Bild: East West Market/dpa

Ein Geschäft in Kanada bietet Tüten mit peinlichen Aufschriften an. So soll der Plastikverbrauch in der Stadt Vancouver gesenkt werden.

  • Lebensmittelgeschäft in Kanada will mit peinlichen Tüten den Plastikverbrauch senken.
  • Die Aufschriften handeln von Warzen-Salben, Pornovideotheken oder Darmproblemen.
  • Kritiker bemängeln, es würde sich nur um einen Marketing-Gag handeln.

Mit vermeintlich peinlichen Aufschriften auf Plastiktüten, will ein Lebensmittelgeschäft in Kanada seine Kunden zu mehr Umweltbewusstsein aufrufen. Die Aufschriften auf den Tüten des Geschäfts in der Westküsten-Metropole Vancouver handeln von Warzen-Salbe, Pornovideotheken oder Darmproblemen.

Neue Tüten in Kanada: „Vermeide die Peinlichkeit“

Die Aufschrift einer Plastiktüte des Supermarktes "East West Market" in Kanada deutet auf Warzensalbe hin. Foto: East West Market/dpa
Die Aufschrift einer Plastiktüte des Supermarktes „East West Market“ in Kanada deutet auf Warzensalben hin. Foto: East West Market/dpa

In kleinerer Schrift steht darunter: „Verhindere die Peinlichkeit. Bring eine wiederverwendbare Tasche mit.“ Die Tüten kosten fünf Cent pro Stück.

„Wir wollen mit unseren peinlichen Tüten Diskussionen anregen und so die Nutzung von Plastik allgemein minimieren“, sagen die Betreiber des „East West Market“ am Donnerstag (13. Juni). „Das ist ein kleiner Schritt, aber wir hoffen, dass er irgendwann einen großen Einfluss haben kann. Und wir machen es mit Spaß an der Sache.“

Vancouver: Tüten sind zu Sammlerobjekten geworden

Die Aufschrift einer Plastiktüte des Supermarktes "East West Market" in Kanada deutet auf Darmpflege hin. Foto: East West Market/dpa
Die Aufschrift einer Plastiktüte des Supermarktes „East West Market“ in Kanada deutet auf Darmpflege-Produkte hin. Foto: East West Market/dpa

Die Aktion sorgte für Wirbel und weltweite Schlagzeilen – aber auch für Kritik. Es handele sich dabei doch nur um einen Marketing-Gag, kommentierten viele Menschen im Internet.

Besser wäre gewesen, der Laden würde einfach gar keine Plastiktüten mehr anbieten. Und tatsächlich sind die peinlichen Plastik-Beutel schnell zu Sammlerobjekten geworden, wie Ladenbesitzer David Lee Kwen zugeben musste. „Einige der Käufer wollen die Tüten sammeln, weil sie die Idee super finden.“

Kanada möglicherweise in zwei Jahren frei von Einwegplastik

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hatte Anfang der Woche angekündigt, dass sein Land möglicherweise bereits 2021 die Benutzung von Einwegplastik verbieten werde.

Auch andere Länder reagieren auf das Plastik-Problem. In Tansania wurden die Tüten komplett verboten. Wer sich nicht daran hält, dem drohen harte Strafen.

Und auch in Deutschland tut sich was: Der Discounter-Riese Aldi schafft die kostenlosen Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung ab. Und auch bei Lidl gibt es eine Änderung. Die Supermarktkette führt sogenannte Vitaminnetze ein. Mit dpa-Material