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Aufregung bei der Tafel in Berlin: Weil ein Student in seinem Antrag auf Mietzuschuss angab, Lebensmittel von der Hilfsorganisation zu beziehen, kürzte das Amt seine Bezüge. Gelten Lebensmittel von einer Hilfsorganisation als Einkommen?

Nach Auffassung des Bezirksamts Lichtenberg in Berlin scheinbar ja. Denn das Amt verbuchte die Lebensmittel, die der Student von der Tafel bekam, als Einnahme. 2892 Euro wurden ihm laut Focus online angerechnet.

Für die Hilfsorganisation in Berlin handelt es sich hierbei um einen rechtswidrigen Fall. Vereinsvorsitzende Sabine Werth zeigte sich laut Focus online entsetzt und sprach von einem willkürlichem Vorgehen seitens der Behörde.

Tafel-Lebensmittel als Einkommen verbucht

Auch Bezirksbürgermeister Michael Grunst kann nicht akzeptieren, dass Bedürftigen das Wohngeld gekürzt wird, weil sie Lebensmittel von den Verein bekommen. Nach einem Bericht von rbb24 kündigte er an, das Thema mit in die Sitzung des Bezirksamtes zu nehmen.

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Das zuständige Amt hatte den „Sachbezug Tafel“ weiter aufgeschlüsselt: monatlich 51 Euro für das Frühstück sowie weitere 95 Euro für Mittag- und Abendessen. Dementsprechend kürzte das Amt den Mietzuschuss. Ein Widerspruch gegen die Anrechnung der Lebensmittel wurde im März 2019 bereits abgelehnt.