Programmänderung

„Tagesschau weiter stärken“: ARD wirft Sendung nach 27 Jahren aus TV-Programm

Die „Tagesschau“ gehört für viele TV-Zuschauer zum Alltag. Jetzt will die ARD ein langjähriges Format zugunsten der Sendung aus dem Programm werfen.

Dortmund – Passionierte „Tagesschau“-Gucker mussten in den letzten Wochen öfter auf die Nachrichtensendung in der ARD verzichten. Wegen der Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft aus Katar musste die „Tagesschau“ mehrfach ihren gewohnten Sendeplatz um 20 Uhr räumen. Einzelne Folgen fielen sogar komplett aus. Zukünftig will die ARD die Sendung aber wieder ausbauen.

ARD will „Tagesschau“ stärken und schmeißt „Nachtmagazin“ aus dem TV-Programm

Dafür fliegt allerdings ein anderes langjähriges Format aus dem TV-Programm der ARD. Das „Nachtmagazin“ wird ab 2023 den Sendeplatz komplett räumen müssen, wie DWDL.de berichtet. Das Nachrichtenformat informiert ARD-Zuschauer seit 1995 über die aktuellsten Themen des Tages.

„Wir möchten die Marke ‚Tagesschau‘ im kommenden Jahr noch weiter stärken“, begründet Marcus Bornheim, erster Chefredakteur von ARD-aktuell, gegenüber DWDL.de die Entscheidung des Senders. Gerade nachts seien zehnminütige „Tagesschau“-Ausgaben sinnvoller, als das zwanzig Minuten lange „Nachtmagazin“.

ARD verzichtet wegen Fußball-Weltmeisterschaft im TV auf „Nachtmagazin“

Bereits in den letzten Wochen und Monaten verzichtete Das Erste immer häufiger auf das „Nachtmagazin“. Zuletzt war vor allem die umstrittene Fußball-WM in Katar schuld. Die Übertragungen sorgten regelmäßig für Änderungen im ARD-Programm. Auch mit einer deutschen TV-Tradition zu Weihnachten hat der Sender wegen des Turniers gebrochen.

Ursprünglich wurde das „Nachtmagazin“ an fünf Abenden pro Woche gezeigt, um ARD-Zuschauer mit Nachrichten zu versorgen. Das endgültige Aus des Formats hatte sich aber dieses Jahr bereits abgezeichnet. Im November zeigte der Sender nur noch sechs Ausgaben. Im Sommer pausierte das „Nachtmagazin“ sogar für zwei Monate komplett.

Die ARD möchte die „Tagesschau“ weiter ausbauen. (Symbolbild)

ARD setzt „Nachtmagazin“ ab: Quoten sprechen gegen Nachrichtensendung

Auch was die Quoten angeht, ist die Absetzung nachvollziehbar. Das ARD-Magazin liegt seit Jahren im Schnitt hinter den Spätnachrichten von ZDF und RTL zurück. Ein weiterer Grund für die Umstrukturierung: Der Produktionsaufwand für eine weitere „Tagesschau“-Ausgabe sei geringer.

Mit dem neuen Nachrichtenkonzept will die ARD auch die „Breaking-News-Bereitschaft verbessern“, so Marcus Bornheim. Dabei soll die zusätzliche Ausgabe der „Tagesschau“ helfen. Noch stehen vereinzelte Ausgaben des „Nachtmagazins“ im Programm. Im kommenden Jahr fliegt das Format endgültig aus dem TV (mehr Promi- und TV-News auf RUHR24).

Rubriklistenbild: © Stephan Wallocha/Imago