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Unfassbar: Weil er seinen Job ernst nahm und flüchtende Täter verfolgte, ist ein Polizist aus Genf in der Schweiz am Dienstag (29. Januar) zu einer Geldstrafe verdonnert worden. Er wollte eine Bande einholen, die einen Geldautomaten gesprengt hatte.

Wie schweizer Medien berichten, wollte der Genfer Polizist eine flüchtende Bande unbedingt noch vor der Landesgrenze einholen.

Polizist kassiert zwei Blitzer-Fotos

Bei der Verfolgungsjagd kam der Polizist innerorts auf eine Geschwindigkeit von 92 Stundenkilometern. Laut Bußgeldkatalog 2019 liegt die erlaubte Geschwindigkeit innerhalb eines Ortes in der Schweiz üblicherweise bei Tempo 50, auf manchen Strecken auch nur bei Tempo 30.

Auf der Fahrt kurz vor vier Uhr in der Früh war der Polizist innerorts durch zwei Radarkontrollen gefahren und wurde geblitzt. Das erste Mal waren er und seine mitfahrende Kollegin 30 Stundenkilometer zu schnell. Beim zweiten Blitzer waren es 42 Stundenkilometer mehr als erlaubt.

Mehr als 500 Euro Strafe

Zunächst seien die Polizisten mit Blaulicht und Sirene gefahren. Um den Tätern unbemerkt zu verfolgen, schaltete die Polizistin die Sirene nach einer Weile aus.

Der zuständige Staatsanwalt stellte das Verfahren bei der ersten Tempoüberschreitung ein, weil sie als notwendige Dienstfahrt eingestuft wurde. Für die zweite Temposünde von 42 Stundenkilometer über der erlaubten Geschwindigkeit, verurteilte das Genfer Kantonsgericht den Polizisten allerdings jetzt zu einer Geldbuße von 600 Franken (umgerechnet etwa 528 Euro).

Überschreitung müsse verhältnismäßig sein

Der Grund: Die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit bei einer Dienstfahrt müsse immer verhältnismäßig sein. „Stünde beispielsweise ein Menschenleben auf dem Spiel, dürfe schneller gefahren werden, als bei der Gefährdung anderer Rechtsgüter“, so „Blick“.

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Im vorliegenden Fall habe der Polizist gewusst, dass die mutmaßlichen Täter niemanden verletzt hätten. Trotz des öffentlichen Interesses die Täter zu stoppen, hätte der Polizist laut Bundesgericht die Geschwindigkeit anpassen müssen, um keine dritten Personen zu gefährden. Ob die Täter überführt werden konnten, ist unklar.