„Wo immer das möglich ist ...“

Corona-Krise: Merkel wendet sich in Videobotschaft an Bevölkerung - und stellt eine gewaltige Forderung

Bundeskanzlerin Angela Merkel richtete sich in Sachen Coronavirus in einer Videobotschaft an die Bevölkerung. Dabei wartete sie mit einer radikalen Aufforderung an die Gesellschaft auf.

  • Das Coronavirus* beschäftigt die Bundesrepublik, die nationale Politik ist gefordert.
  • Am Samstag richtete Bundeskanzlerin Angela Merkel* daher das Wort an die Bevölkerung.
  • Dabei erklärte sie, dass radikale Einschnitte in das gesellschaftliche Leben eines jeden Einzelnen wünschenswert wären.

Berlin - Mit Blick auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus* hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jeden Einzelnen dazu aufgerufen, durch das eigene Verhalten Mitmenschen mit zu schützen. 

Die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten werde dauern, sagte Merkel in ihrer am Samstag verbreiteten wöchentlichen Videobotschaft, die sie mit eindringlicher Wortwahl begann. Das Coronavirus sei „eine riesige Herausforderung für uns in Deutschland. Eine Herausforderung, wie wir sie seit langem nicht gekannt haben.“ 

Coronavirus: Angela Merkel appelliert an Bevölkerung - Verbreitung von Covid-19 verlangsamen

Daher sei es nun wichtig, soziale Kontakte weitgehend einzustellen, „wo immer das möglich ist“ damit die Ausbreitung des Virus eingedämmt und das Gesundheitssystem somit entlastet werden könne. Dieser radikale Einschnitt in das gesellschaftliche Leben der Bevölkerung sei notwendig. 

Konkret appellierte die 65-Jährige, sämtliche Veranstaltungen zu meiden, die nicht zwingend notwendig seien, bis hinein ins familiäre Umfeld. „Wir helfen damit ganz konkret Menschen und können Solidarität in der Gesellschaft zeigen.“ Damit sollen insbesondere ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen geschützt werden, deren Immunsystem besonders anfällig für das Coronavirus ist. Daher sollte etwa der Besuch der Großeltern eingeschränkt werden.

Coronavirus in Deutschland: Merkel in der Pflicht - zusätzliches Kabinett

Gleichzeitig betonte die Bundeskanzlerin, dass nun auch der Staat gefordert ist, Lösungen zu finden. Konkret nannte Merkel dabei die Einführung eines zusätzlichen Kabinettsausschusses, in dem „die richtigen Entscheidungen für die Sicherheit und Gesundheit der Menschen“ getroffen werden sollen. 

Diesem gehören neben der Bundeskanzlerin auch Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Innenminister Horst Seehofer (CSU), Außenminister Heiko Maas (SPD), Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sowie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. Der aktuelle Krisenstab von Gesundheits- und Innenministerium bleibt ebenso bestehen.

Merkel über Corona: Krise werde „tiefe Spuren hinterlassen“

Zudem betonte Merkel, dass die Corona-Krise „tiefe wirtschaftliche Spuren hinterlassen“ werde. Um die Wirtschaft dahingehend zu unterstützen, arbeite die Bundesregierung bereits an Maßnahmen. Als ersten Schritt änderte die GroKo die Regelungen für Kurzarbeitergeld*. Damit die Strukturen des Staates erhalten bleiben können, habe die Erhaltung der Wirtschaft neben der medizinischen Versorgung oberste Priorität.

Jens Spahn stellte insgesamt noch einmal klar, dass die Bundesregierung keine größeren Einschnitte für die Bevölkerung plane, vielmehr müsse „eine Balance geschaffen werden zwischen Einschränkungen und Einschnitten einerseits und einem Alltag, der weitergehen muss“, wie der Gesundheitsminister am Freitagabend erklärte. Warum sich in der aktuellen Situation dennoch nicht Angela Merkel, sondern vielmehr Markus Söder (CSU) als Führungskraft zeigt, lesen Sie in einem Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis*. In Italien wurde ein herzerwärmendes Video aufgenommen, das im Internet viral geht. Wie bewerkstelligen unsere Supermärkte die Corona-Krise? Ein Überblick.

Bayern ruft wegen Corona den Katastrophenfall aus - die Nachricht klingt bedrohlich*. Vielen ist nicht klar, was die Ausrufung genau bedeutet. Dabei ist sie gar nicht so selten.

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