Eurovision Song Contest 2023

ARD ändert ESC-Vorentscheid: Wettbewerb wird radikal verändert

Der Eurovision Song Contest geht 2023 in England in die nächste Runde. Für die ARD läuft die Suche nach dem Teilnehmer für Deutschland auf Hochtouren.

Deutschland – Es gibt vermutlich kaum einen Wettbewerb im TV, der die Zuschauer so spaltet, wie der Eurovision Song Contest. Die negativen Stimmen zur Show, vor allem in Bezug auf die Punktevergabe, bleiben Jahr für Jahr. Trotzdem will die ARD, die kürzlich Kritik für einen Auftritt von Nena einstecken musste, einen Kandidaten für Deutschland ins Rennen schicken – für die aktuellen Castings gibt es eine Neuerung.

Bewerbung für ESC 2023 läuft aktuell – ARD bietet neue Möglichkeit für Teilnehmer

Beim ESC blieben große Erfolge für Deutschland, wie der Sieg von Lena Meyer-Landrut (31), zuletzt aus. Daher will die ARD beim Vorentscheid nun neue Möglichkeiten ausschöpfen und dadurch auch eine ganz neue Zielgruppe erreichen. Wer sich für die Sendung „Unser Star für Liverpool“ bewerben und eine Chance auf den „Eurovision Song Contest“ 2023 in England haben möchte, der kann die Jury auf einer neuen Plattform auf sich aufmerksam machen.

Demnach können sich Kandidaten für die Auswahl-Show „Unser Star für Liverpool“ ab sofort auch über die Social-Media-App TikTok bewerben. Doch bevor Kandidaten oder Bands von bis zu sechs Personen dort ein Video unter dem Hashtag „#UnserLiedFürLiverpool“ hochladen, müssen sie einige Kriterien erfüllen. Dazu gehört, dass man erst ab 16 Jahren teilnehmen darf.

Zudem müssen Personen, die am deutschen Vorentscheid zum ESC teilnehmen wollen, einen Song singen, der aktuell ist. Das Lied sollte also im besten Fall noch gar nicht auf dem Markt sein – oder erst nach dem 1. September auf einer Bühne, einem Tonträger oder dem Internet veröffentlicht werden. Aber nicht nur engagierte Sänger und Bands können sich über TikTok bewerben. Die ARD sucht auf diesem Wege auch Komponisten mit einem Song, bei dem Gesang zu hören ist.

Teilnehmer für den ESC 2023 gesucht – ARD sucht Kandidat für „Unser Star für Liverpool“ bei TikTok

Bis zum 28. November um 23:59 Uhr haben Interessierte für ihr Bewerbungsvideo Zeit. Ganz fleißige Musiker können sich über TikTok sogar mit mehreren Liedern für den Eurovision Song Contest bewerben. Ob man es in die engere Auswahl geschafft hat, erfährt man dann direkt über die Social-Media-App. Künstler, die eine entsprechende Direktnachricht auf der Plattform von dem Team der ARD erhalten, können sich glücklich schätzen (weitere Promi- und TV-News bei RUHR24).

Da die Videos auf TikTok nur sehr kurz sind, sollen die Auserwählten dann den Song in drei Minuten Länge über die gängige Bewerbungsplattform hochladen. Auch für Fans des Eurovision Song Contests, die sich nicht bewerben möchten, kann sich ein Blick in die App lohnen. Nach der Vorauswahl durch Experten können Nutzer von TikTok dann dort für ihren Favoriten abstimmen. Wer es mit seinem Song an die Spitze der Bewerber bei TikTok schafft, darf sein Lied in der ARD-Show „Unser Star für Liverpool“ performen.

Über die Smartphone-App TikTok kann man sich aktuell für die Teilnahme am ESC 2023 bewerben (Symbolbild).

Nach Angaben von Watson soll die Abstimmung auf Tiktok im Januar 2023 starten. Im März soll der Vorentscheid „Unser Star für Liverpool“ im TV laufen. Doch die Auswahl der Künstler für die Show ist umstritten. So gab es bei der Entscheidung im Jahr 2022 einige Kritik für die ARD, die eine Sendung nach 45 Jahren aus dem Programm genommen hat.

Die Fans hatten sich die Metalcore-Band „Electric Callboy“ beim ESC gewünscht. Trotz einer Petition für den Auftritt der Gruppe mit über 100.000 Stimmen, wurde der Künstler Malik Harris (25) dazu auserkoren, Deutschland beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Doch das Ergebnis war ernüchternd: Lediglich sechs Punkte gab es insgesamt, was den letzten Platz bedeutete. Einige Zuschauer werfen der ARD deshalb vor, dass vorrangig Songs ausgewählt werden, die radiotauglich sind und nicht aus einem Nischen-Genre.

Kritik gegen ARD bei ESC 2022 – unfaire Auswahl im Vorentscheid?

Die ARD weist zwar bei dem Aufruf zur Bewerbung für die Show „Unser Star für Liverpool“ darauf hin, dass „kein Genre vorgegeben“ sei. „Je größer die Vielfalt, desto besser“, heißt es online.

Doch im Falle der Band „Electric Callboy“ hatte der NDR nach Angaben des Stern bestätigt, dass der Song „Pump it“ nicht radiotauglich genug gewesen sei. Schließlich müsse das Lied mithilfe des Radios schon vor dem ESC bekannt gemacht werden.

Rubriklistenbild: © Aleksandr Gusev/ Pacific Press Agency/ Imago Images

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