Pur-Konzert auf Schalke

PUR spielt „Indianer“- Song – Hartmut Engler will nichts von Kritik hören

Trotz der „Winnetou“-Debatte hält die Band „PUR“ an ihrem Song „Indianer“ fest. Auf einem Konzert bezog Hartmut Engler Stellung.

Gelsenkirchen – Die gesellschaftliche Debatte über die Darstellung von „Winnetou“ reißt nicht ab. Davon ist auch die Band „Pur“ betroffen. Ihren Song „Indianer“ wollen sie sich trotz dessen nicht nehmen lassen, wie Frontsänger Hartmut Engler (60) beim Konzert auf Schalke erklärte.

Band PUR
Gründung Bietigheim-Bissingen (1975)
Auszeichnungen ECHO - Band Pop national

„Pur“ gibt Konzert in Veltins-Arena – „Winnetou-Debatte“

Nach vier Jahren trat Pur am 24. September (Samstag) wieder im Schalke-Stadion in Gelsenkirchen auf. Vor 68.000 Zuschauern feierte die Band gleich zwei Jubiläen – 40-jähriges Band-Bestehen und 20 Jahre „Pur & Friends“, wie die WAZ berichtet. Mit prominenten Gästen wie Peter Maffay (73) oder auch dem Frontsänger von „Fool‘s Garden“, Peter Freudenthaler (59) performte die Popband einige ihrer Hits (mehr News zu Promis und TV bei RUHR24).

Auf der Setlist stand auch das Lied „Indianer“. Dieses erschien bereits 1993 und wurde damals zu einem ihrer erfolgreichsten Hits. Seitdem hat sich allerdings einiges geändert. Diskussionen über Rassismus und die Darstellung von Indianern löste die sogenannte „Winnetou-Debatte“ aus. Das Buch „Der junge Häuptling Winnetou“ wurde aufgrund von Rassismus-Vorwürfen bereits vom Ravensburger Verlag aus dem Programm genommen, da es „die Gefühle anderer“ verletzt habe.

Pur hält an Indianer-Song fest.

PUR spielt „Indianer“- Song – Hartmut Engler poltert gegen Kritik

Davon scheint sich Pur aber nicht beirren zu lassen. Hartmut Engler performte das Lied über „Kleiner Büffel“ und „Geschmeidige Natter“ dennoch. Gemeinsam mit Peter Freudenthaler klangen die Zeilen „Wo sind all die Indianer hin? Wann verlor das große Ziel den Sinn?“ durch die Halle der Veltins-Arena in Gelsenkirchen.

Einen klischeehaften Feder-Kopfschmuck trug der Front-Sänger währenddessen zwar nicht, aber den Inhalt des Songs verteidigte er vor rund 68.000 Fans. „Es geht nicht um die Nöte der nordamerikanischen Ureinwohner, sondern um Kindheitserinnerungen, die wir uns auch nicht nehmen lassen“, erklärte Hartmut Engler, wie das Management gegenüber RUHR24 bestätigte. Genauere Erklärungen wollte die Band aber nicht abgeben.

Auch das ZDF schließt sich der Verbannung der Westernfilme nicht an. Am Tag der Deutschen Einheit strahlte der Sender „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ mit Uschi Glas aus.

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