Bild: NABU Leipzig

Ein unglaublicher Fall von Tierquälerei dokumentierte der NABU Anfang Juni in Leipzig. Bei den Sanierungsarbeiten an einer Hausfassade mauerten Arbeiter Nester und Vogel-Babys einfach ein.

  • Vögel nisteten in Hohlräumen einer Hausfassade .
  • Küken und brütende Elterntiere wurden eingeschlossen.
  • Vogel-Eltern die von der Futtersuche heimkehrten, versuchten vergeblich zu ihrem Nachwuchs vorzudringen.

Im Leipziger Stadtteil Grünau verschlossen Arbeiter die Einfluglöcher brütender Vogel-Eltern. Sie waren dabei die Hausfassade zu erneuern. Auf die Tiere nahmen sie dabei keine Rücksicht.

Zuvor hatten Anwohner die Wohnungsgenossenschaft und auch die Arbeiter auf die nistenden Vögel aufmerksam gemacht. Daher scheint es unwahrscheinlich, dass die Tiere aus Unwissenheit oder aus Versehen eingemauert wurden. Laut NABU verstießen die Verantwortlichen vorsätzlich gegen Tier- und Naturschutzrecht.

Eingemauerte Küken sterben

Eine Anwohnerin beobachtete nach Verschluss der Nisthöhlen, wie ein Star und ein Haussperling immer wieder verzweifelt versuchten, in die verschlossenen Nistplätze zu kommen. Die Vögel hätten noch lange Futter zu ihren Nestern gebracht.

Da der von den Naturschützern kontaktierte Hausmeisterservice der Wohnungsgenossenschaft untätig blieb, rief der NABU die Polizei. Mithilfe der Beamten gelang es schließlich die Nistplätze wieder aufzubrechen.

Ein Star wurde auch eingeschlossen. Foto: dpa

In einer der verschlossenen Höhlen fanden die Helfer ein Nest und das Gelege eines Stars, der nun weiterbrüten kann. In einer anderen Höhle befand sich ein lebenden Star, der dort eingemauert wurde.

Während das Elterntier die Höhle verlassen konnte, waren seine drei Küken bereits tot, ein viertes Küken verstarb kurz darauf.

NABU stellt Strafanzeige

In einer weiteren Höhle war ein brütender Haussperling eingemauert. Auch er und seine drei Eier konnte ebenfalls durch das Eingreifen befreit werden.

Der NABU berichtet außerdem von einem Grünspecht der versuchte, die verkleisterten Fassadenlöcher mit seinem Schnabel zu öffnen. Dadurch verklebte sein Schnabel. Grünspechte sind eine streng geschützte Vogelart.

Jetzt hat der NABU Strafanzeige wegen der absichtlichen Tötung besonders geschützter Tierarten gestellt.

Immer wieder kommt es zu unglaublichen Fällen der Tierquälerei. In Velbert verendete ein Bullenkalb nach qualvoller Kastration. Vor allem kleinere Lebewesen werden immer wieder wie Sachgegenständer behandelt.

Absolut glücklich erscheinen dagegen diese niedlichen Flusspferd-Babys.