Programm-Änderung

ARD und ZDF verlängern „Tagesschau“ und „heute“-Nachrichten: Grund macht sprachlos

Wladimir Putin hat in einer verstörenden Rede im Kreml die Annexion vier weiterer Gebiete in der Ukraine verkündet. ARD und ZDF reagieren mit einer Änderung.

Berlin – Zurzeit haben die Programm-Chefs der großen deutschen TV-Sender viel zu tun: Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ARD, ZDF und Co. nicht spontan auf aktuelle Geschehnisse reagieren müssen. Sei es der Rechtsruck in Italien oder die Beerdigung von Queen Elizabeth II. – das Erste und Zweite fackeln nicht lange und ändern meist sehr spontan das TV-Programm für eine kurzfristige Spezial-Sendung. Auch an diesem Freitag (30. September) war es wieder so weit.

Öffentlich-rechtliche SenderARD und ZDF
Andere NamenDas Erste, Das Zweite
HauptsitzBerlin (ARD) und Mainz (ZDF)

ARD und ZDF verlängern „Tagesschau“ und „heute“-Nachrichten am Freitag

Erst am späten Freitagnachmittag (30. September) wurde bekannt gegeben, dass ARD und ZDF den gewohnten Sendeablauf am Abend nicht wie geplant beibehalten. Die ARD hat den für 20.15 Uhr geplanten Film „Billy Kuckuck – Mutterliebe“ wegen eines aktuellen Brennpunkts um zehn Minuten verschoben. Das ZDF hat indes seine „heute“-Nachrichten um 19 Uhr um 20 Minuten verlängert und die geplante Serie „Bettys Diagnose“ kurzerhand auf 19.40 Uhr geschoben.

Der Grund dafür macht sprachlos: Beide öffentlich-rechtlichen Sender haben ihre Programme verschoben, um über den neuesten Vorstoß von Russland-Chef Wladimir Putin zu informieren und auf die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine einzugehen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag (30. September) die Annexion der vier mehrheitlich von eigenen Truppen besetzten Gebiete in der Ukraine bekannt gegeben.

Spontane Programm-Änderung bei ARD und ZDF: Sonder-Sendungen wegen Putin-Annexion

Bei einem im russischen TV übertragenen Festakt am Freitag (30. September) im Kreml unterzeichnete er die entsprechenden Dokumente. International wird die Annexion nicht anerkannt. Das ZDF betitelt seine Sondersendung deshalb auch knallhart: „ZDF-Spezial: Russische Annexion – Eskalation im Ukraine-Krieg“. Bei der ARD hält man sich etwas bedeckter – der spontan eingeplante „Brennpunkt“ trägt den Titel: „Brennpunkt: Krieg gegen die Ukraine“ (mehr TV-News auf RUHR24 lesen).

Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ihre Primetime-Programme wegen Kreml-Chef Wladimir Putin über den Haufen werfen müssen: Bereits am 21. September änderten ARD und ZDF ihr TV-Programm um 20.15 Uhr kurzfristig, als Wladimir Putin die Teilmobilmachung in seinem Land ankündigte.

ARD und ZDF haben ihre Nachrichten-Sendungen „Tagesschau“ und „heute“ am Freitag (30. September) verlängert.

ARD und ZDF stehen derzeit vermehrt in der Kritik: Im August war die frühere RBB-Intendantin Patricia Schlesinger wegen diverser Vorwürfe fristlos entlassen worden. Mitte September kritisierte dann unter anderem Christian Lindner die neunstündige, parallele Live-Übertragung von ARD und ZDF bei der Beerdigung von Queen Elizabeth II. Mit ihren schnellen Reaktionen auf das aktuelle Weltgeschehen dürften die beiden TV-Sender nun aber wieder einige Punkte auf der Beliebtheitsliste gut gemacht haben.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/Imago, Karl F.Schöfmann/Imago, Collage: RUHR24