Brief an Klimaaktivistin

Radio-Moderator Domian rechnet mit Greta ab: „Entsorge deinen Heiligenschein!“

Moderator Jürgen Domian hat gegenüber Greta Thunberg eine klare Haltung - und tut sie kund.
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Moderator Jürgen Domian hat gegenüber Greta Thunberg eine klare Haltung - und tut sie kund.

Moderator Jürgen Domian schreibt in einem offenen Brief an Greta Thunberg, was ihn alles an ihr stört. Im Netz formiert sich ein Aufstand.

  • Moderator Jürgen Domian schreibt einen offenen Brief an Greta Thunberg*
  • Der Moderator weist die Klimaaktivistin zurecht und fordert Mäßigung
  • Im Internet regt sich heftige Kritik an Domian

Schweden/Köln - „Nun sitze ich hier und kann nicht anders“, markige Worte wählt Moderator Jürgen Domian eingangs in seinem offenen Brief an die Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Aber der 62-Jährige muss auch etwas loswerden, das ihm von der Fridays for Future-Bewegung Gegenwind einbringen wird. „Ich muss Dir sagen, dass Du mir mittlerweile ziemlich auf die Nerven gehst.“

Domian sei selbst „Naturfreund“ und „tiefgrün eingestellt“ und anfangs von Greta ziemlich beeindruckt gewesen. Aber Thunbergs* „moralinsaure Miene“, mit der sie Vorwürfe mache, gehe ihm doch zu weit. Domian könne Greta nicht mehr ernst nehmen. Inzwischen aber habe er den Eindruck, sie gebe nur noch „auswendig gelernte Antworten“. Deshalb fragt er sich, ob sie nicht doch fremdgesteuert sei.

Domian über Greta Thunberg: „Geniale Inszenierung cleverer PR-Manager“

Keine neue Theorie, die Domian aber untermauern zu können glaubt: Ein Mädchen mit Asperger-Syndrom, das „herzzerreißend einsam mit einem großen handgeschriebenen Pappschild“ fürs Klima kämpft, könnte eine geniale Inszenierung ziemlich cleverer PR-Manager sein. Um mit ihr als Marke Geld zu verdienen: Tatsächlich hat die Familie im Januar eine Stiftung gegründet und den Namen „Fridays for Future“ als Marke beantragt.

Aber Domian, der als Moderator erst kürzlich wieder ins Fernsehen zurückgekehrt ist, ist noch nicht fertig. Nervig fand er nämlich auch Thunbergs Wutrede 2019 bei der UN-Klimakonferenz in New York. Zum Fremdschämen, ihr Gebaren geradezu hysterisch. Seine Sicht: „Wie Deine ganze Generation in den wohlhabenden Ländern hattest Du die beste Kindheit seit Menschengedenken. So viel Freiheit und Wohlstand wie für Euch gab es nie zuvor.“ Es sei Thunbergs Generation selbst, die sich mit „dicken Autos“ zur Schule fahren ließe und als Backpacker um die ganze Welt reise.

Domian schreibt offenen Brief an Greta Thunberg und will versöhnlich enden

Statt „undifferenzierter“ und „vorwurfsvoller“ Argumentation hätte er gerne von Thunberg a) „Bitte lass den Leuten ihre SUVs und ihre Urlaubsreise mit dem Flugzeug! ... Suggeriere uns nicht permanent Schuld und ein schlechtes Gewissen!“ und b) Sie solle mal dahin reisen, wo es wirklich stinkt. Zu den Braunkohlekraftwerken in Polen oder den Atomkraftwerken ihres eigenen Landes Schweden.“

Domian schreibt, er wisse aus der „Schwulen- und Frauenbewegung, dass man/frau oft schrill, nervig, laut, penetrant und auch mal populistisch sein muss, um Gehör zu finden.“ Seine eigentliche Bitte laute aber: „Entsorge bitte Deinen Heiligenschein! Natürlich umweltgerecht.“

Nach Domians offenem Brief an Greta Thunberg folgt Wut im Netz

Der folgte ein Sturm der Entrüstung und Kritik im Netz. Es ist nicht das erste Mal, das Greta angegangen wird. So schreibt die ehemalige Politikerin der Piraten-Partei, Julia Probst: „Nicht #Greta nervt*, sondern der Habitus der alten weißen Männern, die null Interesse daran haben, der Zukunft die Lebensqualität zu erhalten - ihr seid ichbezogene Egoisten, denen der SUV wichtiger ist als eine lebenswerte Zukunft der Kinder.“

Ein User, der sich „Nilz Bokelberg“ nennt, ist enttäuscht: „Herrje. Jürgen. Bitte nicht. #WennsichLegendenselbstauseinandernehmen“.

Manche nehmen Domian aber auch in Schutz. Eine „Frau Unbekannt“ twittert: „Diese Hetze hier gegen #Domian ist unerträglich. Es ist einfach nur noch fürchterlich, wie intolerant unsere Gesellschaft gegenüber jeglicher Meinungsäußerung geworden ist.“ Und ein „markusdd“ schreibt: „Darf ich mal anmerken, dass mir als "JUNGER weißer Mann", und E-Auto-Fahrer, #Greta ebenso auf den Sack geht und ich ihre Klima-Apokalyptiker-Maschinerie entschieden und mit aller Kraft ablehne?! Ich lasse mir meine Freiheit nicht nehmen, und #Domian hat recht.“

Für erhitzte Gemüter sorgt ein Kölner Tatort. Der TV-Kommissar erzeugt mit der Wahl seines fahrbaren Untersatzes Unverständnis.

Jetzt hat sich die Klima-Aktivistin zum Coronavirus geäußert. Für ihre Aussage kassiert Greta Thunberg heftige Kritik.

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