Bild: kaufland

Bei Kaufland gibt es das gemischte Hackfleisch jetzt in einer neuen Verpackung: Statt Vollplastik setzt das Unternehmen auf Pappe – für mehr Nachhaltigkeit. Doch Achtung: In der Öko-Verpackung steckt noch immer dasselbe Hackfleisch wie vorher. Und das stammt aus konventioneller (Massen-) Tierhaltung.

Kaufland hat sich mehr Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Es unterstützt das Tierwohl-Siegel und bietet jetzt Verpackungen mit 70 Prozent weniger Plastik an – für das Hackfleisch aus der hauseigenen „Purland“ Metzgerei. Das Hackfleisch selbst ist trotzdem weder Bio, noch hat es das Tierwohl-Label aufgedruckt.

Update, Mittwoch (15. Mai), 8.48 Uhr: Die Entscheidung, die neue Verpackung zunächst bei Hackfleisch aus konventioneller Tierhaltung einzuführen, begründet das Unternehmen damit, dass das „oberstes Ziel die Reduzierung von Kunststoff bzw. die Erhöhung der Recyclefähigkeit“ sei.

Und da das Bio-Hackfleisch seltener verkauft werde als das konventionelle, habe man die neue Verpackung zunächst beim häufiger verkauften, konventionellen Hackfleisch eingeführt.

Kaufland wagt kleinen Schritt zur Nachhaltigkeit

Mit der neuen Verpackung will Kaufland erreichen, dass nicht mehr ganz so viel Plastikmüll produziert wird, wie bisher. Kaufland selbst spricht von „neuen Maßstäben“ und „nachhaltigen Lösungen“. Und tatsächlich: Die Verpackung kommt mit deutlich weniger Plastik aus, als vorher.

Damit stößt Kaufland in dieselbe Richtung wie Lidl. Auch der Discounter setzt zunehmend auf Nachhaltigkeit und bietet Getränke der Hausmarke nur noch in recycelten Plastikflaschen an. Wie Kaufland gehört auch Lidl zur Schwarz Gruppe, die sich mit ihrer Müllstrategie der Plastikvermeidung verschrieben haben.

Doch anders als es die Papp-Verpackung und der in grüner Schreibschrift gehaltene Name „Purland“ vermuten lässt, enthält die innovative Verpackung kein Bio-Fleisch. In der Pappepackung wird Rind- und Schweinefleisch aus konventioneller Tierhaltung verkauft.

Kaufland will neue Maßstäbe setzen

Immerhin: Pro Jahr sollen durch die neue Verpackung 125 Tonnen Plastik eingespart werden. Denn die Verpackung enthält nicht nur weniger Plastik. Das, was an Plastik noch drin ist, lässt sich durch eine leichte Trennung von der Pappe schnell dem Recyclingkreislauf zuführen.

Aber auch wenn mit der neuen Verpackung ein Schritt in die richtige Richtung getan wird, ist die konventionelle Tierhaltung – aus der das Hackfleisch stammt – weiterhin ein großer Produzent klimaschädlicher Gase. Heißt: Der Klimawandel wird weiter vorangetrieben.

Auch das Tierwohl findet bei dieser Haltungsform nicht genügend Beachtung. Obwohl Kaufland das Tierwohl-Label unterstützt und auch einige Produkte mit diesem Label anbietet, handelt es sich nach ersten Informationen aus der Kaufland-Pressestelle bei dem Hackfleisch in der neuen Verpackung nicht um ein Produkt mit Tierwohl-Siegel.

Die neue Verpackung liegt ab Herbst 2019 in den SB-Regalen bei Kaufland.

Um die Umwelt zu schützen, wollen immer mehr Länder komplett auf Plastik verzichten. So hat kürzlich dieses Land ein Verbot für Plastiktüten ausgesprochen.

Den Wunsch nach Plastikvermeidung hat eine Frau aus England mit dem Leben bezahlt. Sie stürzte mit dem Gesicht in einen Metallstrohhalm.

Kommentar der Autorin

Ein Verpackung mit etwas weniger Plastik als vorher für Fleisch aus Massentierhaltung anzubieten ist so, wie über ein langes Wochenende nach New York zum Shopping zu fliegen, aber eine Bambus-Zahnbürste statt einer aus Plastik im Gepäck zu haben: Gut für unser grünes Gewissen. Mehr aber auch nicht #greenwashing