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In Niedersachsen ist ein Erwachsener an Masern gestorben. Ob die Infektionskrankheit, die tatsächliche Todesursache ist, wird noch untersucht.

Ein an Masern erkrankter Erwachsener ist in Hildesheim, Niedersachsen gestorben. Die Infektion habe maßgeblich zum Tod beigetragen. Ob sie tatsächlich auch die Ursache war, werde erst in einigen Wochen feststehen, sagte eine Sprecherin des Kreises Hildesheim am Dienstag (7. Mai) gegenüber der dpa.

Zum Alter oder zum Geschlecht des Toten machte die Sprecherin keine Angaben. In der Familie des Todesopfers habe es vorher einen Masernfall gegeben, hieß es vom Kreis.

Auch Spätfolgen durch Masern möglich

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es in Deutschland 2016 zwei erfasste Todesfälle. 2015 seien es drei gewesen. Hinzu kommen einige Todesfälle durch eine Spätfolge, einer Hirnkrankheit. Diese setzt oft erst Jahre nach der Maserninfektion ein.

Davon gab es 2016 nach Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (bge-bund) vier Todesfälle und im Jahr 2015 einen. Es kann zudem sein, dass einige Fälle nicht registriert wurden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will verpflichtende Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder durchsetzen. Wer sich nicht impfen lässt, solle demnach mit Geldstrafen bis 2500 Euro und einem Ausschluss vom Kita-Besuch rechnen.

Die Impfpflicht soll ab 1. März 2020 gelten, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht. In Hildesheim hatte es vor einigen Wochen einen größeren Masernausbruch gegeben. Mit dpa-Material.