Bundesweiter Warnstreik

ARD-Streik hat Konsequenzen: Mehrere Änderungen im Programm

Die Gewerkschaft Verdi ruft am Mittwoch alle ARD-Anstalten in Deutschland zum Streik auf. Das könnte auch Auswirkungen auf das TV-Programm haben.

Update, Mittwoch (9. November), 15.49 Uhr: Deutschland – Die Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi in den Rundfunkanstalten der ARD hatten am Mittwoch (9. November) unterschiedliche Auswirkungen auf das Programm der ARD.

So wurde am Vormittag im WDR statt einer Live-Ausgabe der Sendung „Live nach Neun“ eine Best-of-Folge gesendet. Auch im Radio bekamen Zuhörer die Auswirkungen des Gewerkschaftsstreiks zu spüren: Im WDR5 wurden in der Nacht die Nachrichten von NDR Info des Norddeutschen Rundfunks (NDR) ausgespielt. WDR2 und 1LIVE sendeten die SWR Nachrichten aus der ARD Pop-Nacht.

Und auch im Bayerischen Rundfunk rechnet man den ganzen Tag über mit Einschränkungen im Hörfunkprogramm: Die Radiosender BR-Klassik und Bayern 2 warnten ihre Hörer vor einem eingeschränkten Nachrichtenangebot bei BR24 Radio sowie Musikprogramm ohne Moderation bei BR Schlager.

Erstmeldung, Dienstag (8. November), 17.26 Uhr: Deutschland – Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi haben die meisten wohl bisher hauptsächlich durch ausgefallene Züge oder Flugzeuge erfahren. Am Mittwoch (9. November) ruft die Gewerkschaft im Kampf für stärkere Lohnerhöhungen nun aber auch alle Rundfunkanstalten der ARD zum Niederlegen der Arbeit auf. Wird dann am Mittwoch (9. November) im Ersten nur ein Testbild gesendet?

ARD streikt am Mittwoch: Auch Änderung und Ausfall der Tagesschau möglich

Die Sorge, dass die ARD am Mitwoch (9. November) lediglich ein Testbild statt des normalen TV-Programms sendet, besteht nicht. Dennoch warnt auch das Branchenmagazin DWDL vor weitreichenden Ausfällen und Programm-Änderungen. Welche Sendungen von den Streiks betroffen sein werden, ist noch nicht klar.

Beim letzten Warnstreik der ARD, im Sommer 2019, wurde unter anderem laut tv-Digital ausgerechnet die „Tagesschau“ von den Streiks in Mitleidenschaft gezogen. Zwar fiel die „Tagesschau“ nicht wie bei einem Streik 1988 komplett aus, allerdings musste „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner während der gesamten Nachrichten ohne Hintergrund moderieren.

2019 ebenfalls von den Streiks betroffen, war das „ARD-Morgenmagazin“: Mit Warnwesten und Flaggen ausgestattet marschierten damals am frühen Morgen Verdi-Mitglieder ins Studio und unterbrachen die Sendung. Diese musste dann eine gesamte Stunde lang aussetzen.

Streik bei der ARD: Gewerkschaft Verdi fordert höheren Inflationsausgleich

Hintergrund des Streiks sind wieder einmal Gehalts- und Honorarverhandlungen. Laut DWDL fordert Verdi angesichts von steigender Inflation und der Energie- und Gas-Krise um sechs Prozent stärkere Tariferhöhungen, insbesondere für BerufseinsteigerInnen und niedrige bis mittlere Entgelterhöhungen. Außerdem fordert die Gewerkschaft eine Begrenzung der Laufzeiten der Tarifabschlüsse auf zwölf Monate (mehr Promi- und TV-News auf RUHR24 lesen).

Bereits sechs Mal habe man mit der ARD verhandelt, noch immer blieben jedoch „alle Vorschläge aus der ARD (...) weit hinter einem Inflationsausgleich zurück und sind nicht akzeptabel. Streiks sind deshalb nötig, um Bewegung in die nächsten Verhandlungen zu bringen“, zitiert DWDL Christoph Schmitz, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand.

„Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner.

Weiter erklärt Schmitz: „Es wird ARD-weit an Planzahlen aus dem Jahr 2020 festgehalten, ohne die aktuellen Nöte der Rundfunkbeschäftigten und die auch für unsere Kolleginnen und Kollegen explodierenden Lebenshaltungskosten zu berücksichtigen. Jungen Rundfunkbeschäftigten, Auszubildenden und Freien wird die kalte Schulter gezeigt.“

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