Mittlerweile gibt es 15 Staffeln

Germany's next Topmodel: Deutschlands erfolgreichste Model-Castingshow bei ProSieben

Seit mittlerweile 14 Jahren läuft "Germany's next Topmodel by Heidi Klum" auf ProSieben. Das Format gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Castingshows und hat bisher unzählige Newcomer-Models hervorgebracht.

  • Germany's next Topmodel läuft seit 2006 auf ProSieben.
  • Heute gehört die Castingshow zu den erfolgreichsten in Deutschland.
  • Nicht alle Siegerinnen der Show haben erfolgreiche Karrieren.

Germany's next Topmodel (kurz: GNTM) gilt neben "DSDS" und "Das Supertalent" als erfolgreichste Castingshow Deutschlands. Sie wird seit 2006 vom Sender ProSieben ausgestrahlt und von Model und Produzentin Heidi Klum moderiert. 2020 startet die bereits 15. Staffel der Erfolgsshow. Grund genug, um hinter die Kulissen des Formats zu schauen. Hier kommt der Überblick. 

Germany's next Topmodel: Konzept stammt eigentlich aus den USA

Die erste Staffel von Germany's next Topmodel ging am 25. Januar 2006 auf Sendung. GNTM war die damals erste Castingshow, bei der ein Topmodel gesucht wurde. Doch das Konzept war nicht neu: Es stammt eigentlich von dem US-amerikanischen Model Tyra Banks, die "America's Next Topmodel" bereits im Jahre 2003 erfolgreich initiierte. 

Ziel von GNTM ist es, das nächste erfolgreiche Model Deutschlands zu finden, gleichzeitig aber auch eine ansprechende Fernsehsendung im Reality-Format zu kreieren. Die Teilnehmerinnen müssen während der gesamten Show, die zwischen dreieinhalb und vier Monaten jeden Donnerstag auf ProSieben läuft, unterschiedliche Aufgaben bewältigen. Das können Fotoshootings, Videodrehs oder Job-Castings sein.

Germany's next Topmodel: "Das große Umstyling"

Eine der bekanntesten Folgen ist in jeder Staffel das sogenannte "Umstyling", an dem alle Kandidatinnen teilnehmen müssen. Ziel ist es, den angehenden Models einen so einzigartigen Look zu verpassen wie nur möglich. Heidi Klum betont, dadurch nur das Beste aus den Mädchen herausholen zu wollen. 

Jedes Jahr sorgt das Umstyling, das stets von professionellen Stylisten durchgeführt wird, für ordentlich Furore. Nicht selten drohen Kandidatinnen damit, aus der Castingshow aussteigen zu wollen, falls sie einen Kurzhaarschnitt verpasst bekommen. Tatsächlich kommt das pro Staffel nur ein- oder zweimal vor. Zu den drastischsten Looks der vergangenen Jahre gehörten ein roter "Prinz-Eisenherz-Schnitt" sowie eine frisch rasierte Glatze. In beiden Fällen blieben die Teilnehmerinnen aber in der Show.

Germany's next Topmodel: wiederkehrende Aktionen und Model-Jobs

Nicht nur das Umstyling findet in jeder Staffel statt. Heidi Klum hat mittlerweile unzählige Aktionen gefunden, die die Mädchen Jahr für Jahr mitmachen müssen. Dazu zählen Fotoshootings unter Wasser, Videodrehs und Castings für Model-Jobs. Letztere haben in den vergangenen Staffeln immer stärker abgenommen, wobei viele der Arbeitgeber über die Jahre wiederkehrend waren.

Dazu zählen zum Beispiel Gilette oder Opel, für die die Kandidatinnen Fernsehspots drehen durften. Ebenfalls langjähriger Partner war das Frauenmagazin Cosmopolitan, auf dessen Cover die Siegerinnen zwölf Jahre lang kamen. 2018 war dann Schluss - seitdem werden die Siegerinnen auf der Harper's Bazaar gezeigt. Als Grund dafür nennt ProSieben "konzeptionelle Änderungen".

Germany's next Topmodel: Kandidatinnen bekommen jede Woche Fotos

Am Ende jeder Folge von Germany's next Topmodel müssen die Meeedchen, wie Heidi Klum ihre Kandidatinnen gerne nennt, auf den Laufsteg. Dort sollen sie präsentieren, was sie während der vergangenen Woche gelernt haben. Anschließend fällt die Entscheidung. Diejenigen, die eine Woche weiter sind, bekommen ein Foto von der Model-Mama. Alle anderen sind raus. 

"Ich habe heute leider kein Foto für dich", lautete der Spruch, den Heidi Klum ihren Model-Anwärterinnen dann gerne mitteilt. In der Regel sind die jungen Frauen am Boden zerstört und brechen in Tränen aus. Es kam aber auch schon vor, dass Kandidatinnen freiwillig ausgestiegen sind. Etwa aus persönlichen Gründen, wie es erst 2019 der Fall war, als die 22-jährige Vanessa die Show vorzeitig verließ.

