Bild: VIER PFOTEN, Christopher Koch

Der Tierschutzverein „Vier Pfoten“ ruft zum Protest gegen den illegalen Welpenhandel bei Ebay Kleinanzeigen auf. Der Konzern solle mehr Verantwortung übernehmen.

Der Tierschutzverein „Vier Pfoten“ ruft dazu auf, gegen den illegalen Welpenhandel und den Online-Marktplatz Ebay Kleinanzeigen zu protestieren. Ende Januar soll die Protestaktion vor der Ebay Seller Konferenz in Köln stattfinden. Ebay erklärte jedoch, dass das Unternehmen weder Veranstalter der Konferenz sei, noch ein Vertreter von Ebay Kleinanzeigen vor Ort sei.

Auch Mark Steier, Mitveranstalter der Ebay Seller Konferenz, zeigt sich irritiert von der Aktion der Tierschützer. Immerhin habe seine private Veranstaltung nichts mit Ebay-Kleinanzeigen zu tun, wogegen sich der Protest richtet, sondern mit ebay.de – einer anderen Plattform. Steier selbst verurteilt den Verkauf von Welpen auf Online-Marktplätzen, was auf ebay.de aber ohnehin verboten sei. „Die Demonstration ist offenbar an die Falschen adressiert“, ärgert sich Steier.

Das wiederum können die „Vier Pfoten“ nicht auf sich sitzen lassen. Immerhin gehöre sowohl ebay.de als auch Ebay-Kleinanzeigen zu ebay Inc – und gegen diesen Konzern richte sich der Protest.

Ebay Kleinanzeigen soll Verantwortung übernehmen

Der Tierschutzverein fordert den Online-Riesen dazu auf, mehr Verantwortung für den illegalen Welpenhandel zu übernehmen, der häufig auf diesen Seiten stattfindet.

Sie fordern eine Verifizierungspflicht von allen Personen, die über das Online-Portal Tieranzeigen veröffentlichen. Das bedeutet, jeder, der über Ebay Kleinanzeigen Tiere zum Verkauf anbietet, soll sich ausweisen und seine Identität bekanntgeben. Bisher ist lediglich eine willkürliche Mailadresse zur Anmeldung erforderlich.

Schon einige Verbesserungen erzielt

Seit mehreren Jahren steht der Tierschutzverein mit dem Onlineportal Ebay Kleinanzeigen in Kontakt. Bereits im Dezember 2018 übergab der Verein 200.000 Unterschriften an Ebay Kleinanzeigen.

Ebay Kleinanzeigen erklärte in einer Stellungnahme, dass sie bereits einige Verbesserungen erzielt haben. Unter anderem haben sie die Richtlinien für den Handel verschärft und auch die Kontrollen verstärkt.

Verifizierungen seien gegen den Welpenhandel wirkungslos

Die von Tierschützern geforderte Verifizierung von Nutzern lehnt das Unternehmen jedoch ab. Ihrer Ansicht nach sei diese wirkungslos, da der illegale Welpenhandel auf kriminelle Strukturen zurückzuführen sei und oft mit Strohleuten agiere.

Illegaler Welpenhandel findet oft über Internetplattformen wie Ebay Kleinanzeigen statt. Dabei werden Tiere, insbesondere Welpen, in Ländern wie Ungarn, Polen oder Rumänien gezüchtet und nach Deutschland verkauft.

Unwürdige Bedingungen sorgen für Krankheiten

Die Bedingungen der Zucht entsprechen dabei oft nicht den Standards und finden unter unwürdigen Bedingungen statt. Das führt dazu, dass die jungen Tiere oft unter Krankheiten leiden und bereits nach kurzer Zeit versterben.

Um Bürger zu sensibilisieren und aufmerksam zu machen, haben Tierschützer von Peta kürzlich mitten in der Innenstadt von Jena einen Hund gegrillt. Die Aktion kam nicht bei jedem gut an.

Info: Die Protestaktion findet am 22. Januar 2019 (Dienstag) von 8.45 bis 10 Uhr vor dem Maritim Hotel in Köln statt.

Eine frühere Version des Artikels wurde ohne Stellungnahme von Mark Steier veröffentlicht. Dieser hatte sich nach Veröffentlichung des Textes am Nachmittag an uns gewandt und seine Kritik an der Protestaktion der Tierschützer geäußert.