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Das Landgericht Oldenburg hat den Ex-Pfleger Niels Högel wegen Mordes in 85 Fällen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

  • Mordprozess für Niels Högel endet nach rund sieben Monaten.
  • Ex-Pfleger bekommt lebenslange Haftstrafe.
  • Gutachter spricht von auffälligen Persönlichkeitsstörungen

Zugleich stellte die Kammer am Donnerstag (6. Juni) die besondere Schwere der Schuld fest. Högel tötete seine Opfer von 2000 bis 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst.

Högel wegen 100 Morden angeklagt

Die Taten sprengten jegliche Grenzen, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann. Högel war wegen 100 Morden angeklagt. In 15 Fällen sprach das Gericht somit den Angeklagten frei. Högel selbst hatte 43 Taten gestanden.

Mit dem Urteil ging nach rund sieben Monaten ein Prozess zu Ende, der auch über Deutschlands Grenzen hinaus viel Beachtung fand. Högel, der unter anderem wegen zweifachen Mordes an Patienten schon 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, hatte seine Opfer zwischen 2000 und 2005 mit Medikamenten zu Tode gespritzt.

Dabei brachte er in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst in Niedersachsen Patienten mit verschiedenen Substanzen in lebensbedrohliche Lagen, um bei der notwendigen Reanimierung Lob von seinen Kollegen zu bekommen. Viele Patienten überlebten das jedoch nicht.

Gutachter attestiert Schuldfähigkeit

Ein Gutachter hatte dem Ex-Pfleger Schuldfähigkeit attestiert, gleichzeitig aber auffällige Persönlichkeitsstörungen festgestellt. Högel zeige Anzeichen von Störungen, diese seien aber nicht so ausgeprägt wie bei psychisch Kranken.

Am Mittwoch (4. Juni) nutzte Högel die Gelegenheit, sich bei den Angehörigen seiner Opfer zu entschuldigen. Er sprach von Reue und Scham. Es sei ihm während des Prozesses klar geworden, wie viel unendliches Leid er durch seine „schrecklichen Taten“ verursacht habe.

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Ermittlungen gegen Geschäftsführer des Dortmunder Klinikums

Im Zuge des Mordprozesses ermittelte die Staatsanwaltschaft Oldenburg Ende 2018 wegen wegen Totschlags durch Unterlassen außerdem gegen Rudolf Mintrop, Geschäftsführer des Dortmunder Klinikums. Laut den Ermittlern soll ihm und vier weiteren Personen der schwere Verdacht gegen Niels Högel bekannt gewesen sein.

Weitere Details zu den Ermittlungen und dem monatelangen Prozess rund um den verurteilten Niels Höger könnt ihr bei den Ruhr Nachrichten nachlesen. Mit dpa-Material