, die unter dem Hashtag „Freelayla“ läuft.

In einem Instagram-Post macht er darauf aufmerksam. Zu sehen ist der Ballermann-Star in einem schwarz-weißen Bild. Vor sich hält er ein Schild mit der Aufschrift „#freelayla“.

Beim Layla-Verbot scheiden sich die Geister. Produzent Ikke Hüftgold macht jetzt ernst.

Layla-Produzent Ikke Hüftgold ruft Petition ins Leben: #FreeLayla sammelt mehrere tausend Unterschrifen

Seine Bild-Caption leitet der Künstler mit den Worten „Gegen Zensur! Für ein Leben nach Corona! Für künstlerische Freiheit! Für Freiheit und freie Meinungsäußerung!“ ein. Die „Layla“-Verbote in Würzburg, Düsseldorf und der Cranger Kirmes in Herne machen Ikke Hüftgold offensichtlich wütend.

Betroffen davon seien „Gäste, DJ‘s und Bands, denen auf Druck der Politik vorgeschrieben wird, was sie singen und spielen dürfen.“ Die Petition bekam innerhalb kürzester Zeit die gesuchten 15.000 Unterschriften. Inzwischen wurde das Ziel auf 25.000 angehoben, das wohl auch erreicht werden dürfte. Schon jetzt liegt sie bei knapp 23.000 Unterstützern (Stand: 14. Juli, 13 Uhr).

Ikke Hüftgold und weitere Ballermann-Stars solidarisieren sich mit Layla-Interpreten

Ikke Hüftgold ist nicht die einzige Ballermann-Prominenz, die das Verbot ärgert. Auch Interpret DJ Robin nannte das „Layla“-Verbot gegenüber Bild „Wahnsinn“ und zog den Vergleich zu einer anderen Musikrichtung: „In jedem Deutsch-Rap-Lied sind die Texte schlimmer. Da regt sich kein Mensch auf.“ Weitere Mallorca-Schlager-Sänger solidarisieren sich.

Auch die Politik ist unterschiedlicher Meinung. Während einige Städte das Lied auf den Festen verbieten wollen, stellt Oktoberfest-Chef Clemens Baumgärtner (45, CSU) bei der Bild klar: „Ich bin nicht die Musikpolizei. Ich halte aber überhaupt nichts von einer Verbotskultur.“

Fakt ist: Das Verbot von dem Lied über die Puffmama Layla spaltet die Gesellschaft. Das Lied hat inzwischen mehr als 35 Millionen Hörer auf Spotify und angesichts der angeregten Diskussionen werden es wohl noch mehr werden.

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