Gelddruckmaschine aus Deutschland?

Dschungelcamp: Wie Australien trotz Buschbränden an der RTL-Show verdient

Viel Geld für Australien.
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Viel Geld für Australien.

"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" ist für RTL eine Gelddruckmaschine. Und auch Australien dürfte sich - trotz Buschbränden - freuen.

  • Zu Beginn des Dschungelcamps war die Kritik groß.
  • Es wurden Stimmen laut, dass es nicht vertretbar sei, die Show zu produzieren, obwohl große Buschbrände wüten.
  • Doch Australien verdient einiges an der Produktion von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus".

Australien - Bereits seit zehn Tagen sitzen vermeintliche Stars im australischen Dschungel und bekommen neben Reis und Bohnen nicht viel auf den Teller. Außer vielleicht, wenn sie zu einer der ekligen Dschungel-Prüfungen antreten müssen. Dann stehen auch gerne mal Kamel-Anus oder püriertes Schweinehirn auf dem Menü - lecker.

Ich bin ein Star - Holt mich hier raus: So verdient Australien an der Show

Mit diesem Konzept ist RTL bereits seit 14 Jahren mehr als erfolgreich. Über genaue Zahlen möchte der TV-Sender zwar nicht sprechen, aber laut Medienberichten soll RTL um die 37 Millionen Euro an "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" verdienen. Schließlich sind die Werbespots nicht gerade günstig - Firmen wie McDonalds lassen es sich einiges kosten, um in der Sendung aufzutauchen.

Aber wo Einnahmen sind, sind natürlich auch Ausgaben - und das nicht zu knapp. Ein großer Teil der Ausgaben fließt wohl in das Gehalt der dritt- und viertklassigen "Stars". Aber der Sender RTL lässt auch einen ordentlichen Batzen in Australien - zur Freude der australischen Regierung. 

Australische Regierung begrüßt Dreharbeiten vom Dschungelcamp und verdient ordentlich

Die hat die Dreharbeiten im Vorfeld ausdrücklich begrüßt - obwohl in Australien derzeit verheerende Buschbrände wüten. Einige Zuschauer waren fassungslos darüber, dass "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" trotz der schrecklichen Brände produziert und ausgestrahlt wird, obwohl die Regeln der Show an die Ausnahmesituation angepasst wurden. Einige haben zum Dschungelcamp-Boykott aufgerufen.

Zum Auftakt des Dschungelcamps meldete sich die australische Regierung zu Wort. Lynette Wood, Botschafterin in Berlin, schreibt: "Die australische Regierung begrüßt touristische und geschäftliche Aktivitäten zur Unterstützung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus." Kein Wunder, denn RTL soll einige Millionen vor Ort ausgeben.

Hotelkosten für Dschungelcamp liegen im sechstelligen Bereich

Dem Nachrichtenportal watson liegt ein Dokument aus dem Jahr 2016 vor, in dem die Kosten für die deutsche Produktion und das britischen Pendant (I'm a celebrity... get me out of here!) in Australien aufgelistet sind. Beide Produktionen zusammen haben Australien rund 13 Millionen Euro eingebracht.

Allein die Hotelkosten sollen demnach bei gut 682.000 Euro liegen. Denn nicht nur die "Stars" und ihre Begleitpersonen müssen vor Ort untergebracht werden. Auch deutsche und britische Crewmitglieder und natürlich die beiden Moderatoren Sonja Zietlow, die derzeit mit einem Coronavirus-Shitstorm kämpft, und Daniel Hartwich sowie die britischen Kollegen Anthony McPartlin und Declan Donnelly müssen für die Show einquartiert werden.

Crewmitglieder für Dschungelcamp kommen aus Australien

Außerdem werden für die Dschungelcamp-Produktion ortsansässige Mitarbeiter eingestellt. Kameraleute, Fahrer, Techniker, Tischler und mehr werden für die Show benötigt. Laut watson sollen über 30 von ihnen seit fünf Jahren unter Vertrag stehen. Zudem sollen australische Studenten als Set-Runner einen guten Nebenverdienst haben.

Natürlich werden auch die Einkäufe Vorort getätigt - Lebensmittel oder Equipment würden nicht aus Übersee eingeflogen werden. Das könnten auch Anwohner bestätigen. So soll die TV-Crew bei einem Einkauf bei "Murwillumbah Foodworks" über 1200 australische Dollar ausgegeben haben - zur großen Freude des Shop-Inhabers. 

RTL sammelt 200.000 Euro Spenden für Australien

Eine weitere große Einnahmequelle für Australien sind Spenden. Besonders in diesem Jahr, in dem gewaltige Feuer wüten, kann sich das Land über den Spendenaufruf von RTL freuen. Zu Beginn des Dschungelcamps haben die beiden Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich dazu aufgerufen, für Australien zu spenden. Und RTL hat mit 100.000 Euro vorgelegt. Wie der Sender mitteilt, sind die 200.000 Euro inzwischen geknackt. 

Aber auch in den vergangenen Jahren hat die Dschungelcamp-Produktionsfirma immer wieder Geld für verschiedene Projekte gespendet. So hat sie die Pfadfinder-Gruppe von Murwillumbah mit Sachgeschenken unterstützt. Außerdem wurden die Wollumbin High School und das "Wedgetail Retreat"-Hospiz unterstützt.

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