Bild: Annette Birschel/dpa

Lachgas gilt in den Niederlanden als neue Partydroge. Besonders tückisch: Es ist legal und frei verkäuflich.

  • Lachgas fügt dem Körper eine kurze, starke Vergiftung zu.
  • 2019 wurden bereits 67 Missbrauchsfälle in den Niederlanden gemeldet.
  • Vor allem Jugendliche suchen den legalen Rausch.

In den Niederlanden tritt eine neue Partydroge den Siegeszug bei Jugendlichen an. Wobei, ganz so neu ist sie gar nicht. Es handelt sich dabei um Lachgas. Früher setzten es Ärzte zur Narkose ein. Heute wird das Gas eher dazu benutzt, um Sahne aufzusprühen.

Lachgas ist also vollkommen legal im Laden erhältlich. Und es gilt als vermeintlich ungefährlich. Wer das Gas aus einem Luftballon oder einem Sahnespender einatmet, fügt sich selbst damit eine kurze, starke Vergiftung zu.

Lachgas kann das Nervensystem zerstören

Etwa 30 Sekunden bis hin zu einigen Minuten lang dauert der Rausch. Konsumenten berichten von verstärkten Sinneseindrücken und einem Kribbeln im ganzen Körper. Aber das Einatmen von Lachgas kann auch deutlich negativere Auswirkungen auf den Körper haben. Dazu gehören dauerhafte Schäden im zentralen Nervensystem und Lähmungen.

Vor allem in Verbindung mit Alkohol oder anderen Drogen ist die Einnahme von Lachgas gefährlich. Als ungefährlich gilt hingegen ein moderater Konsum, der fünf bis zehn Kapseln im Monat nicht übersteigt.

Die Sahnekapseln mit Lachgas kann jeder schnell und einfach im Supermarkt kaufen. 200 Stück kosten nur etwa 50 Euro.

Schon jetzt deutlich mehr Vergiftungen als 2018

In den Niederlanden gibt es inzwischen sogar einen ersten Lachgas-Laden. Im deutschen Nachbarland wird vor der Partydroge gewarnt. Die Zahl der Vergiftungen sei sprunghaft angestiegen, meldet das Nationale Informationszentrum für Vergiftungen in Utrecht. Hatte es 2015 noch insgesamt 13 Fälle gegeben, wurden im ersten Halbjahr 2019 bereits 67 Fälle gemeldet. Es geht um Schwindelanfälle, Übelkeit und Lähmungserscheinungen.

Und auch im Straßenbild sind die Spuren des Konsums deutlich sichtbar. Auf Parkplätzen, in Grünanlagen oder Straßen liegen Dutzende leere Metallkapseln oder Ballons. Und das ist nicht nur schlecht für die Konsumenten, sondern auch für die Umwelt. Denn das Gas hat ein hohes Treibhauspotenzial.

In Deutschland spielt Lachgas eine untergeordnete Rolle

Auch andere Länder haben mit dem steigenden Konsum von Lachgas zu kämpfen. In Dänemark will eine Mehrheit der Parteien den Verkauf von Lachgaspatronen regulieren. Auch hier steigen die Missbrauchsfälle kontinuierlich an.

In Deutschland spielt Lachgas noch keine Rolle im deutschen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung. Verlässliche Zahlen gibt es hier aber wohl nicht.

In einer Drogenstudie der Universität Frankfurt wurde 2018 aber deutlich gemacht, dass sich die Zahl jugendlicher Lachgas-Konsumenten in drei Jahren verdoppelt habe. Etwa 12 Prozent der Jugendlichen habe schon einmal Lachgas ausprobiert.