„Dürfen wir nicht versemmeln“

ARD will noch 2022 Mediathek völlig verändern: Neue Vorteile für Nutzer

Der SWR, zuständig für die ARD-Mediathek, hat vor wenigen Tagen sein neues Digitalkonzept vorgestellt. Die Mediathek soll schon in wenigen Jahren völlig anders aussehen.

Deutschland – Streaming-Dienste haben das lineare Fernsehen – zumindest für manche Zielgruppen – längst überholt. Auf Knopfdruck die Lieblingssendung oder einen Film gucken und nicht mehr bis 20.15 Uhr warten müssen, ist längst Realität. Das wissen auch die großen TV-Sender und setzen deshalb immer mehr auf Online-Mediatheken. Die ARD hat für ihre Mediathek jetzt eine Revolution angekündigt.

StreamingdienstARD-Mediathek
Online seit2008
BetreiberARD

ARD plant noch 2022 Änderung an Mediathek: Neue Vorteile für Nutzer verkündet

Die ARD-Mediathek zählt bereits jetzt zu den erfolgreichsten Streamingdiensten in Deutschland. Laut eigenen Worten soll der öffentlich-rechtliche Streamingdienst sogar der reichweitenstärkste Anbieter aus Deutschland sein und damit andere deutsche Streamingdienste wie die ZDF-Mediathek oder RTL+, was vor kurzem neue AGBs eingeführt hat, hinter sich lassen.

Auch die internationalen Streaming-Platzhirsche, wie Netflix oder Disney Plus, will die ARD-Mediathek nun angreifen – und hat dafür große Änderungen geplant. „Wir wollen in fünf Jahren der erfolgreichste Streaminganbieter in Deutschland sein“, so SWR-Intendant Kai Gniffke laut DWDL während der Präsentation der ARD-Digitalstrategie in Hamburg. Die ARD hat also Großes vor – und die monatlich knapp 16 Millionen ARD-Mediathek-Nutzer sollen sich schon in wenigen Monaten über erste Änderungen freuen können.

ARD will Mediathek verändern: „Tatort“ bekommt eine Sonderrolle

Bereits in den kommenden drei Monaten, also noch 2022, plane man bei der ARD die Einführung von personalisierten Accounts, die nutzerspezifische Inhalte ausspielen. Zum Vergleich: Aktuell ist die ARD-Mediathek für jeden öffentlich zugänglich, ein Einloggen ist derzeit nicht notwendig.

Dennoch kann man sich auch jetzt schon bei der ARD-Mediathek einen eigenen Account erstellen, mit dem man beispielsweise eine Merkliste anlegen kann und persönliche Empfehlungen ausgespielt bekommt. Inwiefern sich die neuen „Accountmöglichkeiten“ von den bisherigen unterscheiden sollen, ist noch nicht bekannt (mehr Promi & TV-News auf RUHR24 lesen).

ARD will Netflix und Co. überholen und zeigt sich kampfeslustig

Weiterhin plant die ARD ihre Mediathek in den kommenden Jahren „von einer Abspielstation zum crossmedialen Portal“ umzubauen. Dafür plane man laut DWDL „verfeinerte Suchfunktionen, organischerer Zugang, leichteres Navigieren, automatisierte Empfehlungen, genuines Angebot – alles wird professionalisiert“.

Die ARD Mediathek hat große Änderungen für die nächsten Jahre angekündigt.

Zusätzlich wolle man das Exklusivitätsprinzip in den kommenden Jahren dahingehend verändern, dass 80 bis 90 Prozent der Inhalte zuerst ausschließlich online zu sehen sein sollen. Lediglich Traditions-Formate, wie der „Tatort“, für den die ARD derzeit einen Serienmarathon plant, sollen noch zuerst im linearen TV ausgestrahlt werden. Ob die ARD damit den großen Playern wie Netflix und Co. wirklich Konkurrenz machen kann, bleibt abzuwarten. Bei dem öffentlich-rechtlichen Sender zeigt man sich jedoch kampfeslustig: „Das dürfen wir nicht versemmeln“, zitiert DWDL den Sender.

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