Das soll helfen?

Coronavirus: Carmen Geiss teilt auf Instagram falsches Heilmittel - Follower sind sauer

Können Hausmittel wirklich gegen das Coronavirus helfen? Daran glaubt Carmen Geiss, die einen umstrittenen Kettenbrief auf Instagram veröffentlichte.

  • Carmen Geiss teilte auf Instagram einen Kettenbrief zum Coronavirus.
  • Demnach sollen Zwiebeln die Menschen vor dem Virus schützen und Infizerte heilen.
  • Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor solchen falschen Behauptungen.

Dortmund - Dieser Post ging für Carmen Geiss (54) nach hinten los: Die Reality-TV-Darstellerin hat derzeit Angst vor dem Coronavirus. Jetzt verbreitete sie jedoch auf Instagram einen Kettenbrief, für den sie von einigen Followern viel Spott bekommt.

Carmen Geiss verbreitet auf Instagram einen Kettenbrief über das Coronavirus

Es soll das Heilmittel gegen SARS-CoV-2 sein: Zwiebeln. Carmen Geiss erklärte ihren über 600.000 Followern, dass eine aufgeschnittene Zwiebel in einem Gefäß wie ein Magnet für das Coronavirus wirken soll. Dazu veröffentlichte die 54-Jährige ein Video in dem sie erklärte, dass sie diese Theorie auf jeden Fall glauben würde.

Einige wenige Follower sind sich allerdings sicher, dass dieser Kettenbrief ein Fake sei und die Zwiebeln nicht wie ein Magnet gegen das Coronavirus wirken können:

  • face_palm_hero schreibt: "Und wenn das so einfach wäre. Verbreite doch bitte nicht so einen Humbug. Es mag geistig umnachtete geben die das Lesen und wirklich glauben. Die meiden dann den Arzt und gehen lieber zum Bauern."
  • michaelweinhold schreibt: "Vielleicht kann man auch einen halben Apfel unters Kopfkissen legen und damit Krebs besiegen. Was ein Blödsinn."
lavendella59 schreibt: "Als verantwortungsvoller Mensch würde ich niemals solch einen Text posten. Im Netz wird vor diesem Kettenbrief gewarnt! Damals 1919 forderte die spanische Grippe sehr viele Opfer, das war auch ein Virus. Die medizinische Versorgung etc. ist mit heute nicht zu vergleichen. Es ist einfach unmöglich solch einen Brief zu posten!"

Carmen Geiss verbreitet Unwahrheiten über das Coronavirus

Jedoch sind sich die meisten ihrer Follower sicher, dass Zwiebeln beim Coronavirus tatsächlich helfen könnte. Nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch als Vorbeugung soll eine aufgeschnittene Zwiebel helfen. Der Blog Mimikama.at aus Österreich hat den Kettenbrief bereits einem Faktencheck unterzogen.

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NETZFUND Im Jahr 1919 starben 40 Millionen Menschen an der Grippe. Ein Arzt besuchte die vielen Bauern, um zu sehen, ob er ihnen bei der Bekämpfung der Grippe helfen konnte. Viele der Bauern und ihre Familien hatten sich mit der Grippe angesteckt und viele starben. Der Arzt stieß jedoch auf einen Landwirt, dessen Familie vollkommen gesund war, niemand im Haus war an der Grippe erkrankt. Der Arzt fragte den Landwirt, was er mache, das sich von den anderen unterscheiden würde. Die Bäuerin antwortete, dass sie lediglich eine geschälte Zwiebel in eine Schale getan und sie in allen Räumen des Hauses platziert habe. Der Arzt dachte, das könnte eventuell das Heilmittel gewesen sein. Also fragte er nach, ob er eine dieser Zwiebeln haben könnte. Als er sie unter das Mikroskop legte, fand er den Grippevirus in der Zwiebel. Die Zwiebeln absorbierten offensichtlich alle Bakterien und hielten so die Familie gesund. Nun habe ich diese Geschichte an einen Freund in Oregon geschickt, der mir regelmäßig Material zu Gesundheitsfragen zur Verfügung stellt. Er antwortete mit dieser höchst interessanten Erfahrung über Zwiebeln: "Danke für die Erinnerung. Ich kenne die Geschichte des Landwirts nicht, aber ich weiß, dass ich selbst eine Lungenentzündung bekam und sehr krank wurde. Aufgrund meiner früheren Kenntnisse über Zwiebeln schnitt ich beide Enden einer Zwiebel ab, legte sie in ein leeres Glas und stellte das Glas über Nacht neben mich. Am Morgen begann ich mich besser zu fühlen, während die Zwiebel schwarz wurde. Wenn wir Magenprobleme haben, wissen wir oft nicht, woran das liegen könnte. Vielleicht sind die Zwiebeln, die wir zuvor gegessen haben? *Zwiebeln ABSORB BACTERIA* und das ist der Grund, warum sie so gut darin sind, uns vor *Kälte und Grippe* zu schützen. Und genau aus diesem Grund sollten wir NICHT eine Zwiebel essen, die eine Zeitlang aufbewahrt wurde, nachdem sie *aufgeschnitten* wurde. Wenn eine Lebensmittelvergiftung gemeldet wird, suchen die Beamten als erstes danach, ob das "Opfer" *Zwiebeln* gegessen hat und woher diese Zwiebeln kamen. Höchstwahrscheinlich sind die *Zwiebeln* die Ursache. *Zwiebeln sind riesige Magneten* für Bakterien, besonders u

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Demnach helfen Zwiebeln zwar dem Immunsystem, aber nur, wenn sie auch verzehrt werden. Bei dem Kettenbrief wird auch fälschlicherweise davon gesprochen, dass das Coronavirus (hier alle Infos im Live-Ticker) ein Bakterium sei - und kein Virus. Selbst wenn eine Zwiebel wie ein Schwamm wirken könnte, könne sie die Viren in der Luft nicht aufnehmen - da Viren nicht durch die Luft fliegen können, sondern über Tröpfchen verteilt werden.

Gerüchte über das Coronavirus: WHO räumt mit Unwahrheiten auf

Der Glaube, dass Zwiebeln bei sämtlichen Krankheiten das perfekte Mittel sei, existiert bereits seit dem 16. Jahrhundert. Damals dachte man, dass eine aufgeschnittene Zwiebel Krankheitserreger aufsaugen könnte. Jedoch halfen Zwiebeln nicht gegen die Beulenpest oder die spanische Grippe.

Auch die World Health Organization (WHO) musste schon mit Gerüchten aufräumen. So kam der Irrglaube auf, dass Knoblauch gegen das Coronavirus helfen könnte. WHO stellte klar: Es gibt keine Hinweise darauf, dass Knoblauch gegen das Coronavirus eine Chance hat.

Carmen Geiss trägt beim Reisen Atemmasken zum Schutz vor dem Coronavirus

Doch auf die Erklärungen der WHO möchte Carmen Geiss scheinbar nicht vertrauen. Wie ein neueres Video auf Instagram zeigt, gehen sie und ihre beiden Töchter nur noch mit Atemmasken auf Reisen. Auch dafür muss die 54-Jährige in den Kommentaren einen Shitstorm über sich ergehen lassen.

So heißt es von ihren Followern, dass sie Schuld daran sei, dass die Menschen in Panik verfallen und die Ärzte und Pfleger keine Atemschutzmasken mehr hätten. Außerdem heißt es "Im Übrigen sei mal noch gesagt, solche Masken wie ihr anhabt, schützen euch nicht vor einer Infektion, sondern der Infizierte trägt sie zum Schutz, dass er andere nicht ansteckt." 

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

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