Bild: Guido Kirchner/dpa

Die Untersuchungen zum Missbrauchsfall in Lügde haben sich zu einem Ermittlungsskandal ausgeweitet. 155 Datenträger, die im Dezember bei dem Hauptverdächtigen gefunden wurden, sind seit Wochen verschwunden.

Update, Samstag (9. März), 12.15 Uhr: Bei den Untersuchungen ist ein Sonderermittler nun auf Fall eines Beamten gestoßen, der wegen Kinderpornografie vorbestraft ist.

Der Polizist sei 2011 wegen des Besitzes und Beschaffens von Kinderpornografie verurteilt worden, berichtet der Kölner Stadtanzeiger. Der Beamte sei weiter im Dienst. In die Untersuchungen zum dem Fall in Lügde sei er allerdings nicht eingebunden.

Der danach eingesetzte Sonderermittler
stieß nach Angaben des Innenministerium auf einen weiteren Fall, bei dem ein Beamter in seinem privaten Badezimmer heimlich eine Videokamera installiert hatte.

Zudem wurde ein Vorgang aus dem Jahr 2013 entdeckt, bei dem ein Tutor eine Kommissaranwärterin belästigt hatte. Beide seien weiter im Dienst. dpa

Erstmeldung, Donnerstag (7. März): Auf dem Campingplatz hat es eine erneute Durchsuchung gegeben. Die Polizei fand womöglich weiteres Beweismaterial.

Wie die Bild mitteilt, durchsuchte die Polizei am Montag und Dienstag (4. und 5. März) zwei Wohnungen und einen Wohnwagen auf dem Campingplatz in Lügde.

Wohnung des Hauptverdächtigen durchsucht

Darunter sei eine Wohnung des Hauptverdächtigen Andreas V. im Ortsteil Elbrinxen. In diese Wohnung sollte der Mann auf Wunsch des Jugendamtes umziehen.

Auch die Wohnung des zweiten Tatverdächtigen Mario S. aus Steinheim, durchsuchten die Beamten erneut.

Einbruch im Keller von Mario S.

In einem Kellerraum in Steinheim, den Mario S. zeitweise mitbenutzt haben soll, hat es vor kurzem einen Einbruch gegeben. Gegenstände sollen nicht entwendet worden sein.

Laut Lippischer Landeszeitung wollten die Ermittler diesen Raum am Mittwoch (6. März) durchsuchen. Bisher sei kein Zusammenhang zwischen dem Einbruch und den Ermittlungen in Lügde erkennbar, teilte die Polizei mit.

Zu den gefundenen Gegenständen machte die Polizei bisher keine weiteren Angaben.

Aktuelle Top-Themen:

Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren in mehr als 1000 Fällen Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. Zudem gibt es Hinweise, dass schon vor 2008 Taten begangen wurden.