Alfons Schuhbeck gesteht

ARD-Sender lässt TV-Koch fallen: Sendung nach Polizei-Ermittlungen wird abgesetzt

Alfons Schuhbeck ist vielen TV-Zuschauern als Koch bekannt. Aktuell muss er sich aber vor Gericht verantworten. Das hat Folgen für einen Sender der ARD.

Deutschland – Mit zahlreichen Preisen wurde Alfons Schuhbeck (73) in seiner Karriere als Koch bereits ausgezeichnet. Auch in mehreren TV-Sendungen war der gebürtige Bayer bereits zu sehen. Doch momentan sieht es düster für den 73-Jährigen aus, denn einige seiner geschäftlichen Entscheidungen werden ihm nun zum Verhängnis.

TV-KochAlfons Schuhbeck
Geboren2. Mai 1949 (Alter 73 Jahre), Traunstein

Ermittlungen gegen Alfons Schuhbeck – TV-Koch wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Aktuell laufen Ermittlungen gegen Alfons Schuhbeck. Angeklagt ist der TV-Promi wegen Steuerhinterziehung im sechsstelligen Bereich. Insgesamt soll es dabei laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) um 2,3 Millionen Euro gehen, die der Gastronom sich zwischen 2009 und 2016 mithilfe der Restaurants „Orlando“ und „Südtiroler Stuben“ zu eigen gemacht haben soll.

Durch die Nutzung eines Computerprogramms soll der 73-Jährige die Steuern vor dem Finanzamt geheim gehalten haben. Dadurch habe er sich immer wieder Geld aus der Kasse nehmen können. Die kompletten Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestätigte Alfons Schuhbeck bei dem Prozess gegen ihn bislang noch nicht (Stand: Freitag, 14. Oktober). Trotzdem räumte er eine Teilschuld ein und bat laut BR vor Gericht um Entschuldigung.

Demnach gestand er generell verantwortlich zu sein. Wie er die Steuern am Finanzamt vorbeigeschleust habe, daran erinnere sich der 73-Jährige hingegen nicht. Wer für die Installation des Programmes verantwortlich ist? Dazu gibt es Widersprüche (weitere Promi- und TV-News bei RUHR24).

Alfons Schuhbeck vor Gericht – Widersprüche bei Prozesse gegen TV-Koch

Einerseits gibt Alfons Schuhbeck laut dem BR zu: „Es gibt hier keinen fremden Dritten, der hierfür verantwortlich ist“, doch gleichzeitig erklärt er, dass das Programm nicht auf sein Verlangen hin installiert worden sei, sondern die Tat ein Angebot des IT-Fachmanns gewesen sei.

Der ARD passt die aufgeheizte Situation um den TV-Koch offenbar gar nicht, weshalb es nun nicht nur rechtliche Konsequenzen für Alfons Schuhbeck gibt, sondern auch berufliche Folgen. Die bisher im Bayerischen Rundfunk gezeigte Sendung „Alfons & Ali - Genuss hoch 3“ soll in der nächsten Zeit nicht mehr für Zuschauer zu sehen sein, berichtet die Süddeutsche Zeitung und beruft sich dabei auf eine Bestätigung des TV-Senders. Das gelte für fünf Episoden des Formates.

TV-Koch Alfons Schuhbeck muss sich aktuell wegen Ermittlungen gegen ihn vor Gericht verantworten.

Dazu soll die Sendung „Schuhbecks Küchenkabarett“ gar nicht erst ab dem 20. November ausgestrahlt werden. Und das ist noch nicht alles: Denn weitere BR-Produktionen mit Alfons Schuhbeck soll es in der nächsten Zeit nicht mehr geben. Somit müssen sich die Zuschauer vor dem Bildschirm auf eine Umstellung gefasst machen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die ARD einige Programm-Änderungen bei der Kult-Sendung „Tatort“ vornimmt.

Programm-Änderung bei ARD-Sender – Sendung von Alfons Schuhbeck gestrichen

Auf selbstgemachte Spezialitäten müssen die Zuschauer beim Bayerischen Rundfunk am Sonntag (16. Oktober) nicht verzichten. Der regionale Sender der ARD sendet statt des Formates mit Alfons Schuhbeck die Sendung „Kochen mit Hans-Jörg Bachmeier“ ab 17.15 Uhr.

Neben der ARD zieht auch das ZDF, das einige Spiele der WM 2022 zeigt, seine Schlüsse aus den Tumulten um Alfons Schuhbeck. Bei der TV-Sendung „Küchenschlacht“ habe man sich laut der Süddeutschen Zeitung (SZ) bereits darauf vorbereitet und zeige in den nächsten Wochen nur Folgen der Show, in denen der Koch nicht zu sehen sei. Das gelte mindestens bis zur Verkündung des Urteils.

Sendungen von Alfons Schuhbeck gestrichen – TV-Koch in Konflikt mit Gesetz wegen eigener Firmen

Dazu kommt, dass Alfons Schuhbeck offenbar nicht zum ersten Mal einen Konflikt mit dem Gesetz hat. So berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bereits 2021 darüber, dass Geschäftsberichte des Gastronomen seit dem Jahr 2017 fehlen würden. Dadurch sei er auf den Radar des Bundesamtes für Justiz (BFJ) geraten. Ihm gehören laut der FAZ verschiedene Firmen, von denen die Bilanzen aus mehreren Jahren fehlten. Daher habe das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeldverfahren eingeleitet.

Wie der Prozess um die Steuerhinterziehung für den 73-Jährigen endet, wird sich in der nächsten Zeit zeigen. Fest steht, Alfons Schuhbeck weiß um den Ernst der Situation und hofft auf ein mildes Urteil. „Mir ist bewusst, dass mir Gefängnis droht, das bereitet mir Angst“, zitiert der BR den TV-Koch.

Rubriklistenbild: © Contrast/Behrend/Imago; Westend61/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

Mehr zum Thema