Germany's next Topmodel: Heidi Klum ist seit 2019 Allein-Jurorin von GNTM

Die Jury-Struktur von Germany's next Topmodel hat sich über die 14 Jahre, in denen es die Castingshow nun gibt, drastisch verändert. In den ersten beiden Staffeln gab es neben Heidi Klum noch drei andere Jury-Mitglieder, danach nur noch zwei. 

In den Staffeln 11 bis 13 haben die Jury-Mitglieder Thomas Hayo und Michael Michalsky aus den Kandidatinnen zwei separate Teams geschaffen und diese gegeneinander antreten lassen. Seit der 14. Staffel verzichtet Heidi Klum auf Co-Moderatoren und lädt stattdessen in jeder Folge einen Gastjuror zu sich in die Sendung ein. Zu den bekanntesten Gastjuroren der vergangenen Staffeln gehörte zum Beispiel Hotel-Erbin Paris Hilton. 

Germany's next Topmodel: Produktion vorrangig in Los Angeles (USA):

Viele von Heidi Klums Gastjuroren stammen aus den Vereinigten Staaten. Das kommt nicht von ungefähr: Schon von Beginn an, ist Hauptproduktionsort der Castingshow das kalifornische Los Angeles - Wohnort von Heidi Klum. Wie es heißt, war es ihre Bedingung, dort zu drehen, da sie so ihren Kindern trotz monatelanger Dreharbeiten besonders nah sein könnte.

Weitere bekannte Drehorte bei GNTM waren Sydney (Australien), New York (USA) und London (England). Für Model-Jobs kann es zudem immer wieder vorkommen, dass die Kandidatinnen Los Angeles verlassen müssen. In Kalifornien wohnen die angehenden Models in einer Villa mit Pool, teilen sich die Wohn- und Schlafräume aber untereinander wie in einer WG. 

Germany's next Topmodel: die Gewinnerinnen aus 14 Staffeln

Mittlerweile hat Germany's next Topmodel 14 Gewinnerinnen hervorgebracht. Manche sind erfolgreicher als andere. Vor allem Lena Gercke, Gewinnerin der ersten GNTM-Staffel, ist noch heute in vielen TV-Produktionen zu sehen. Von 2009 bis 2012 moderierte sie sogar Austria's Next Topmodel. Die anderen Siegerinnen sind (in chronologischer Reihenfolge):

  • Barbara Meier (2007)
  • Jennifer Hof (2008)
  • Sara Nuru (2009)
  • Alisar Ailabouni (2010)
  • Jana Beller (2011)
  • Luisa Hartema (2012)
  • Lovelyn Enebechi (2013)
  • Stefanie Giesinger (2014)
  • Vanessa Fuchs (2015)
  • Kim Hnizdo (2016)
  • Céline Bethmann (2017)
  • Toni Dreher-Adenuga (2018)
  • Simone Kowalski (2019)

Auch Stefanie Giesinger hat seit ihrem Sieg bei Germany's next Topmodel eine erfolgreiche Karriere hingelegt. Vor allem auf Social Media kommt das Model gut an. Auf Instagram hat die 23-Jährige GNTM-Gewinnerin fast vier Millionen Follower. Sie steht bei einer New Yorker Modelagentur unter Vertrag und ist seit 2016 mit dem britischen YouTuber Marcus Butler liiert. 

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59days left in 2019.

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Kritik an Germany's next Topmodel - lebende Tiere bei Fotoshootings

Immer wieder erntete Germany's next Topmodel in der Vergangenheit Kritik für den Einsatz von lebenden Tieren bei seinen Fotoshootings. So kamen dort beispielsweise Elefanten, Tiger, Alligatoren oder Affen zum Einsatz. Die Tierrechtsorganisation PETA kritisierte, dass Wildtiere wie Tiger bei einer Castingshow wie GNTM nichts verloren hätten. „Die jungen Mädchen wissen es nicht, aber sie waren in akuter Lebensgefahr“, hieß es. 

Auch die Tierschutzorganisation Vier Pfoten schaltete sich ein und forderte ProSieben auf, künftig nur noch auf "menschliche Akteure" zu setzen. 

Siegerinnen von GNTM klagten sich aus den Verträgen raus

Weiterer Kritikpunkt von Germany's next Topmodel sind die Verträge, die die Kandidatinnen unterzeichnen müssen. Sie werden aufgrund ihrer Inhalte auch als "Knebelverträge" bezeichnet. Es heißt, die Kandidatinnen müssten bis zu 40 % ihrer Gagen abgeben und teilweise sei sogar festgelegt, welche Jobs sie machen müssen.

Einige der Teilnehmerinnen hatten sich in der Vergangenheit aus den Verträgen raus geklagt. Jana Beller und Alisar Ailabouni, die Siegerinnen von 2010 und 2011, gingen ebenfalls diesen Weg und trennten sich von der Modelagentur "ONEeins", die Heidi Klums Vater Günther gehört.

Rubriklistenbild: © pa/obs ProSieben/Richard Hübner