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Jan Josef Liefers und #allesdichtmachen: Schock auf Corona-Intensivstation

Jan Josef Liefers
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Jan Josef Liefers beim Literatur-Festival Lit.Cologne 2019.

Nach #allesdichtmachen ist Schauspieler Jan Josef Liefers jetzt als „Praktikant“ auf der Intensivstation gewesen. Dort hat er gesehen, wie wichtig der Impfschutz bei Corona ist.

Berlin (dpa) - Erst vor wenigen Wochen hat Schauspieler Jan Josef Liefers mit der Aktion #allesdichtmachen für Aufruhr gesorgt. Darin spotteten mehrere Schauspieler ironisch über die Corona-Maßnahmen in Deutschland. Als Reaktion gab es viel Kritik. Jan Josef Liefers hat offenbar daraus gelernt und jetzt an der Aktion #allemalneschichtmachen teilgenommen. Mit teils drastischen Worten hat er jetzt von seinem Einsatz auf einer Corona-Intensivstation berichtet.

#allesdichtmachen: Jan Josef Liefers rudert zurück und besucht Corona-Intensivstation

„Alle Covid-Patienten hier auf Intensiv waren schwer erkrankt, dem Tod näher als dem Leben. Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft“, schrieb der 57 Jahre alte Tatort-Star in einem Gastbeitrag, der am Freitag (8. Oktober) bei bild.de zu lesen war. „Auch die beiden hochschwangeren Frauen, deren Kinder per Not-OP geholt wurden und leben, während die Mütter es nicht geschafft haben, wie ich inzwischen weiß.“

Der „Tatort“-Star hatte sich im Frühjahr an der Aktion #allesdichtmachen beteiligt, bei der Dutzende Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Coronapolitik in Deutschland kommentiert hatten. Nach heftiger Kritik kündigte Liefers in einem Streitgespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, sich bei der Gegenaktion #allemalneschichtmachen angemeldet zu haben. Die Medizin-Bloggerin „Doc Caro“ hatte die Schauspieler aufgerufen, für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten.

Jan Josef Liefers hat sich nach #allesdichtmachen gegen Corona impfen lassen

Liefers‘ Angaben zufolge liegt sein Einsatz als „Praktikant“ bereits zwei Wochen zurück. „Helfen konnte ich nicht viel, nur beim Umlagern konnte ich mich nützlich machen, eingepackt in zusätzliche Schutzkleidung, mit FFP2-Maske und einer Art Taucherbrille auf den Augen.“ Warum es manche so schwer treffe, sei noch unklar, schrieb Liefers. „Allerdings, da waren sich Pfleger wie Ärzte einig, wäre keiner hier gelandet mit einer Impfung.“

Direkt zum Impfen aufrufen wollte Liefers nicht: „Ist das nun doch ein Impfaufruf? Tja, was soll ich sagen? Ich befürworte die Impfung Erwachsener, absolut klarer Fall. Aber ich gebe keine medizinischen Ratschläge, ich erzähle hier nur meine Geschichte. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst.“ Seinem Beitrag bei bild.de lässt sich entnehmen, dass er sich einen mRNA-Impfstoff verabreichen ließ.

Liefers schließt mit den Worten: „Wenn ich nun zurückdenke an meinen Tag auf der ITS und daran, wie die seltsame und bisweilen unbarmherzige Lotterie des Lebens für die Sieben dort ausgegangen ist, dann weiß ich jedenfalls, ich habe keinen Fehler gemacht.“

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