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Eltern bereitet aktuell eine neue Generation der Problemschulen Sorgen. Anders als die sonst so problematischen Brennpunktschulen, geht es in diesem Fall um weiterführende Schulen, die von den Eltern nicht als Wunschschule für ihr Kind auserkoren wurden. Diese Problemschulen nehmen dann die Schüler auf, die an ihrer Wunschschule abgelehnt wurden.

Als „Brennpunktschulen“ werden bisher Schulen bezeichnet, die meist von
Kindern aus sozial schwachen Familien besucht werden, oder auch jene, zu denen viele Kinder mit Migrationshintergrund gehen. Mit der Problematik der Wunschschulen hat das aber nur am Rande etwas zu tun.

Andere Schule trotz ähnlichem Wohnort

Viele Eltern kritisieren, dass es zu einer ungerechten Aufspaltung der Schüler kommen würde. Denn manche Kinder bekommen einen Platz an der gewünschten Schule mit dem hervorragenden Ruf, andere Kinder – selbst wenn sie aus der gleichen Nachbarschaft stammen – aber nicht.

In einem konkreten Fall ist die Mutter eines Esseners sogar vor Gericht gezogen und hat dadurch eine neue Chance für ihren Sohn erstritten, doch noch die gewünschte Schule zu besuchen.

Im Februar stehen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen bevor

Richtig losgehen wird es erst ab Februar mit dem Verteilungskampf. Denn vom 4. bis 8. Februar werden an den Grundschulen laut Schulministerium die Halbjahreszeugnisse herausgegeben. Im Anschluss steht vielen Schülern die Anmeldung an den weiterführenden Schulen bevor.

Angebot und Nachfrage passen vor allem bei Gesamtschulen, aber auch bei einigen städtischen Gymnasien mit besonders gutem Ruf nicht immer übereinander, sagt die
Vorsitzende Dorothea Schäfer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in NRW.

Eltern befürchten verbaute Karriere für ihre Kinder

Viele Eltern ziehen derzeit vor Gericht, um einen Platz an der Wunschschule zu bestreiten. „Es gibt Eltern, die glauben, dass mit einer Absage von der Wunschschule die Laufbahn ihrer Kinder ein für alle mal verbaut ist“, erklärt Christian Birnbaum, Anwalt für Schulrecht und Experte für Schulplatzklagen, die Motivation seiner Mandanten. Andere fühlten sich ungerecht behandelt, wenn etwa alle Nachbarskinder einen Platz haben und sie leer ausgehen.

Einige Richter würden zugleich eine zunehmend ungerechte Verteilung bei den Anmeldungen an weiterführenden Schulen beobachten. Heißt: Nicht alle Schüler erhielten die gleiche Chance auf einen Platz an der gewünschten Schule.

Eltern geben Tipps für Zusage an Wunschschule

In dem Online-Forum Urbia tauschen sich Eltern untereinander aus und geben Ratschläge, wie sie den Sprung zur Wunschschule geschafft haben. Da ein Wohnsitz in dem Einzugsgebiet der Schule dazu führt, dass Kinder an der gewünschten Schule angenommen werden, greifen manche Eltern zu tief in die Trickkiste.

Laut Spiegel Online setzen immer mehr Familien falsche Mietverträge auf und geben so vor, in dem Einzugsgebiet der Wunschschule zu wohnen. Legal ist das nicht. Viele Eltern seien jedoch so verzweifelt, dass die selbst diese Methode in Erwägung ziehen.

Antrag zur Anmeldung an anderer Schule

Einige Eltern stellen auch einen Antrag, der es ihren Kindern ermöglichen könnte, an einer anderen Schule angenommen zu werden, als an der, die sich im Einzugsgebiet befindet.

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Bei der Antragsstellung sei es von Vorteil, die genaue Motivation für diese Schule anzugeben, wie Spezialisierungen der Schule wie bilingualer Unterricht, Ganztagsunterricht oder ein besonderes Konzept, das die Schule verfolgt.

Die Angabe der sozialen Verbindung zu anderen Kinder wie Geschwistern oder berufliche Gründe könnten ebenso zu einer Zusage beitragen.