ARD Plus

Neue ARD-Mediathek kostet jetzt Geld – aber nicht für alle

Neben der klassischen ARD Mediathek bietet der Öffentlich-Rechtliche Sender mit ARD Plus einen weiteren Streaming-Dienst an. Der kostet ab sofort Geld.

Berlin – Die ARD-Mediathek zählt zu den beliebtesten Streaminganbietern in Deutschland. Kein Wunder, schließlich ist die Online-Bibliothek des Ersten durch die GEZ-Gebühren quasi kostenfrei für alle zugänglich. Schon vor einigen Jahren hat der Sender auch einen weiteren Streamingdienst ins Leben gerufen: ARD Plus. Der ist ab sofort für jeden verfügbar – aber trotz GEZ-Gebühren nicht kostenlos.

SenderARD
SitzBerlin
SendungenTageschau, Tagesthemen, Tatort, uvm.

ARD Plus jetzt für alle Nutzer verfügbar: Programm kostet trotz GEZ-Gebühren Geld

ARD Plus ist bereits seit 2018 auf dem Markt – aber erst seit dieser Woche kann auch jeder Internet-User den zweiten Streamingdienst der ARD nutzen. Zuvor war das Angebot nur für Telekom- und Magenta-TV-Kunden verfügbar. Zwischenzeitlich hat das Erste das Angebot außerdem auch für Amazon Channels und AppleTV+ erweitert.

Jetzt hat der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk die Nutzbarkeit aber auch für alle anderen Streaming-Fans geöffnet: Seit dieser Woche kann jeder ARD Plus über die eigene Website und über die App auf iOS- und Android-Geräten empfangen. Zeitnah soll man den Streamingdienst auch als TV-App über den Amazon Fire TV Stick empfangen können.

ARD Plus nicht mehr nur bei Magenta-TV: Alte „Tatort“-Folgen jetzt wieder für alle verfügbar

Doch wozu gibt es überhaupt einen weiteren ARD-Online-Dienst? Schließlich zählt die ARD-Mediathek zu den meistgenutzten Streamingdiensten in Deutschland, berichtete DWDL jüngst. Laut dem Medien-Magazin seien bei ARD Plus Inhalte verfügbar, die nach der befristeten Verfügbarkeit in der ARD-Mediathek eigentlich in der Versenkung verschwinden würden.

So seien bei ARD Plus beispielsweise mehr als 450 „Tatort“-Folgen, Serien wie „Der Tatortreiniger“, „Parlament“, „Mord mit Aussicht“ oder frühere ARD-Produktionen wie „Türkisch für Anfänger“, „Auf Achse“, „Monaco Franze“ oder „Raumpatrouille Orion“ wieder online verfügbar. Zeitgleich hat die ARD für 2023 außerdem weitere Änderungen an der Mediathek angekündigt.

Was vielen Nutzern jedoch sauer aufstoßen könnte: Anders als die klassische ARD-Mediathek, welche indirekt durch GEZ-Gebühren bezahlt wird, kostet ARD Plus nun knapp 5 Euro im Monat. Und das, obwohl die dort verfügbaren Formate seinerzeit ebenfalls bereits durch GEZ-Gebühren finanziert wurden. Einzige Ausnahme: Magenta TV-Nutzer können den Streamingdienst weiterhin kostenlos nutzen.

Neue ARD-Mediathek nicht mehr kostenlos: Zuschauer zahlen trotz GEZ

Auf Twitter werden bereits die ersten kritischen Stimmen laut: „Der weltweit teuerste #Rundfunk bietet nun uralte Sendungen für 4,99€/Monat über „#ARD Plus“ an, deren Produktion bereits mit den vergangenen #Beitragszahlungen finanziert wurde. Die #Intendantengehälter, Restaurantbesuche und #Champagnerbestellungen müssen ja bezahlt werden!“, schreibt etwa ein Nutzer mit Anspielung auf den derzeitigen Skandal um rbb-Intendantin Schlesinger (mehr Promi- & TV-News auf RUHR24 lesen).

Die ARD hat für 2023 weitere Änderungen an der Mediathek angekündigt.

Ein weiterer Nutzer fragt sich: „ARD bietet ARD Plus an? Wofür genau zahlt man jetzt die Rundfunkgebühr?“ Und ein dritter Nutzer spekuliert: „Selbst Politiker schütteln da den Kopf.“

Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte bereits vor einigen Wochen bereits eine Deckelung des Rundfunkbeitrags gefordert, als ARD und ZDF während der Beerdigung von Queen Elizabeth II. stundenlang parallel das gleiche Programm gesendet haben. Die kostenpflichtige Einführung von ARD Plus für alle Internet-Nutzer dürfte die Diskussion um die GEZ-Gebühren nun einmal mehr entfacht haben.

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