Nachhaltigkeit in Kochsendungen

„Grill den Henssler“ (Vox): Das passiert nach der Show mit den Lebensmitteln

In Kochshows wie „The Taste“ oder „Grill den Henssler“ werden unzählige Lebensmittel verbraucht. Aber was passiert eigentlich nach der Show mit Essen, das übrig bleibt?

Dortmund – Das Thema Nachhaltigkeit wird für viele Verbraucher immer wichtiger – auch beim Kochen. Wer regelmäßig eine der beliebten Kochshows sieht, hat sich vielleicht schon einmal gefragt, was nach der Sendung mit den ganzen übriggebliebenen Lebensmitteln passiert. Das Redaktionsnentzwerk Deutschlands (RND) hat jetzt bei den großen TV-Sendern nachgefragt.

Sat.1deutscher privater Fernsehsender
SitzUnterföhring, Deutschland
Sendestart1. Januar 1984

Nachhaltigkeit beim Kochen – Lebensmittelverschwendung ist ein bekanntes Problem

Wer sich nachhaltig ernähren möchte, setzt beispielsweise auf regionale Produkte und frisch Gekochtes statt Fertigware. Ebenso wichtig: Möglichst wenig Lebensmittel sollten verschwendet werden. Doch trotz steigendem Bewusstsein für das Problem wirft laut Angaben der Verbraucherzentrale jeder Deutsche jährlich noch rund 75 Kilogramm an Lebensmittel weg.

Um das zu verhindern, hat die Politik bereits einige Maßnahmen ergriffen. So gibt es die Strategie „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Die EU plant zudem, das Mindesthaltbarkeitsdatum abzuschaffen.

Auch im TV wurde das Thema Lebensmittelverschwendung in zahlreichen Sendungen wie beispielsweise „Taff“ bereits kritisch betrachtet. Aber wie stehen die beliebten Kochshows zum Foodwaste, in denen ständig Lebensmittel übrig bleiben?

„Das große Backen“: Mitarbeiter dürfen die süßen Reste naschen

Laut einem aktuellen Bericht des RND versuchen die Verantwortlichen offenbar, Verschwendung zu vermeiden. Sie stoßen dabei allerdings an Grenzen.

So habe eine Sprecherin von Sat.1 versichert, bei der bekannten Backsendung „Das große Backen“ landeten keine Lebensmittel im Müll. Sie habe erklärt: „Das wäre doch schade! Die Kuchen und Torten werden direkt am Set nach Drehschluss von allen Kandidat*innen sowie vom Produktionsteam verspeist.“

Zutaten, die nach dem Backen übrig blieben, würden außerdem in weiteren Shows weiter verwendet. Leicht verderbliche Lebensmittel wie Obst oder Teigreste würden verarbeitet und an das Team verteilt. Grundsätzlich, so habe Sat.1 weiter erklärt, achte man auch auf Regionalität. Da das Staffel-Thema aktuell allerdings „Weltreise“ sei, ist das natürlich nicht immer möglich (weitere Promi-News bei RUHR24).

„The Taste“ – viele Lebensmittel werden den Tafeln gespendet

Mit „The Taste“ hat eine weitere beliebte Kochshow des Senders im Jahr 2020 sogar einen Film darüber gedreht, was eigentlich mit den übrigen Lebensmitteln nach der Show passiert. Nach eigenen Angaben unterstützt Sat.1 die Münchner Tafel e.V. Die Lebensmittel, die bei „The Taste“ übrig blieben, würden gespendet. Ähnlich handhabt es auch das ZDF mit Resten aus der „Küchenschlacht“ – sie werden einem Hamburger Verein gespendet.

Und auch die bereits zubereiteten Lebensmittel würden bei „The Taste“ nicht weggeworfen, erklärt der Sender. Alles, was nicht auf den berühmten Löffel passe, werde nach der Aufzeichnung vom Team verspeist, bestätigte eine Sprecherin gegenüber dem RND.

Die Jury der Sat.1-Kochshow „The Taste“ besteht auch 2021 aus (v.li.n.re.): Frank Rosin, Alexander Kumptner, Tim Raue und Alexander Herrmann. Moderatorin ist Angelina Kirsch.

„Grill den Henssler“: Corona verhindert den Reste-Schmaus im Team

Auch das Team der Vox-Show „Grill den Henssler“ äußert sich gegenüber dem RND zum Thema Nachhaltigkeit: „Auf Grundlage der Promi-Rezepte werden die Lebensmittel für die Sendung in den erforderlichen Mengen bereitgestellt“, habe der Sender erklärt. Und weiter: „Außerdem gibt es einen gewissen Grundstock an Zutaten, die während des gesamten Produktionszeitraumes genutzt werden können.“

Die übriggebliebenen Lebensmittel würden ebenfalls innerhalb des Teams aufgeteilt. Anders sieht es allerdings mit den in der Sendung gekochten Gerichte aus. Hier verhindern offenbar die strengen Corona-Auflagen das Verteilen: „Fertig zubereitete Gerichte können aufgrund der aktuellen Corona-Lage leider nicht von anderen Personen aufgegessen werden“, habe eine Sprecherin auf Anfrage des RND erklärt.

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