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Wegen einer verlorenen Sportwette verklagt ein Tipper die Deutsche Fußball Liga (DFL). Im Streit vor dem Amtsgericht Nürnberg geht es um 190,97 Euro.

  • Ein Tipper verklagt wegen einer verlorenen Sportwette die Deutsche Fußball Liga (DFL).
  • Bei dem Streit geht es um 190,97 Euro.
  • Grund dafür ist eine Schiedsrichter-Entscheidung beim Spiel 1. FC Nürnberg gegen Schalke 04 (1:1) vom 12. April.

Und täglich grüßt der Videobeweis. Schon im Laufe der vergangenen Saison standen Diskussionen über den Videoschiedsrichter regelmäßig weit oben auf der Tagesordnung der Bundesliga. Auch in der Sommerpause kommt das leidige Thema nicht zur Ruhe. Und zwar nicht nur wegen des Ärgers um die neue Elfmeter-Regel bei der Frauen-WM.

Tipper verliert Sportwette beim Spiel Nürnberg gegen Schalke

Der Grund: Ein Tipper klagt vor dem Amtsgericht Nürnberg gegen die Deutsche Fußball Liga (DFL), weil er wegen einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Robert Kampka (37) im Spiel Nürnberg gegen Schalke (1:1) eine Sportwette verloren hat. Es geht um 190,97 Euro.

Grund für verlorene Sportwette ist eine Fehlentscheidung

In der 43. Minute des Spiels, bei dem die Mannschaften von Schalke und Nürnberg mit Sondertrikots aufliefen, erzielte Hanno Behrens das Führungstor für den FCN. Schiedsrichter Kampka entschied jedoch auf Stürmerfoul und gab den Treffer nicht.

Da der Pfiff des Schiedsrichters ertönte, bevor der Ball die Torlinie überquert hatte, durfte der Videoschiedsrichter nicht eingreifen. Eigentlich sind die Schiedsrichter auf dem Platz dazu angehalten, knifflige Szenen zunächst weiterlaufen zu lassen, um eine nachträgliche Überprüfung durch den Videoschiedsrichter zu ermöglichen.

Klage wegen „unerlaubter Handlung“ des Schiedsrichters

Der Verlierer der Sportwette verklagt die DFL deshalb wegen einer „unerlaubten Handlung“ des Schiedsrichters. Das erklärte ein Sprecher des Amtsgerichts Nürnberg.

Das Verfahren wird bislang schriftlich geführt. Bis zum 22. Juli habe der Kläger Zeit, auf einen Schriftsatz der DFL zu antworten.

Spieler stimmen gegen den Videobeweis

Aber nicht nur beim Spiel Nürnberg gegen Schalke, das von einer beeindruckenden Choreografie begleitet wurde, sorgte der Videobeweis in der vergangenen Saison für Diskussionen. Nach der Niederlage im Derby gegen den S04, war BVB-Coach Lucien Favre wegen der Schiedsrichter außer sich.

Nicht nur bei den Trainern, auch bei den Spielern erfreut sich der Videobeweis keiner großen Beliebtheit. In einer Spielerumfrage in der Bundesliga stimmte die Mehrheit gegen den Videoschiedsrichter in seiner aktuellen Form.

Der Videobeweis sorgt auch in der Sommerpause für Ärger. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Vielleicht kann sich die Bundesliga ein Beispiel an der Premier League nehmen. Dort wird derzeit eine Videobeweis-Revolution geplant, bei der die Transparenz für den Zuschauer im Vordergrund steht.

Vielleicht kann der Kläger dann zukünftig die Entscheidungen des Schiedsrichters besser nachvollziehen und dem Gewinn der nächsten Sportwette steht nichts mehr im Weg.